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Die Luitpoldhütte in Amberg ist gerettet

Die Ogepar-Gruppe kauft das Traditionsunternehmen und sichert 360 Arbeitsplätze. Die IG Metall ist sehr zufrieden.
Von Christine Hochreiter und Josef Fichtner

Ab 2016 gehört die Luitpoldhütte Amberg zur Ogepar-Gruppe in Luxemburg.
Ab 2016 gehört die Luitpoldhütte Amberg zur Ogepar-Gruppe in Luxemburg. Foto: Berger/Luitpoldhütte

Amberg.Eine schöne Bescherung für die rund 360 Beschäftigten der Luitpoldhütte (LH) in Amberg. Wie Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl am Dienstag mitteilte, wurde das Oberpfälzer Traditionsunternehmen an einen strategischen Investor verkauft. Alle verbliebenen Arbeitsplätze sowie der Standort sollen erhalten bleiben.

Erwerber der Luitpoldhütte ist die Ogepar-Gruppe mit Sitz in Luxemburg. Der Konzern besitzt in verschiedenen europäischen Ländern Produktionsgesellschaften, darunter Motorenwerke und Gießereien. Nach Angaben des Insolvenzverwalters will Ogepar will den Standort in Amberg sogar ausbauen. Die Gruppe habe sich verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren 15 Millionen Euro in die Luitpoldhütte zu investieren – davon 3,2 Millionen schon im kommenden Jahr. Im Zuge der Sanierung musste das insolvente Unternehmen zum 1. Dezember 115 Mitarbeiter entlassen.

LH erhält langfristige Perspektive

„Die Ogepar-Gruppe ist der ideale Partner für die Luitpoldhütte“, so Ampferl, Partner der Kanzlei Dr. Beck & Partner, nach Unterzeichnung des Kaufvertrages. „Die Luitpoldhütte wird Teil eines hervorragend aufgestellten, finanzstarken und international tätigen Konzerns und erhält damit eine langfristige Perspektive.“

Bereits 2016 wird Ogepar den Angaben zufolge größere Gießereiaufträge, die bisher an anderen Standorten produziert werden, zur Sicherung der geplanten Mengen in die Luitpoldhütte verlagern. Ergänzend sei ein umfangreicher Know-how-Transfer in Vorbereitung, um die Luitpoldhütte wettbewerbsfähiger zu machen.

Der Betriebsübergang ist laut Ampferl für den 1. Januar 2016 geplant. Der Gläubigerausschuss habe dem Kaufvertrag bereits zugestimmt. Die Übernahme sei nicht zuletzt dadurch ermöglicht worden, dass Arbeitnehmer und IG Metall einem Ergänzungstarifvertrag zugestimmt haben. „Die Belegschaft hat damit einen beträchtlichen Anteil an der erfolgreichen Sanierung“, unterstrich Insolvenzverwalter Ampferl.

„Die Belegschaft hat damit einen beträchtlichen Anteil an der erfolgreichen Sanierung.“

Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl

Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Amberg, ist mit dem jetzt eingeschlagenen Weg bei der Luitpoldhütte sehr zufrieden. Vor allem sei es wichtig gewesen, dass der Schwebezustand nicht zu lange angedauert habe: „Es wurde in fast rekordverdächtiger Zeit ein neuer Eigentümer gefunden“, sagte Ott unserer Zeitung. Die IG Metall sei in die ganzen vorschalteten Verhandlungen des Insolvenzverwalters „immer integriert“ gewesen, sagte Ott weiter. „Es wurden auch, wie vereinbart, vorab mit Ogepar Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Luitpoldhütte geführt“, berichtete der Gewerkschafter. Er selbst sei seit zwei Monaten in Kontakt mit Ogepar und zwei weiteren ernsthaften Interessenten gewesen, „mit zweien davon hätten wir uns das vorstellen können“. Die Verhandlungen seien geprägt gewesen von großem „gegenseitigen Respekt.“

Klicken Sie hier, um den Artikel über die 115 Kündigungen bei der Luitpoldhütte zu lesen.

IG Metall lobt Regelungen für Arbeitnehmer

Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Amberg (hier bei einer Kundgebung), ist mit dem jetzt eingeschlagenen Weg bei der Luitpoldhütte sehr zufrieden. Foto: Schön/MZ-Archiv
Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Amberg (hier bei einer Kundgebung), ist mit dem jetzt eingeschlagenen Weg bei der Luitpoldhütte sehr zufrieden. Foto: Schön/MZ-Archiv

Die Übernahme durch Ogepar ist für Ott der richtige Weg: „Man hat sich gegenseitig angeschaut, und das ging sehr gut“, lobte er die Gespräche. Dass auch die Arbeitnehmer einen noch nicht näher bezifferten Beitrag zur Einigung leisten müssen, ist für Ott in diesem Kontext „in Ordnung“. Und: „Diesen Beitrag hätten die Arbeitgeber auch vor der Insolvenz geleistet, wenn sicher gewesen wäre, dass das dem Erhalt der Luitpoldhütte in Amberg dient.“ Ogepar habe zugesichert, hier bei der LH in einem definierten Zeitraum „beträchtliche Summen“ zu investieren. Zugesichert bzw. vereinbart sei auch, dass es in der Zeit, in der die verbliebenen 360 Arbeitnehmer ihren Beitrag zur Sanierung leisten, keine betriebsbedingten Kündigungen bei der Luitpoldhütte Amberg geben werde. Ebenfalls vereinbart ist laut Horst Ott: „Wenn es nach der Übernahme durch Ogepar zu Neueinstellungen bei der LH kommt, werden jene Arbeitnehmer, die jetzt gehen mussten, bevorzugt gefragt.“

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