MyMz
Anzeige

Acht Trends von der Biofach

Personalisiert oder regionalisiert, vegan oder „free from…“ - das sind Trends bei den Produktneuheiten aus der Bio-Welt.
Von Thomas Tjiang, MZ

Total regionalisiert: Dieser Kaffee stammt ausschließlich von einer einzigen Plantage im peruanischen Villa Rica.
Total regionalisiert: Dieser Kaffee stammt ausschließlich von einer einzigen Plantage im peruanischen Villa Rica. Foto: Tjiang

Margret & Karl Voelkel Rhabarber Schorle

Die Personalisierung von Produkten sieht aus wie die Gegenwehr der Familienbetriebe gegen die große Industrie. Der Safthersteller Voelkel, ein Veteran der Bio-Getränke, startet mit einer Linie, die mit den Namen des Gründerehepaars die Nähe zum Verbraucher sucht. Immerhin starteten die beiden Pioniere bereits 1936 mit dem, was man heute eine Bio-Mosterei nennt. Ihr Obstgarten wurde schon vor 90 Jahren nach anthroposophischen bewirtschaftet. Mittlerweile gibt es in dritter Generation über 150 verschiedene Produkte im In- und Ausland.

„La Chacra D’Dago“-Kaffee

Der Bio-Kaffeeanbieter Mount Hagen bringt erstmals einen Demeter-zertifizierten „Single Estate“ in den Handel. Hierbei handelt es sich um einen Kaffee, der ausschließlich von einer einzigen Plantage im peruanischen Villa Rica stammt. Mit dieser 100 prozentigen Regionalisierung betritt das Unternehmen Neuland in der Kaffeewelt. Andere Anbieter mischen Kaffeesorten aus der ganzen Welt oder spezialisieren sich auf Länder und Sorten. Über die Personalisierung lernt man zudem, das dort für ein Kilo Rohkaffee rund fünf Bäume je 40 Minuten lang per Hand gepflückt werden.

Cashew-Drink

Für Vegetarier ist Soja-Milch idealer Ersatz für Kuhmilch. Die Marke Provamel zum Beispiel geht einen Schritt weiter. Im Zuge wachsender Unverträglichkeiten mausert sich der Trend „free from…“, also frei von bestimmten Zusatzstoffen und Inhalten. Etwa 20 Prozent aller Verbraucher leiden an einer Laktoseintoleranz, etwa sieben Prozent vertragen keinen Fruchtzucker. Manche wollen auch auf Soja verzichten. Denn der Soja-Anbau gilt als ein Zerstörer des Regenwaldes. Für diese Zielgruppe gibt es diesen Bio-Drink aus Wasser, gerösteten Cashewkernen, Agavendicksaft und Meersalz.

Vegane Mayonnaise

Auch Emils Bio-Manufaktur setzt mit einer veganen Mayonnaise auf den „free from…“-Trend. Das hauseigene „Reinheitsgebot“ verspricht dem Konsumenten nur Zutaten, die „man aus der eigenen Küche kennt“. Die Bio-Zutatenliste ist entsprechend kurz: Rapskernöl, Apfelsaft, Mandeln, Weinbergessig, Senf und Meersalz. Die konventionelle Stabilisatoren und andere Zusatzstoffe sind hier Tabu. Emils Bio-Manufaktur ist durch seine Dressings, allesamt zusatzstofffrei, zuckerfrei, unpasteurisiert, bekannt geworden.

Green Coffee

Immer mehr Menschen greifen auch im Bio-Bereich zu sogenanntem Superfood, hat Handelsexperte Michael Radau beobachtet. Das sind Erzeugnisse, deren wertgebenden Inhaltsstoffen eine positive gesundheitliche Wirkung nachgesagt wird. Green Coffee von Caffe Giona sind ungeröstete, grüne Bohnen, die reich an Antioxidantien sind. Diese Antioxidantien können menschliche Zellen vor freien Radikalen schützen und gelten daher als gesundheitsfördernd. Damit breitet sich der Superfood-Trend aus der konventionellen Welt weiter in der Bio-Welt aus.

Bio-Seifenblasen

Vielleicht sind Bio-Seifenblasen nur ein Nebenprodukt, buhlen aber auch als Neuheit um die Gunst der Verbraucher. Eigentlich ist Anbieter Sonett ein Spezialist für ökologische Wasch- und Reinigungsmittel. Alle Rohstoffe sind biologisch abbaubar und frei von synthetischen Duftstoffen, Farbstoffen und Konservierungsmitteln. Der free-from-Trend lässt auch hier grüßen. Jetzt kommt erstmals von der Firma mit Bio-Bubbles ein Kinderprodukt auf den Markt. Für Eltern, die auf Öle zu 100 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau setzen.

Bird Box Urban Gardening

Bei Haustieren ist der Trend zum Bio-Futter schon altbekannt. Nun will wiederverwendbare Bird Box Futterhaus mit Bio-Vogelfutter in Gärten und auf Balkonen punkten. Das Vogelfutter für eine Zufütterung von Gartenvögeln ist frei von synthetischen Zusatzstoffen, frei von Aromen und Farbstoffen und aufgepeppt mit gesunden Fettquellen. Anbieter Aries Umweltprodukte erinnert an die abnehmende Artenvielfalt wildlebender Vögel durch menschliche Eingriffe. Das Unternehmen hat sich auf Bio-Drogerieprodukte aus den Segmenten Gartenartikel, umweltfreundliche Insektenabwehrmittel und schonende Tierpflege spezialisiert.

Klebio Klebeband

Das Klebeband Klebio wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und ist fast vollständig biologisch abbaubar. Beim Trägermaterial handelt es sich um Biofolie aus Pflanzenöl, das in Europa gentechnikfrei angebaut und gewonnen wurde. Umstrittene Palm- und Sojaöle werden nicht verwendet. Damit wird die Compostella-Produktfamilie der Firma Schleiers Industrieverpackungen weiter ausgebaut. Das Natur- oder Wachspapier gilt etwa an Frischetheken oder in der heimischen Küche als Ersatz für Kunststofffolien, weil es chemikalienfrei, lebensmittelecht und geschmacksneutral ist.

Bildergalerie Biofach

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht