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Vaillant brachte den Aufschwung

Vor 50 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Unternehmens in Roding. Heute wird sie von der HKR fortgeführt.
Von Peter Nicklas

Dieses Luftbild des Werkes stammt aus dem Jahre 1995, damals noch als Vaillant. Rechts unten ist die ehemalige E-ON-Zentrale im Bau.
Dieses Luftbild des Werkes stammt aus dem Jahre 1995, damals noch als Vaillant. Rechts unten ist die ehemalige E-ON-Zentrale im Bau. Foto: Vaillant

Roding.Mitte der 1960er Jahre war der frühere Altlandkreis Roding gekennzeichnet von hoher Arbeitslosigkeit und vielen, vor allem jungen Menschen, die Arbeit suchten. Ein großer Teil von ihnen wanderte ab in die damals prosperierenden Zentren, die sichere Verdienstmöglichkeiten und beispielsweise ein Leben in einem größeren Wohlstand verhießen. Das Ruhrgebiet zum Beispiel lockte ebenso wie etwa Ludwigshafen mit seiner chemischen Industrie.

Um Firmen geworben

Der damalige Landrat Franz Sackmann wollte einen anderen Weg gehen und hatte sich zum Ziel gesetzt, Firmen zur Ansiedlung im Grenzland zu bewegen. Den Anfang machte Steinbock mit seiner Produktion von Gabelstaplern, und dann kam Vaillant, der Produzent von Heiz- und Klimatechnik. Die Remscheider Firma sah sich einer stark wachsenden Nachfrage nach Heizgeräten gegenüber und war gezwungen, ihre Produktionskapazitäten auszuweiten.

Ein Bild aus der Montage im Jahr 1970
Ein Bild aus der Montage im Jahr 1970 Foto: Vaillant

Da kam die Möglichkeit, sich in Roding im Bayerischen Wald neu anzusiedeln, gerade recht. Hier winkte Grenzlandhilfe und gab es Arbeitskräfte, die bereit waren, sich voll und ganz für den Betrieb einzusetzen. 1965 wurde das neue Werk gebaut und anschließend immer wieder erweitert. Eine Innovation war damals das moderne Arbeitszeitmodell in zwei Schichten, das auch den Nebenerwerbslandwirten entgegenkam. Nach kurzer Zeit wurde bereits auf drei Schichten ausgeweitet.

Von Anfang an wurde Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. Altlehrlinge wurden ebenso eingestellt wie junge Schulabgänger, neue Berufsfelder erschlossen sich den Lehrlingen wie Werkzeugmacher und Zerspanungsmechaniker, wo es früher ausschließlich Handwerksberufe gegeben hatte. Dass die jungen Leute aus dem Betrieb bei den Prüfungen mit hervorragenden Leistungen aufwarten konnten, trug ein übriges zum guten Ruf der Firma bei.

Nährboden für Nachfolgefirmen

Kaum zu glauben, aber hier war am Anfang die Lehrwerkstatt untergebracht.
Kaum zu glauben, aber hier war am Anfang die Lehrwerkstatt untergebracht. Foto: Vaillant

So kam es auch, dass aus den Lehrlingen Firmengründer hervorgingen, die heute selber an der Spitze von Konzernen stehen, als Beispiel seien nur der gelernte Werkzeugmacher Josef Mühlbauer genannt oder auch Hans Stangl, es gibt noch viele andere. Vaillant war für Roding so etwas wie ein Gewächshaus für spätere junge Unternehmer.

Bis 1970 wuchs die Zahl der Mitarbeiter von ursprünglich 50 auf über 500. Die anhaltend gute Nachfrage und auch die Qualität der aus Roding angelieferten Produkte bewog den Konzern, auch weiterhin auf Wachstum und Expansion zu setzen. Das Werk wurde um eine Aluminium-Druckgießerei, Montagehallen und Verwaltungsgebäude erweitert.

Das Unternehmen

  • HKR

    Die HKR GmbH & Co. KG, ein selbstständiges Tochterunternehmen des internationalen Heiz-, Klima- und Lüftungstechnikspezialisten Vaillant Group, feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Der Qualitätshersteller für Dreh-, Fräs- und Schmiedeteile aus Messing, Stahl und Aluminium produziert mit rund 190 Mitarbeitern neben Komponenten für die Fertigung von Heizgeräten auch Spezialbauteile in den Bereichen Automobil, Hydraulik und Elektronik.

  • Partner und Kunden

    Zu den Partnern und Kunden der HKR zählen Unternehmen aus zahlreichen Branchen und international bekannte Marken wie Siemens, Continental oder Honeywell.

  • Angebot

    Gegründet als ein spezialisiertes Werk im Produktionsnetzwerk von Vaillant, bietet die HKR heute als mittelständisches Unternehmen branchenübergreifend Produkte und Services im Markt an. Hierzu zählen unter anderem Engineering-Dienstleistungen wie Bauteil- und Prozessoptimierung sowie Machbarkeitsstudien und Industrialisierungsunterstützung.

  • Tochterunternehmen

    Die HKR ist heute als selbstständiges Tochterunternehmen einer von vier Produktionsstandorten der Vaillant Group in Deutschland. Weltweit unterhält die Vaillant Group elf Fertigungs- und Entwicklungsstandorte, verteilt auf fünf europäische Länder, die Türkei und China. Die Herstellung von Produkten, Modulen und Komponenten erfolgt unternehmensweit an allen Standorten auf Grundlage einheitlicher Standards und Prozesse.

Ab den 1980er Jahren begann auch die Auftragsfertigung im Bereich der Gießerei und des Werkzeugbaus für Kunden außerhalb der Vaillant Group zu boomen. Bereits zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung wurde die nächste Kapazitätserweiterung erforderlich. 1992 erfolgte der Bau eines neuen Gießereigebäudes.

„Qualität und Präzision“

Ein weiterer Meilenstein am Standort war die Gründung eines Joint Ventures für die Fertigung von Common-Rail-Dieselsystemen gemeinsam mit der Firma Siemens VDO Automotive im Jahr 2000. Sechs Jahre später erfolgt die Aufgliederung des Werks in die Firmen Heiztechnik Komponenten GmbH & Co. KG und Präzisionsdruckguss Roding GmbH & Co. KG – beides 100-prozentige Tochtergesellschaften der Vaillant Group.

Im Jahr 2009 entstand aus der Heiztechnik Komponenten GmbH & Co. KG die HKR GmbH & Co. KG. In die PDR Roding stieg als Investor die „Schweizer Group“ mit ein und verhalf zu einem Neustart.

„Mit Qualität und Präzision haben wir am Standort Roding Geschichte geschrieben“, heißt es in der Einladung. Die Gäste erwartet eine abwechslungsreiche Veranstaltung.

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