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Der Fahrradkurier, der auch einkauft

Per Rad zugestellte Pakete sind nichts neues. Eine junge Nürnberger Firma besorgt für die Kunden aber auch den Inhalt.
von Nikolas Pelke

Die Suche nach einem Parkplatz entfällt und macht Fahrradkuriere in der Stadt so schnell.
Die Suche nach einem Parkplatz entfällt und macht Fahrradkuriere in der Stadt so schnell. Foto: Digitale City

Nürnberg.Fahrradkuriere sind nicht neu. Die Idee von Andreas Pilz dagegen sehr. Der Nürnberger ist auf die einfache aber ziemlich geniale Idee gekommen, die radelnden Kuriere als bequeme Boten für Produkte aller Art einzusetzen. „Digitale City“ nennt Pilz seine Start-up-Firma.

In Nürnberg ist der umweltfreundliche Lieferdienst seit ein paar Tagen online. Seit 15. Oktober ist der Service auch in Erlangen verfügbar. Danach will Pilz mit seiner Idee ganz Deutschland erobern. „Mitte November sollen Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt folgen“, kündigt der Unternehmensgründer an.

Technikprodukte gehen gut

Die „Digitale City“ funktioniert ganz einfach. Über ein Online-Formular auf der Internetseite können Kunden eine Produkt-Anfrage stellen. Der Service funktioniert auch per SMS. Der Slogan des jungen Unternehmens –„Dein Wunschprodukt in deiner Stadt“ – bringt das Prinzip auf den Punkt.

„Die meisten Kunden interessieren sich für Technikprodukte“, berichtet Pilz von seinen ersten Erfahrungen in der Praxis. „Der eine hat seinen Kopfhörer verloren, will aber direkt nach der Arbeit noch eine Runde joggen gehen, aber kommt nicht mehr rechtzeitig aus dem Büro, um selber in den Laden gehen zu können. Manche haben auch keine Lust auf den Stress nach der Arbeit und bezahlen lieber ein paar Euro für den Lieferservice“, berichtet Pilz.

„Die Kunden müssen im Internet auf www.digitalecity.de einfach das Produkt und ihren Wunschpreis eingeben.“ Nach einer Anfrage suchen Einkaufsexperten mit ein paar Mausklicks nach dem gewünschten Produkt und dem besten Angebot. „Dafür arbeiten wir mit allen lokalen Händlern zusammen“, sagt Pilz. Danach muss der Kunde nur noch eines der Angebote auswählen und die Bestellung bestätigen. Anschließend koordiniert und optimiert die „Digitale City“ intern die kürzeste Strecke zwischen Abhol- und Zielort. Danach erhält der Kurier den Auftrag und tritt in die Pedale. „So können wir in 90 Minuten bis an die Haustür liefern.“

Besonders ab dem späten Nachmittag kurz vor dem Feierabend boomt das Geschäft. „Viele Kunden brauchen kurz vor Ladenschluss noch schnell ein Geschenk. Unser allererster Auftrag war zum Beispiel eine große Packung Elisen-Lebkuchen“, erzählt Pilz und lacht.

Die genauso schnelle wie umweltfreundliche Lieferung gibt es ab 2,95 Euro. Tagsüber zwischen 9 und 18 Uhr kostet der Service einen Euro mehr. Große Strecken kosten ebenfalls etwas mehr. „Wir haben in Nürnberg zwei Lieferzonen“, erklärt Pilz. Maximal bezahlt der Kunde für eine Lieferung mit dem Fahrradkurier 6, 95 Euro.

Lebensmittel werden nicht geliefert

Lebensmittel-Einkäufe übernimmt die „Digitale City“ allerdings nicht. „Das würde organisatorisch nicht funktionieren. Allein das Anstehen in der Schlange an der Kasse würde die Lieferungen unbezahlbar machen“, sagt Pilz. Die vom schweren Tüten tragen geplagte Hausfrau hat das Start-up als Zielgruppe also nicht im Visier. Workaholics passen da schon viel besser ins Beuteschema der jungen Firma. „Die meisten Kunden fragen wirklich Technikprodukte nach. Ein Ladekabel für das Notebook, das noch schnell vor der Dienstreise herbeigeschafft werden muss. So Sachen sind bei uns der Renner.“

Die Boten auf zwei Rädern beschäftigt die Firma übrigens nicht selber. „Wir arbeiten in jeder Stadt mit einem Fahrradkurier-Service zusammen und können dadurch die schnelle Lieferung garantieren“, erklärt Pilz. „In Nürnberg arbeite ich mit den ,CycleCowboys’ zusammen. Der Kurierdienst sitzt praktischerweise genauso wie ich im Gründerzentrum ,Klee-Center’ im Nürnberger Süden“, freut sich der Firmengründer, der zuvor mit der Produktion von Videos sein Geld verdient hat. „Jetzt konzentriere ich mich ganz auf die ,Digitale City’“ , sagt Pilz.

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