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Verbraucherschutz

Ein Viertel aller Betriebe „mangelhaft“

Lebensmittelkontrollen beanstandeten im Jahr 2011 27 Prozent aller Betriebe. Bundesweit waren 548.000 Nahrungshersteller, Gaststätten und Handwerksbetriebe untersucht worden.

Bundesweit beanstanden Lebensmittelkontrolleure 27 Prozent aller kontrollierten Betriebe. Foto: dpa

Berlin.Die Lebensmittelkontrolleure in Deutschland haben im vergangenen Jahr bei knapp einem Viertel der untersuchten Betriebe Verstöße gegen die geltenden Vorschriften festgestellt. Rund 548.000 Nahrungshersteller, Gaststätten und Handwerksbetriebe seien untersucht worden, teilte des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Donnerstag in Berlin mit. Dabei habe es bei 27 Prozent der Betriebe Beanstandungen gegeben.

Der größte Teil der Beanstandungen sei auf die allgemeine Betriebshygiene entfallen, teilte das BVL bei der Vorstellung des Jahresberichts der Lebensmittelüberwachung mit. Diese sei bei 53 Prozent der Firmen beanstandet worden. Bei knapp einem Viertel (24 Prozent) wurden demnach die Regelungen zur Hygiene gerügt. Bei einem knappen weiteren Fünftel (18 Prozent) gab es den Angaben zufolge Probleme mit Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln.

Von den rund 402.000 Lebensmittelproben seien 2011 fast 52.500 und damit 13,5 Prozent beanstandet worden. Besonders häufig habe es Beanstandungen bei „Lebensmitteln für besondere Ernährungsformen“ gegeben (22 Prozent), gefolgt von alkoholischen Getränken außer Wein (19 Prozent), sowie Zuckerwaren und Fleisch, Wild und Geflügel (je 17 Prozent). Bei knapp 51 Prozent seien Kennzeichnung und Aufmachung gerügt worden, bei fast 18 Prozent gab es demnach mikrobiologische Verunreinigungen.

Foodwatch übt scharfe Kritik

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, die Beanstandungsquoten der Lebensmittelkontrolleure lägen „Jahr für Jahr im selben, unnötig hohen Bereich“. Es würden zwar „in großer Zahl“ Hygienemängel entdeckt. Diese würden aber nicht abgestellt, solange die Ergebnisse der Kontrollen den Verbrauchern vorenthalten würden. Foodwatch forderte die Bundesländer auf, „sofort“ mit einer Veröffentlichung der Kontrollergebnisse zu beginnen. Die Länder könnten hierzu Landesgesetze erlassen. Diese könnten etwa auch die Einführung von Hygiene-Ampeln für Gaststätten vorsehen, wie sie von Verbraucherschützern schon lange gefordert werden.

Würden die Kontrollergebnisse - ergänzt um eine Hygienekennzeichnung in den Ampelfarben - in den Eingangsbereichen von Betrieben mit Kundenverkehr ausgehängt, hätten die Kunden „die Möglichkeit, Schmuddelbetriebe zu erkennen“, erklärte der Vize-Geschäftsführer von Foodwatch, Matthias Wolfschmidt. Gäbe es solche Informationsmöglichkeiten für Verbraucher, würden sich „schon in wenigen Jahren die hygienischen Zustände verbessert haben“ und die Beanstandungsquoten der Kontrolleure sinken. In Bayern werden seit 1. September Betriebe mit schwerwiegenderen Mängeln auf einer „Ekelliste“ des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebenmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht. (afp, bm)

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