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Bayern verabschiedet sich vom Eisenguss

Der Freistaat gibt seine Anteile an der Luitpoldhütte in Amberg auf. Der neue Besitzer soll trotzdem unterstützt werden.
Von Martin Anton, MZ

  • Finanzminister Markus Söder (2. v. r. ) und Heimatstaatssekretär Albert Füracker (r.) freuen sich, dass die Zukunft der Luitpoldhütte in Amberg vorerst gesichert ist. Foto: Anton
  • Olivier Babilon, neuer Geschäftsführer der Luitpoldhütte (v.l.), Ogepar-Vorstand Emmanuel Froidbise, Betriebsratschef Christian Zwack, Staatssekretär Albert Füracker, Finanzminister Markus Söder und Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny glühen vor Optimismus. Foto: Finanzministerium

Amberg.Es war ein wenig emotionaler Abschied. Sachlich erklärten der bayerische Finanzminister Markus Söder und Staatssekretär Albert Füracker am Montag, 14. März, bei einer Pressekonferenz auf dem Gelände der Luitpoldhütte in Amberg, dass Bayern seine verbleibenden Anteile an der Gießerei aufgegeben hätte. Damit endet für den Freistaat eine Geschichte, die vor 132 Jahren mit dem Anblasen des Hochofens in Amberg begann. Doch für die 360 Beschäftigten der Luitpoldhütte (LH) öffnet sich ein neues Kapitel.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die luxemburgische Ogepar-Gruppe die zwischenzeitlich insolvente Gießerei übernommen. Jetzt trafen sich Söder, Füracker, Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny sowie Vertreter von Ogepar und Betriebsratschef Christian Zwack, um über die Zukunft der LH zu diskutieren. Am Ende zeigten sich alle Seiten optimistisch.

Olivier Babilon, Geschäftsführer der Luitpoldhütte und zweier weiterer Gießereien der Ogepar-Gruppe, bestätigte die Investitionspläne des Familienunternehmens. So sollen noch dieses Jahr drei Millionen Euro in die Amberger Gießerei investiert werden, in den kommenden sechs Jahren sollen jeweils zwei Millionen Euro folgen. Ziel sei es, so Babilon, die Produktivität und Qualität zu verbessern.

Kommentar

Klingt gut

Am Anfang klingt es oft gut, wenn ein neuer Investor ein insolventes Unternehmen übernimmt. Jahre, manchmal schon Monate später kommt dann das böse Er...

Beschäftigte nehmen Einschnitte hin

Betriebsratschef Zwack zeigte sich „überglücklich“ über das Überleben der LH. Der Personalabbau Anfang Dezember, als 115 Mitarbeitern gekündigt wurde, habe die Region schwer getroffen. Die verbliebene Belegschaft habe sich einverstanden erklärt, für das gleiche Entgelt mehr zu arbeiten, „damit es weitergeht“.

Söder und Füracker wollten beim Neustart der Luitpoldhütte helfen. Damit der nicht an der Vergangenheit scheitert, hat der Freistaat angeboten, mit zehn Millionen Euro für eventuelle Altlasten zu haften.

Ogepar-Vorstandsmitglied und -Eigentümer Emmanuel Froidbise freute sich darüber, dass sich alle Seiten schnell geeinigt hätten. Er stellte außerdem klar: „Wir haben eine langfristige Vision. Wir kaufen Industrieunternehmen, wir verkaufen sie nicht.“

Die Ogepar-Gruppe beschäftigt weltweit 1300 Menschen, verbuchte 2014 einen Umsatz von 250 Millionen Euro und befindet sich komplett in Familienbesitz.

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