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Grammer bündelt Kräfte in neuer Zentrale

Der Autozulieferer führt in Ursensollen bis zu 700 Mitarbeiter aus Forschung und Verwaltung zusammen. Umzug könnte 2019 sein.
Von Marianne Sperb und Christina Röttenbacher, MZ

Die Zentrale der Grammer AG in Amberg: Der Konzern plant eine neue repräsentative Adresse für Mitarbeiter aus Forschung, Entwicklung und Verwaltung in Ursensollen. Foto: dpa
Die Zentrale der Grammer AG in Amberg: Der Konzern plant eine neue repräsentative Adresse für Mitarbeiter aus Forschung, Entwicklung und Verwaltung in Ursensollen. Foto: dpa

Amberg.Der Hauptsitz der Grammer AG sowie das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum werden künftig in der Gemeinde Ursensollen im Landkreis Amberg-Sulzbach angesiedelt sein. Mit der Zusammenführung von Entwicklungsaktivitäten und Konzernzentrale in einem Komplex schafft der weltweit agierende Autozulieferer „ideale räumliche Voraussetzungen für eine optimale Zusammenarbeit“, so Unternehmenssprecher Ralf Hoppe am Donnerstag zu unserer Zeitung. „Wir wollen Synergien nutzen, die Kommunikation vereinfachen und die Effizienz der Prozesse steigern.“

Hintergrund des Projekts: Bisher sind mehrere Hundert Mitarbeiter aus Forschung und Verwaltung auf drei Standorte in und um Amberg verteilt. Künftig will die AG diese Kräfte bündeln; 500 bis 700 Mitarbeiter, die auch bisher schon bei Grammer beschäftigt sind, sollen künftig in Ursensollen tätig sein. Es entsteht eine repräsentative neue Konzernzentrale, so Ralf Hoppe. Angaben zum finanziellen Volumen des Millionen-Projekts wollte er zum aktuellen Zeitpunkt nicht machen. „Wir haben jetzt erst mal die Standortentscheidung getroffen.“

Sechs Kommunen legten ihre Konzepte vor

Sechs Kommunen hatte Grammer um ein Standortkonzept gebeten, Ursensollen schnitt als bester Kandidat ab. Nach einem umfassenden Auswahlprozess entschied sich die AG für die Gemeinde im Landkreis Amberg-Sulzbach. Kern aller Konzepte: eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsumfelds für die Mitarbeiter. Die neue Zentrale in Ursensollen biete „eine optimale Kombination aus Zentrumsnähe, hervorragender Infrastruktur sowie flexiblen Bebauungs- und Erweiterungsmöglichkeiten“, so Ralf Hoppe.

Er betonte, die Entscheidung für Ursensollen sei ein klares Bekenntnis zu den Unternehmenswurzeln in der Region Amberg, aber auch grundsätzlich zum Standort Deutschland. Sie bilde eine Grundlage für den weiteren Ausbau der weltweiten Präsenz und der Innovationsführerschaft des Konzerns.

Mehr als 12 000 Mitarbeiter

  • Die Grammer AG Amberg:

    Der Konzern ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Nutzfahrzeuge. Im Segment Automotive liefert Grammer Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen an namhafte Pkw-Hersteller im Premiumbereich und an Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Das Segment Seating Systems umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze sowie Bahn- und Bussitze.

  • Die Mitarbeiter:

    Mit über 12 000 Mitarbeitern in 32 Gesellschaften ist Grammer in 20 Ländern weltweit tätig. Die Grammer Aktie ist im SDAX vertreten und wird an den Börsen München und Frankfurt, über das elektronische Handelssystem Xetra sowie im Freiverkehr der Börsen Stuttgart, Berlin und Hamburg gehandelt.

Ob Grammer selbst investieren wird oder das Projekt in Kooperation mit einem Investor realisiert und nach Fertigstellung mietet, ist noch offen. Als Baubeginn peilt die AG das Jahr 2017 an, der Einzug sei für 2019 geplant, so der Unternehmenssprecher. Nach der aktuellen Standortentscheidung würden jetzt Details besprochen und die Konzept feingetunt. Hoppe: „Wir sind da sehr flexibel.“

Franz Mädler, Bürgermeister von Ursensollen, reagierte am Donnerstag hocherfreut auf die Entscheidung, die für die Gemeinde Hunderte neuer Arbeitsplätze bedeutet. „So etwas erlebt man als Bürgermeister nur ein mal.“

Grammer verbucht fünften Rekord in Folge: hier

Im Dezember 2015 hatte sich Ursensollen neben weiteren Landkreis-Kommunen als Standort für die neue Konzernzentrale beworben. Am Donnerstag gegen 10 Uhr kam der entscheidende Anruf von der AG. Dass Ursensollen das Rennen machte, „ist nicht das Verdienst des Bürgermeisters“, so Mädler zu unserer Zeitung, „sondern das Verdienst der Verwaltung und des Gemeinderats, die mit ihren Entscheidungen den Boden für die Ansiedlung des Weltkonzerns in Ursensollen bereitet haben“.

Nähere Angaben, warum die Wahl auf Ursensollen fiel, machte der Bürgermeister nicht. „Wir haben mit unserer Bewerbung lediglich Ideen und Vorschläge eingebracht. Ich weiß aber nicht, was ausschlaggebend für die Entscheidung, sich bei uns anzusiedeln war.“

Die neue Konzernzentrale soll im Gewerbepark A-6 entstehen und relativ schnell, bis 2018/2019, realisiert sein. „Die Grammer-Ansiedlung in Ursensollen ist der Höhepunkt unserer Anstrengungen, die Gemeinde attraktiv zu machen – selbst für Weltkonzerne wie die Grammer-AG“, so Mädler am Donnerstag. „Das ist schon was ganz Besonderes.“

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