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Umwälzungen im Regensburger Hafen

Der Containerterminal wird für zehn Millionen Euro vergrößert und bekommt bis Ende 2016 eine direkte Anbindung ans Wasser.
von Christine Strasser, MZ

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hebt im Regensburger Hafen mit einem Reachtracker einen 40-Fuß-Container um.
Der bayerische Finanzminister Markus Söder hebt im Regensburger Hafen mit einem Reachtracker einen 40-Fuß-Container um. Foto: altrofoto.de
Finanzminister Markus Söder darf einen Reachstacker bedienen.
Finanzminister Markus Söder darf einen Reachstacker bedienen. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Helm auf, neongelber Anorak an, am langen Hebel sitzen. Die Präsentation der Ausbaupläne für den Containerterminal am Dienstag im Bayernhafen Regensburg ist ein Termin nach dem Geschmack von Markus Söder. Der bayerische Finanzminister schwingt sich auf einen Reachstacker, krallt sich damit einen 40-Fuß-Container voll mit Karosserieteilen und hebt ihn auf den Waggon eines wartenden Güterzuges. Das ist nicht besonders schwierig, wenn man Söder glaubt. „Große Lasten bewegen, Verantwortung tragen und wenn’s runterfällt ist der Schaden groß.“ Das sei er als Politiker gewohnt, meint Söder. Zumindest seine Pressesprecherin ist begeistert. „Er ist ein Universalgenie. Er kann einfach alles“, schwärmt sie und schießt emsig Fotos von ihrem Chef.

Container-Umschlag steigt rasant

2006 wurde der Containerterminal im Hafen Regensburg in Betrieb genommen. Seitdem hat sich der Container-Umschlag um 160 Prozent gesteigert. Gemessen in Standardcontainern (TEU) wurden im vergangenen Jahr 103 601 TEU bewegt, wie Geschäftsführer Joachim Zimmermann schildert. Nach der Erweiterung soll der Containerterminal über einer Umschlagskapazität von 200 000 TEU verfügen. Derzeit liegt sie bei 128 000 TEU. Zehn Millionen Euro soll der Ausbau kosten. Keine Steuergelder, wie Finanzminister Söder betont. Investiert würden vielmehr Erträge, die der Bayernhafen erwirtschaftet habe.

Der Container-Umschlag im Regensburger Hafen steigt rasant.
Der Container-Umschlag im Regensburger Hafen steigt rasant. Foto: altrofoto.de

Schon nächste Woche soll es mit den Abbrucharbeiten auf dem Hafengelände losgehen. Relikte wie die Ungarhalle, die auf die Gründerzeit des Hafens vor rund 100 Jahren verweist, als dort vor allem Getreidesäcke aus Serbien und Ungarn verladen wurden, werden geschliffen. Dann beginnen die Ausschreibungen für ein Prunkstück des neuen Verladeterminals: ein strombetriebener Containerbrückenkran. Im Frühjahr 2016 sollen dann die eigentlichen Baumaßnahmen beginnen und zumindest mit dem „improvisierten Betrieb“ will Bayernhafen-Geschäftsführer Zimmermann schon Ende 2016 beginnen.

Der neue Containerterminal

  • Fläche:

    Das bestehende Containerverladeterminal umfasst 28 000 Quadratmeter. Es kommen 17 000 Quadratmeter hinzu.

  • Verkehrsträger:

    Neben Straße und Schiene wird es eine direkte Anbindung an die Wasserstraße geben.

  • Umschlagskapazität:

    Pro Jahr können derzeit 128 000 Standardcontainer im Regensburger Hafen verladen werden. Im neuen Terminal sollen es 200 000 sein.

  • Gleisanlagen:

    Derzeit verfügt das Containerverladeterminal über zwei halbzuglange Umschlagsgleise. Nach der Erweiterung sind es vier.

  • Umschlagequipement:

    Im neuen Terminal steht ein Containerbrückenkran zur Verfügung. Bei den Reachstackern sollen zwei ausreichen. Statt bislang vier sollen dann zwei Reachstacker reichen.

Der neue Teil des Containerterminals wird direkt an das Wasser angebunden sein. Laut Zimmermann ein „Meilenstein“ für die Entwicklung des Hafens, wenn es darum geht Langstreckenverkehr auf die Schiene oder das Wasser zu verlegen. Finanzminister Söder freut sich über eine „intelligente Verkehrsdrehscheibe“. Denn bislang müssen die Container mit Lastwagen um das Hafenbecken gefahren werden, wenn sie mit einem Kran auf ein Binnenschiff verladen werden sollen.

Wichtig für Automobilindustrie

Bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann
Bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann Foto: altrofoto.de

Bayernhafen-Geschäftsführer Zimmermann ordnet aber auch gleich ein: Nur rund fünf bis zehn Prozent der im Regensburger Hafen umgeschlagenen Güter werden auf der Wasserstraße transportiert, vor allem Richtung Südosteuropa fließt hier der Warenstrom. Wichtig sei der Regensburger Hafen insbesondere, um Automobilhersteller im Umkreis mit Leercontainern zu versorgen.

Die erweiterte Wartefläche und die optimierte Abfertigung bringen laut Zimmermann eine verbesserte Straßenanbindung mit sich. „Die Zufahrtswege werden entlastet“, verspricht er. Auch personell will der Bayernhafen aufstocken. Derzeit seien am Containerverladeterminal 25 Personen beschäftigt. Mindestens 20 Arbeitsplätze sollen hinzukommen.

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