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Aus für Sparda-Filiale in Regensburg

Auch auf dem Genossenschaftsinstitut lastet immer mehr Druck. Das Geldhaus will mit einem Maßnahmenpaket gegegensteuern.
Von Christine Hochreiter, MZ

Ende 2017 wird die Filiale am Regensburger Rennplatz geschlossen. Foto: Schönberger
Ende 2017 wird die Filiale am Regensburger Rennplatz geschlossen. Foto: Schönberger

Regensburg.Bei der Bilanzpressekonferenz am 22. Februar war die Botschaft klar: „Die Sparda-Bank Ostbayern hält an ihrem Filialnetz fest“, so der Vorstand vor fünf Monaten. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Das Kreditinstitut wird Ende 2017 die Geschäftsstelle am Regensburger Rennplatz schließen. Vorstandschef Georg Thurner sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz, diese Entscheidung sei Teil eines Maßnahmenpakets, das das Kreditinstitut geschnürt habe. Damit reagiere die Genossenschaftsbank auf die Marktsituation. Man wolle die Bankengruppe fit für die Zukunft machen.

Die de facto nicht mehr vorhandenen Zinsen, der Trend zum Online-Banking und ein hoher Bürokratieaufwand für neue Bankenregeln machen den Geldhäusern derzeit das Leben schwer. Dennoch wolle man bei der Sparda-Bank nicht am gebührenfreien Girokonto rütteln, betonte der Vorstandsvorsitzende. Mit Blick auf die stark veränderten Rahmenbedingungen müsse die Bank allerdings ihre Kostenstrukturen anpassen.

Neue Aufgaben für die Mitarbeiter

Die Sparda-Bank profitiere in diesen schwierigen Zeiten unter anderem von einer ausgezeichneten Eigenkapitalausstattung und verfüge über eine „Vielzahl von Ideen, um in zinslosen Zeiten zurecht zu kommen“, so Thurner. Die Eigenkapitalquote der Sparda-Bank liegt bei 19 Prozent.

Die Wirtschaft sei stets in Bewegung. Das erschrecke die Sparda-Banker nicht, betonte der Vorstandschef. Seit der Gründung der Bank 1931 seien vielfältige interne und externe Anforderungen und Wirtschaftslagen gemeistert worden. Auch die Digitalisierung sei mit einem Umbruch verbunden. Immer mehr Kunden besuchten heute eine Filiale nur noch für einen qualifizierten, fest terminierten Beratungstermin. Vor diesem Hintergrund habe man die Terminberatung deutlich erweitert.

Mutige Entscheidungen

Vorstands-Chef Georg Thurner (M.), Stellvertreter Michael Gruber (l.) und Vorstand Johannes Lechner führen die Sparda-Bank Ostbayern. Foto: Lex
Vorstands-Chef Georg Thurner (M.), Stellvertreter Michael Gruber (l.) und Vorstand Johannes Lechner führen die Sparda-Bank Ostbayern. Foto: Lex

Nach Angaben von Vorstand Johannes Lechner läuft am Rennplatz der Zehnjahres-Mietvertrag aus. Er soll nicht mehr verlängert werden. Die betroffenen vier Mitarbeiter würden an anderen, teils vakanten Stellen gebraucht. Stationäre Anlaufstellen für die Kunden im Regensburger Raum seien künftig die Zentrale in der Bahnhofstraße sowie die Filialen im Donau-Einkaufszentrum und im Globus Neutraubling. Obwohl die Filiale am Rennplatz erst in eineinhalb Jahren geschlossen werden soll, sei es dem Vorstand wichtig gewesen, diese Entscheidung möglichst zeitnah zu kommunizieren, so Thurner.

Auf der einen Seite sehe sich die Sparda-Bank zu Einsparungen gezwungen, auf der anderen Seite treffe man mutige Entscheidungen zur Zukunftssicherung, betonte Thurner. So erhalte die Filiale Schwandorf einen neuen Standort im Globus-Markt, die Filiale Burglengenfeld (Kreis Schwandorf) werde fast verdoppelt.

Ältere machen Online-Banking

Etwa die Hälfte der rund 130 000 Kunden ist laut Georg Thurner bereits im Internet unterwegs. Den größten Zuwachs beim Online-Banking gebe es derzeit bei den über 60-Jährigen. Diese seien aktuellen Veränderungen wie der fortschreitenden Digitalisierung und Technisierung gegenüber im Übrigen meist sehr aufgeschlossen, berichtete der Vorstandschef.

Die Sparda-Bank Ostbayern beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter und betreibt 17 Filialen. Das Geschäftsgebiet reicht von Passau über Hof und Cham bis nach Landshut.

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Die Sparda-Bank in Regensburg

  • Wachstum

    Die Sparda-Bank in Regensburg konnte 2015 ein Wachstum bei Einlagen, Krediten und Mitgliedern verzeichnen. 32 042 Mitglieder zählt die Bank in Regensburg und Umgebung, im Vergleich zu 31 456 Mitglieder im Vorjahr.

  • Neutraubling

    Auch die relativ junge Filiale in Neutraubling wächst weiter. Hier stieg die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr von 5608 auf 5836.

  • Bilanzsumme

    Insgesamt verbuche die Sparda-Bank Ostbayern 2015 eine Bilanzsumme von 2,257 Milliarden Euro, ein Plus von 6,24 Prozent zum Vorjahr.

  • Gewinn

    Der Bilanzgewinn sank 1,13 Prozent auf 3,42 Millionen Euro. Die Einlagen wuchsen 2015 um 5,51 Prozent auf 128 Millionen Euro, die Kreditneuvergaben um 10,82 Prozent auf 223 Millionen Euro. Quelle: Sparda-Bank

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