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Strom in der Wüste dank Further Spiegel

Großauftrag für Flabeg Solar: Die Further liefern Parabolspiegel nach Marokko – für das weltgrößte solarthermische Kraftwerk.
Von Wolfgang Baumgartner

Blick auf das Solarkraftwerk „Noor 1“ in der marokkanischen Wüste bei Quarzazate. Die 537 000 Parabolspiegel für die Anlage lieferte die Firma Flabeg Solar aus Furth.
Blick auf das Solarkraftwerk „Noor 1“ in der marokkanischen Wüste bei Quarzazate. Die 537 000 Parabolspiegel für die Anlage lieferte die Firma Flabeg Solar aus Furth. Foto: Kfw-Bildarchiv/Jens Steingässer

Furth im Wald.Fast genau zwei Jahre nachdem die Flabeg-Mitarbeiter im Dezember 2013 wieder mit der Produktion von Solarspiegeln begonnen haben, nahmen die Spiegel made in Furth im Wald nun im größten solarthermischen Kraftwerk der Welt, in Marokko, den Betrieb auf. Exakt 537 000 Parabolspiegel wurden von dem Further Unternehmen nach Quarzazate im Süden Marokkos für die Anlage „Noor 1“ geliefert.

Eine gigantische, aber einfach notwendige Menge, damit das Kraftwerk mit einer Leistung von 160 Megawatt vor wenigen Tagen ans Netz gehen konnte. „Es ist ein Teil eines Rekordprojektes, denn die vier geplanten Solarkraftwerke und das Photovoltaik-Feld in Quarzazate sollen zusammen rund 580 Megawatt Strom erzeugen und so etwa 1,2 Millionen Menschen mit sauberer Energie versorgen“, erzählt Manfred Bauer, Werkleiter bei der Further Flabeg-Solar.

Großauftrag nach dem Re-Start

Mehr als zwei Jahre wurde an dem ersten der vier Kraftwerke gebaut. Für Flabeg Solar war es der erste Großauftrag nach der Übernahme des Unternehmens durch „Sun&Life“, eine Tochterfirma der ACWA-Holding aus Saudi Arabien. Zuvor war die Produktion von Solarspiegeln mangels Nachfrage auf Eis gelegt worden.

Im Dezember 2013 lief der erste Parabolspiegel für die Anlage im marokkanischen Quarzazate vom Band des Further Solarspiegel-Experten Flabeg.
Im Dezember 2013 lief der erste Parabolspiegel für die Anlage im marokkanischen Quarzazate vom Band des Further Solarspiegel-Experten Flabeg. Foto: wb

Die ACWA-Tochter holte den Großauftrag an Land und im Dezember 2013 lief der erste Solarspiegel nach dem Re-Start vom Band. Inzwischen hat die Firma Flabeg auch den Auftrag für ein weiteres Solarkraftwerk in Quarzazate, „Noor 3“, erhalten.

2,2 Milliarden Investition

Manfred Bauer, Werkleiter von Flabeg-Solar, freut sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den marokkanischen Investoren.
Manfred Bauer, Werkleiter von Flabeg-Solar, freut sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den marokkanischen Investoren. Foto: wb

Insgesamt werden an dem Standort im Süden von Marokko von der ACWA-Holding etwa 2,2 Milliarden Euro in erneuerbare Energie investiert. Neben den solarthermischen Kraftwerken ist auch eine riesige Photovoltaik-Anlage geplant. Doch bei diesem Projekt ist Flabeg Solar außen vor. „Das ist nicht unsere Branche“, fügt Manfred Bauer hinzu. Allerdings wird Flabeg-Solar bei der Auftragsvergabe für Noor 5 wieder den Hut in den Ring werfen, und versuchen, auch diesen Auftrag an Land zu ziehen.

Mit „Noor 1“ – arabisch „Licht“ – können seit der Inbetriebnahme rund 350 000 Menschen mit Strom versorgt werden. Nach Fertigstellung der gesamten Anlage mit vier Kraftwerken und der Photovoltaik-Anlage können dann in Quarzazate gegenüber der konventionellen Stromerzeugung jährlich mindestens 800 000 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden werden.

Flabeg und Solartechnik

  • Weltmarktführer

    Die Further „Glashütte“ gehört zu den Weltmarktführern bei der Herstellung von Parabolspiegel.

  • Erfahrung

    Das Unternehmen kann auf über 30-jährige Erfahrung zurückgreifen.

  • Sonnenspiegel

    Bereits 1978 wurde mit der Forschung und Entwicklung der Sonnenspiegel bei der Flabeg begonnen.

  • Sonnenkraftwerk

    1983 ging das erste Sonnenkraftwerk mit Flabeg-Spiegeln in Kalifornien in Betrieb.

  • Flaute

    In den 90er Jahren verlor die Sonnenenergie an Bedeutung, was zu einer Flaute in der Solartechnik führte.

  • Übernahme

    Nach der Übernahme der Firma durch die ACWA-Holding nützt das Unternehmen das Know-how der Further Flabeg erfolgreich. (wb)

Vor dem Hintergrund der Bedeutung des Mammut-Projekts wurde „Noor 1“ von König Mohammed VI von Marokko in Betrieb genommen. Die Marokkaner sind laut dem Further Flabeg-Chef Manfred Bauer stolz auf ihre Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz. Laut der ACWA-Holding hat sich die marokkanische Regierung vorgenommen, dass bis zum Jahr 2020 rund 42 Prozent der Stromerzeugung auf erneuerbaren Energien basiert.

Sonnenstrom auch bei Nacht

Der Wüstenstaat setzt vor allem auf Wind- und Solarstrom. Bei „Noor“ vertrauen die Investoren auf die erprobte Technik des Solarspiegel-Experten aus Furth im Wald. Die beweglichen Spiegel fangen das Sonnenlicht jederzeit optimal ein und lenken es auf einen bestimmten Punkt, an dem flüssiges Salz in einem Speicher auf rund 400 Grad erhitzt wird.

Der dabei entstehende Dampf treibt eine Turbine an, die den Strom erzeugt. Vorteil der Methode ist laut Manfred Bauer, dass die Energie dadurch gespeichert werden könne. Dies ermöglicht eine bedarfsorientierte Stromproduktion auch nach Sonnenuntergang.

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