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Fusion scheitert an Streit um Firmensitz

Die Raiffeisenbank im Naabtal und die Schwesterbank in Weiden gehen nun doch nicht wie geplant zusammen.
Von Reinhold Willfurth

Die Raiffeisenbank im Naabtal bleibt selbstständig. Die Fusion mit der Schwesterbank in Weiden ist geplatzt.
Die Raiffeisenbank im Naabtal bleibt selbstständig. Die Fusion mit der Schwesterbank in Weiden ist geplatzt.Foto: Archiv

Nabburg.Es sollte eine Fusion auf Augenhöhe sein: Anfang Dezember verkündeten die Vorstände der Raiffeisenbanken Naabtal und Weiden, künftig gemeinsame Wege gehen zu wollen. Die Bankenhochzeit platzte, bevor es so richtig ernst wurde: In der Frage um den künftigen Firmensitz wurden sich die Vorstände nicht einig. Die beiden Banken haben die Fusionsgespräche „einvernehmlich beendet“, teilte Bernhard Werner, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank im Naabtal, am Donnerstag mit.

Dabei war die Frage, wo die Zentrale der fusionierten Bank zu finden sein wird, in Vorgesprächen eigentlich schon geklärt gewesen. Weiden sollte den juristischen, Nabburg den wirtschaftlichen Sitz erhalten. Diese Konstellation sei aber den Mitgliedern der Nabburger Bank nicht zu vermitteln gewesen, erläuterte Werner im Gespräch mit der MZ. Der juristische Sitz gilt langfristig als eigentliche Zentrale einer Bank. Darauf hätten die Kollegen in Weiden, der weitaus größeren Stadt mit seiner Funktion als Oberzentrum und Hochschulstandort bestanden, so Werner.

Die eigentlichen Fusionsverhandlungen hätten erst nach der Pressekonferenz Anfang Dezember begonnen, sagte der Nabburger Bankvorstand.Obwohl man sich in den meisten Fragen einig gewesen sei, habe es man nicht geschafft, sich in der Frage des Firmensitzes einigen können. Dass Weiden künftig Standort des wichtigen juristischen Sitzes geworden wäre, habe man den eigenen Mitgliedern nicht zumuten können. „Die Mitglieder müssen sich ja auch in der neuen Bank wiederfinden“, so Werner.

Mit einer Bilanzsumme von rund 1,5 Milliarden Euro wäre durch die Fusion die zweitgrößte Volks- oder Raiffeisenbank der Oberpfalz und eine der größten ihrer Art in Bayern entstanden. Darauf hatten die vier Vorstände aus Weiden und Nabburg, neben Bernhard Werner Christian Seidl (Nabburg) sowie Hermann Ott und Bernhard Wolf seit Sommer letzten Jahres hingearbeitet.

Der Zeitplan für das weitere Vorgehen stand fest: Im Mai sollten die beiden Vertreterversammlungen die Bankenhochzeit offiziell absegnen. Bernard Werner erwartete noch im Dezember eine „breite Zustimmung“ seiner Mitglieder.

Für die Fusion sprachen aus Sicht der Banker vier Hauptgründe: Zum einen bereitet den Banken das anhaltende Zinstief Probleme. Zum zweiten kämpfen die Geldinstitute, vor allem die kleineren, mit der Regulierungswut der (EU-)Behörden. Dazu gesellen sich Herausforderungen durch Bevölkerungsrückgang und alternde Gesellschaft in der Region und die Digitalisierung der Bankdienstleistungen. „Kleine Banken haben große Kosten“, so Werners Fazit.

Jetzt setzt der Nabburger auf die eigenen Stärken und die Weiterentwicklung seines „gut aufgestellten“ Hauses. Fusionsgedanken mit anderen Instituten habe man derzeit nicht. Wenn sich aber eine „strategische Option“ auf einen weitere Bankenhochzeit zeige, werde man diese genau prüfen.

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