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Volksbank Regensburg lebt gut allein

Das Genossenschaftsinstitut profitiert von der positiven Entwicklung in der Region. An den Filialen will es festhalten.
Von Christine Hochreiter, MZ

Sie stehen für die Volksbank Regensburg mit rund 100 Mitarbeitern: Wolfgang Völkl (li.) und Andreas Mann
Sie stehen für die Volksbank Regensburg mit rund 100 Mitarbeitern: Wolfgang Völkl (li.) und Andreas Mann Foto: Tino Lex

Regensburg.Die Botschaft des Bankers überrascht nicht: „Was uns Sorge macht, ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank“, sagt Wolfgang Völkl. Er ist seit Anfang des Jahres Vorstandssprecher der Volksbank Regensburg. Am Mittwoch zog das Genossenschaftsinstitut Bilanz für das vergangene Jahr. Die Bilanzsumme sank um 1,7  Prozent von 739 Millionen im Vorjahr auf 726 Millionen Euro. Für den Vorstand ist das kein Grund zur Beunruhigung, zumal ein Kunde eine größere Summe für ein Investitionsvorhaben abgezogen habe. Ansonsten wäre die Bilanzsumme leicht gewachsen. Die Kundeneinlagen erniedrigten sich – mit beeinflusst durch die Niedrig- beziehungsweise Nullzins-Situation – um 3,3 Prozent von 596 Millionen auf 577 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft entwickelte sich nach oben. Das Nettokreditvolumen stieg um 3,6 Prozent auf gut 535 Millionen Euro.

Die Volksbank Regensburg konnte laut Völkl auch 2015 an der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Region partizipieren. Traditionell ist das Geschäft des Geldhauses gewerblich geprägt. Das Institut engagiert sich stark im Immobilien- und Bauträgersektor. Dem Vorstandssprecher zufolge hält der Bauboom in Stadt und Landkreis Regensburg an. Auch mit dem Ertrag sei man sehr zufrieden. Hier liege man über dem Durchschnitt der bayerischen Genossenschaftsbanken. Völkl geht davon aus, dass das mittelfristig auch so bleiben wird.

Eine Mini-Filiale geschlossen

Wie andere Banken auch fokussiert sich die Volksbank stärker auf das Thema Beratung. Laut Völkl wurde im vergangenen Jahr ein „Generationenberater“ für Privat- und Firmenkunden installiert, zumal Vorsorge für das Alter oder die Unternehmensnachfolge für die Kunden eine immer größere Bedeutung hätten. Das Wachstum der Einlagen habe unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht oberste Priorität, so der Vorstandssprecher.

Die Genossenschaftsbank unterhält in der Region Regensburg sowie in Kelheim insgesamt sieben Filialen. An dieser Zahl soll nach Angaben des Vorstands auch künftig festgehalten werden. Lediglich eine kleine Stelle mit einer Ein-Mann-Besetzung im Regensburger Köwe-Center sei zum Jahresende geschlossen worden, sagte Vorstandsmitglied Andreas Mann. Auch ein Zusammenschluss mit einem anderen genossenschaftlichen Kreditinstitut sei derzeit kein Thema, so Völkl. Zu dem Thema würden keine Gespräche geführt. In der Vergangenheit war immer wieder einmal über eine Fusion mit der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach spekuliert worden. In der prosperierenden Region um die Oberpfalz-Metropole ist der Kuchen aber für beiden Banken offensichtlich groß genug für zwei Institute.

Unter dem Druck der EZB

Die große Stärke sei die Verwurzelung in der Region, so Völkl. Das Kreditinstitut engagiert sich daher auch in und für die Region – unter anderem im Rahmen der Internationalen Kurzfilmwoche oder des Zeltfestivals in Lappersdorf bei Regensburg. Die Volksbank beschäftigt rund 100 Mitarbeiter in Vollzeit und bildet acht junge Menschen aus. Der Mitarbeiterstand ist zuletzt nahezu unverändert geblieben.

Negativzinsen sind bei der Genossenschaftsbank bislang noch kein Thema, betonte der Vorstandssprecher. Fakt sei allerdings, die EZB setze die Banken extrem unter Druck.

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