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Wackersdorf wird endgültig IT-Standort

Vor einem Jahr hat sich die Krones-Tochter Syskron auf dem ehemaligen Redipro-Gelände angesiedelt. Und schon wird erweitert.
Von Hubert Heinzl

 Syskron bietet komplette Intralogistik-Lösungen an. Unser Bild zeigt ein Hochregallager im britischen Wakefield.
Syskron bietet komplette Intralogistik-Lösungen an. Unser Bild zeigt ein Hochregallager im britischen Wakefield. Foto: Krones AG

Wackersdorf.Die Gemeinde Wackersdorf ist mit ihrem Branchen-Mix auf einem guten Weg. Am Mittwoch befasst sich der Gemeinderat mit einem Ausbauvorhaben, das die Freizeit- und Industriegemeinde nun auch verstärkt zum IT-Standort machen wird. Nach nur etwas über einem Jahr will die Krones-Tochter Syskron, die IT-Lösungen für Hochregale und Lagerlogistik entwickelt, ihre Aktivitäten ausweiten. Auf dem Gelände der in Konkurs gegangenen Redipro sollen in einer Werkshalle nun zusätzliche Büroarbeitsplätze entstehen. „Im Oktober oder November nächsten Jahres ist die Inbetriebnahme geplant“, sagt Krones-Sprecherin Danuta Kessler-Zieroth.

„Nicht jeder hat SAP im Haus“

Vor etwas über einem Jahr hatte die Krones AG, der Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen, das verwaiste Werksgelände übernommen, um hier die Syskron GmbH anzusiedeln – einen von zwei Ablegern, in denen Krones seine Intralogistik-Aktivitäten bündelt. Denn wer bei dem Neutraublinger Unternehmen eine komplette Fabrik ordert, will oft gleich auch die Logistik-Lösungen dazu. Während die Triacos Consulting & Engineering GmbH in Altenstadt bei Weiden an SAP-basierten Anwendungen bastelt, werden bei Syskron in Wackersdorf individuelle Programme für Hochregale und Lagerlogistik entworfen. „Es ist einfach so: Nicht jeder unserer Kunden hat SAP im Haus“, nennt Kessler-Zieroth als Erklärung für die Aufgabenteilung.

Die Geschäfte in Wackersdorf laufen gut. Angefangen hat Syskron im ehemaligen Redipro-Bürogebäude mit 20 Mitarbeitern – vor allem Software-Ingenieuren, aber auch Prozessmanagern und Einkäufern. Bis zum Jahresende soll das Spezialisten-Team auf 45 wachsen, sagt die Krones-Sprecherin, und mittelfristig erwartet man über 100 Mitarbeiter. Dafür aber reichen die bestehenden Büros nicht aus; die Softwareschmiede muss in eine 1700 Quadratmeter große Werkshalle expandieren.

Um Peanuts geht es nicht

Wieviel die Krones-Tochter am Standort Wackersdorf zusätzlich investiert, will Kessler-Zieroth nicht verraten – um Peanuts geht es jedenfalls nicht. Denn in die rund sechs Meter hohe Halle muss eine Zwischendecke eingezogen werden, um auf zwei Etagen Büros mit sinnvollen Abmessungen errichten zu können. Weitere Umbaumaßnahmen macht der Brandschutz erforderlich. „Im Prinzip geht es um einen Innenausbau“, sagt Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter. Wenn der Gemeinderat für den Krones-Bauantrag am Mittwochabend grünes Licht gibt, und davon ist auszugehen, können die Arbeiten sofort beginnen.

Für den Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter ist das Vorhaben der Syskron GmbH eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. „Ich begrüße die Ausbaupläne außerordentlich“, so Falter, „denn das tut dem Branchenmix in Wackersdorf natürlich sehr gut“, sagt er. Einen Weltmarktführer wie Krones in der Gemeinde zu halten, sei „äußerst wichtig“. Und schließlich entstünden am Standort weitere hoch qualifizierte Arbeitsplätze – unabhängig vom industriellen Kern um BMW und seine Zulieferer.

Wie Syskron seine Fachkräfte rekrutiert, bleibt das wohlgehütete Geheimnis der Personaler. Vor allem IT-Entwickler werden gebraucht, und die sind in der ganzen Branche eigentlich heiß begehrt. Doch laut Kessler-Zieroth akquiriert das Unternehmen seine Software- und Logistik-Spezialisten bisher vor allem in der Oberpfalz. „Hier ist das IT-Valley“, sagte die Krones-Sprecherin und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit den Staatlichen EDV-Schulen in Wiesau und den OTH in Amberg, Regensburg und Weiden. Und ein bisschen hat es wohl auch damit zu tun, dass der Name Krones in der Region einen guten Klang hat. „Wir gelten als solides Unternehmen, da kommen die Leute gerne her“, formuliert es Kessler-Zieroth.

Weiteres Wachstum in Wackersdorf will die Pressesprecherin gar nicht einmal ausschließen, aber das hängt nach ihren Worten auch vom externen Auftragseingang ab. Denn die Syskron tüftelt nicht nur an Lösungen für das Mutterhaus, sondern auch für andere Kunden. Platz genug wäre auf dem 13 000 Quadratmeter großen ehemaligen Redipro-Gelände. „Da gibt es durchaus noch potenzielle Erweiterungsflächen“, bestätigt Bürgermeister Thomas Falter.

Syskron GmbH

  • Kompetenz:

    Die Krones-Tochter Syskron entwickelt Intralogistik-Lösungen für das Mutterunternehmen, aber auch externe Kunden. Die Bandbreite reicht nach Firmenangaben von der Entwicklung von Logistik-Softwarelösungen über sogenannte Intralogistik-Systeme (Hochregallager in allen Stufen der Automatisierung, aber auch Kommissioniersysteme) bis hin zur kompletten Logistik-Planung.

  • Ansiedlung:

    Im Herbst 2014 erwarb die Krones-Gruppe Werksgebäude und -gelände der in Konkurs gegangenen Redipro im Innovationspark Wackersdorf. Auf dem insgesamt rund 13 000 Quadratmeter großen Areal nahmen zunächst 20 Mitarbeiter die Arbeit auf – im ursprünglichen Redipro-Bürogebäude. Jetzt plant die Syskron GmbH, die benachbarte Werkshalle für eine Büro-Nutzung umzubauen.

  • Mitarbeiter:

    Bis Jahresende soll der ursprüngliche Mitarbeiterstamm auf 45 anwachsen, mittelfristig die Zahl der Beschäftigten auf über 100 anwachsen. Bei Syskron sind in erster Linie Software-Entwickler tätig, aber auch Prozessmanager und Einkäufer. Das Personal rekrutiert der Krones-Ableger bisher vor allem in der Oberpfalz mit der Staatlichen EDV-Schule Wiesau und den drei OTH. (hh)

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