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Regensburg als Zentrum für Gesundheit

Die Region um Regensburg hat enorme Potenziale in der Gesundheitswirtschaft. Das soll ein neuer Schwerpunkt werden.
Von Bernhard Fleischmann, MZ

Direkt neben den bestehenden Biopark-Gebäuden könnte ein „Innovationszentrum Healthcare“ entstehen.
Direkt neben den bestehenden Biopark-Gebäuden könnte ein „Innovationszentrum Healthcare“ entstehen. Foto: MZ-Archiv/Pieknik

Regensburg.Die Stadt Regensburg will die Gesundheitswirtschaft zu einem zusätzlichen Schwerpunkt machen. Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden. Das hat eine Studie ergeben, die die Stadt bei dem Beratungsunternehmen CapGemini in Auftrag gegeben hat. Damit definiert die Stadtführung unter Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) zwei zusätzliche ökonomische Kerne, die entwickelt werden sollen: neben der Gesundheitswirtschaft ist das die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Mit dem Biopark verfügt Regensburg bereits über ein Cluster mit 61 Firmen, das eine der Grundlagen für die weitere Entwicklung der Gesundheitswirtschaft bilden kann. Medizintechnik und Diagnostik zum Beispiel sind hier schon vertreten. BioPark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal erklärte am Freitag bei der Vorstellung der Standortanalyse, diese solle es ermöglichen, Ziele für die weitere Entwicklung zu identifizieren.

Biopark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal
Biopark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal Foto: Bippark

Ein neues Gebäude beim Biopark

Dr. Oliver Müller von CapGemini präsentierte die Studie im Detail. Die entscheidenden Erkenntnisse vorab: Die Region hat das Potenzial, ein gewichtiges Zentrum für Gesundheitswirtschaft zu werden. Um das zu erreichen, hat CapGemini eine Vielzahl von Vorschlägen erarbeitet. Dazu zählt, auf dem Gelände bei der Universität neben die drei bestehenden Biopark-Gebäude ein viertes zu errichten, als Inkubator für die Gesundheitswirtschaft. Als neutraler Koordinator solle die Stadt fungieren, die so etwas erwiesenermaßen könne, wie das Beispiel Biopark zeige.

Der Masterplan entsteht schon

Ganz oben stehen „Alternde Gesellschaft“, „Zelltherapie“, die „Verknüpfung von Medizintechnik, IT und E-Health“ sowie die Onkologie.

Die Schwerpunkte

An dem empfohlenen Masterplan, der insbesondere die Ziele genau definieren soll, wird schon geschrieben, verriet Diefenthal. Bald wird es darum gehen, dass möglichst viele potenziell Beteiligte – Firmen, Institutionen, Krankenhäuser – Farbe bekennen, ob und wie sie sich beteiligen.

Als Schwerpunktthemen mit dem höchsten Potenzial haben die Berater vier Bereiche identifiziert. Ganz oben stehen „Alternde Gesellschaft“, „Zelltherapie“, die „Verknüpfung von Medizintechnik, IT und E-Health“ sowie die Onkologie.

Grundlage der angestrebten Entwicklung sind bereits vorhandene Stärken. Dazu zählen unter anderem die Kliniken. Die Uniklinik nannte Müller ebenso als Leuchtturm wie das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder mit ihrer hoch entwickelten Geriatrie. Die Forschung wird als gut entwickelt eingeschätzt. Ein Pfund, über das nur ganz wenige Standorte in Deutschland verfügen, ist der Studie zufolge die räumliche Nähe entscheidender Einrichtungen: Biopark, Universität, OTH, TechBase, Uniklinik – das alles liegt praktisch direkt nebeneinander auf einem Campus. Als Leuchttürme benannte die Studie die Immuntherapie, Tumorforschung, Transplantationsmedizin, Zentrum für Altersmedizin, neurologische Reha, Orthopädie und Reha.

Die digitale Komponente

Mit Blick auf die Digitalisierung stellte Müller fest, diese sei generell im Gesundheitssektor noch stark ausbaufähig. In Regensburg könnte man versuchen, von den vielen vorhandenen IT-Firmen einige für diesen Bereich zu gewinnen – denn in der Gesundheit tummelten sich nur ganz wenige.

Zu verbessern gibt es auch diverses: Geringe Abstimmung von Initiativen, zu wenig Kooperation, mangelnder Transfer von Grundlagen in die Anwendung, zu wenig Standortmarketing, ein fehlendes Alleinstellungsmerkmal, zu geringe Einbindung von Akteuren außerhalb Regensburgs.

Als Bremsfaktor nennt die Studie unter anderem den Fachkräftemangel. Gerade Pflegepersonal sei heute schon knapp, der Bedarf der Krankenhäuser sei kaum zu decken. Deshalb solle über eine eigene Pflegeschule nachgedacht werden.

Weitere Wirtschaftsthemen aus der Region

Bedeutende Branche

  • Der Umsatz

    Der Gesundheitssektor ist mittlerweile der größte Wirtschaftszweig in Deutschland. Der wächst im Schnitt um 3,5 Prozent pro Jahr. Der Umsatz lag Schätzungen zufolge 2014 bei fast 280 Milliarden Euro.

  • Die Bedeutung

    Mit rund 12 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist der Gesundheitssektor damit deutlich gewichtiger als die Automobilindustrie. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft liegt bei 6,2 Millionen – das ist nahezu jeder siebte Erwerbstätige.

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