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Die Welt aus Wald und Holz in Roding

50 000 Besucher werden bis Sonntag auf der Forstmesse erwartet. Zu sehen sind dort unter anderem gigantische Maschinen.
Von Rupert Schlecht, MZ

Die Messe am Standortübungsgelände ist die größte in Europa – wie groß sie ist, sieht man am besten aus der Luft.
Die Messe am Standortübungsgelände ist die größte in Europa – wie groß sie ist, sieht man am besten aus der Luft. Foto: Reinhard Schreiner

Roding.Meterlanger Kran, frei beweglicher Fällkopf, geschlossene Fahrerkabine, breite Pneus – groß wie Lkw-Reifen: Erscheint der Harvester im Vergleich zum Menschen auch noch so monströs, kennt er doch nur ein Ziel: möglichst viel Holz im Wald rasch fixieren, fällen, entasten und für den Abtransport aus dem Wald ablegen.

Gelegenheit, dem Harvester, der ein Holzvollernter ist, bei seiner High-Tech-Arbeit ausgiebig zuzusehen, bietet sich dieser Tage in Roding (Lkr. Cham). In der 12 000-Einwohner Stadt an der Regen Reib’n beginnt am Donnerstag die bis Sonntag dauernde 17. Tagung des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF). Ort ist im wesentlichen der Standortübungsplatz. Schilder, auch ringsum Roding, weisen die Besucher auf Parkplätze hin.

Das Wetter spielt mit

Die KWF-Tagung gilt als eine der größten Fachmessen für Holz und Forst weltweit. „Wir erwarten dazu 50 000 Besucher“, sagt KWF-Pressesprecher Peter Harbauer unserer Zeitung. Gleichzeitig haben sich 500 Aussteller aus 25 Ländern angekündigt, die meisten davon aus Europa. Harbauer sagt, in Sachen Logistik ist der Aufbau auf den Ausstellungsflächen in und um Roding problemlos gelaufen, auch dank der denn doch guten Witterung.

Bis ein, zwei Wochen vor dem Start der Veranstaltung hatte es Harbauer zufolge immer wieder Fragen danach gegeben, ob die Messe überhaupt stattfinden könne. Die Anrufer befürchteten schlechtes Wetter. Peter Harbauer kuriert ihre Bedenken. Seine Botschaft lautet: „Alles läuft wie geplant.“

Was – Wann – Wo

  • Ort

    Roding, Standortübungsplatz – Kargerstraße (Ecke Grundbachstraße), in der Zeit vom 9. bis 12. Juni

  • Öffnungszeiten

    KWF-Expo: jeweils 9 bis 18 Uhr; Fachexkursion: nur 9. bis 11. Juni – jeweils 9 bis 18 Uhr

  • Schwerpunkttage

    9. Juni: Beschäftigtentag; 10. Juni: Branchentag; 11. Juni: Unternehmertag; 12. Juni: Waldbauerntag und Tag für Familien

  • Eintritt

    Tageskarte KWF-Expo: 35 Euro; Mehrtageskarte KWF-Expo: 55 Euro; KWF-Mitglieder: freier Eintritt zur KWF-Expo; Zuschlag für Fachexkursion: 15 Euro; am Sonntag, 12. Juni, ist Familientag mit Sonderkonditionen für Familien.

  • KWF-Expo

    Weltgrößte Forst-Demo-Messe; Sonderschauen – Drohnen im Forst, Jagdeinrichtungen, Kompetenzzentrum Energieholz BioEnergy Wood, selber Holzmachen, Holzernte mit Pferden, Prüfung Seilwinden; Meisterschaften: Deutsche Meisterschaft der Forwarderführer (11. Juni), KWF-STIHL-Timbersports-Cup (12. Juni), Pferderücker-Meisterschaft (12. Juni) (ec)

Bei der Tagung werden Produkte für die Arbeit im Forst vorgestellt. Die Veranstalter sprechen von der „weltgrößte Forst-Demo-Messe“, unter anderem mit einer Sonderschau zu Drohnen im Forsteinsatz. Für Samstag, 11. Juni, können sich Besucher die publikumswirksame Deutsche Meisterschaft der Forwarderführer vormerken. Forwarder sind Fahrzeuge, die geerntetes Holz abtransportieren, etwa zu Waldwegen. Aber es geht nicht nur um Maschinen-Einsatz: Am Sonntag kommt bei der Deutschen Meisterschaft der Pferderücker Muskelkraft zur Geltung.

Eröffnet wird die Tagung am Mittwochabend, ab Donnerstag läuft das Programm. Dazu sind Vorträge anberaumt, etwa zu den Themen „Arbeitssicherung und Qualifizierung“, „Gemeinnutzen contra Holz-Nutzen?“ sowie „Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der deutschen Forstwirtschaft.“

„Inhaltlich zeichnet sich ab, dass die Messe viele Innovationen in der Forstwirtschaft vor Augen führt.“

Peter Harbauer

Peter Harbauer sagt: „Inhaltlich zeichnet sich ab, dass die Messe viele Innovationen in der Forstwirtschaft vor Augen führt.“ Das soll auch das breite Publikum, das eigentlich nichts mit Holz und Forst am Hut hat, mitbekommen. Insofern leitet sich daran auch ein Ziel der nächsten Tage in Roding ab: „Wir wollen zeigen, was Forstwirtschaft alles kann und wie nachhaltig sie wirkt.“

Wenn der Aha-Effekt eintritt

Harbauer freut sich speziell auf Sonntag. Der steht als Familientag im Programm, wozu die Eintrittspreise vergünstigt worden sind. „Den Ausstellern“, sagt Harbauer, „ist natürlich klar, dass sie am Sonntag nicht mehr viel verkaufen werden.“ Doch sie wissen auch, dass sich Laien die Chance bietet, Forstarbeit und die dazugehörigen Maschinen wie Harvester aus nächster Nähe betrachten zu können. So entsteht womöglich ein Aha-Effekt. Denn wer weiß schon, dass ein Harvester so arbeitet, dass die Umwelt trotz Vollernte (weitestgehend) nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Davon macht sich vor Ort vielleicht auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ein Bild. Der Landesvater besucht den Bayerischen Waldbauerntagung in Roding. Zur Tagung/Messe selbst hat sich Seehofer bereits vorab geäußert: „Forsttechnik und Holzlogistik, Holzenergie und Arbeitsschutz verlangen nach neuen Ideen – und in Roding sind sie zu sehen.“

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