MyMz
Anzeige

Wolf investiert in die Berner Wurst

In Schwandorf entsteht in drei Bauabschnitten ein Erweiterungsbau bei der Wolf-Firmengruppe. Am Montag war erstes Richtfest.
Von Hubert Heinzl

Geschäftsführer Christian Wolf, Vater Reinhard und Vertreter der beteiligten Unternehmen begutachten den Rohbau.
Geschäftsführer Christian Wolf, Vater Reinhard und Vertreter der beteiligten Unternehmen begutachten den Rohbau.Foto: Heinzl

Schwandorf.Die Wolf-Firmengruppe baut den Standort Schwandorf aus. Am Montag war Richtfest für einen zweigeschossigen Erweiterungsbau, in den das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 1,2 Millionen Euro investiert. Nötig gemacht wurde die Expansion an Ort und Stelle durch den Siegeszug einer Wurstspezialität, die sich seit einigen Jahren auf dem ganzen deutschen Markt, aber auch im Ausland immer größerer Beliebtheit erfreut – des Berner Würstchens. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen Marktführer in diesem Segment werden. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wird die Produktion um einen zweigeschossigen Anbau mit 320 Quadratmetern Grundfläche erweitert.

Herzstück der neuen Produktionslinie ist eine Anlage zur Nachpasteurisierung der Produkte, um die Würstchen durch Erhitzen auch für größere Transportwege haltbar zu machen. Die restlichen Flächen werden für die Verpackung gebraucht. Die Inbetriebnahme ist laut Inhaber und Geschäftsführer Christian Wolf für Ende Mai geplant – also gerade rechtzeitig zum Beginn der Grillsaison.

Erste Etappe eines Gesamtprojekts

Der Ausbau ist allerdings nur erste Etappe in einem Gesamtinvestment, das nach den Worten des Geschäftsführers am Ende einen zweistelligen Millionenbetrag umfassen wird. Auf einer Länge von knapp 200 Metern sollen dabei die Bestandsgebäude nach Osten, also Richtung Autobahn, erweitert und eine weitgehend automatisierte Verpackungsstation sowie ein Palettenhochregallager errichtet werden. „Bis in zwei, drei Jahren“, schätzt Christian Wolf, dürften auch die beiden übrigen Bauabschnitte des Gesamtvorhabens realisiert sein. Weil die Firmengebäude doch sehr nahe an die A 93 rücken, bedurfte es für die Umsetzung des Vorhabens sogar einer Sondergenehmigung durch die Autobahndirektion Nordbayern in Nürnberg.

Der Rohbau steht, Ende Mai soll die Produktion in Betrieb gehen. Foto: Heinzl
Der Rohbau steht, Ende Mai soll die Produktion in Betrieb gehen. Foto: Heinzl

So hoch die Investitionssumme am Ende auch ausfällt – der Arbeitsplatzeffekt hält sich dann doch in eher überschaubaren Grenzen. Denn die Verpackung ist weitgehend automatisiert – Roboter ersetzen in großem Umfang menschliche Arbeitskraft. Und so schätzt Christian Wolf, dass durch den Ausbau lediglich gut 30 neue Jobs geschaffen werden. Zurzeit sind bei Wolf in Schwandorf im Schnitt rund 600 Kräfte festangestellt, dazu kommen über Werkverträge noch einmal bis zu 200 Mitarbeiter – je nach Saison unterschiedlich.

Walter Windl bringt Richtspruch aus

Bevor Bauleiter Walter Windl traditionell den Richtspruch ausbrachte und das Glas auf den Erweiterungsbau erhob, hatte Inhaber Christian Wolf allen Beteiligten für die „gute Zusammenarbeit“ an dem Bauprojekt gedankt. Anschließend feierten die Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen stilecht bei einer halben Bier und Berner Würstchen vom Grill, frisch gereicht aus einem Imbisswagen im kühlen Erdgeschoss des Rohbaus.

Die Erweiterung am Stammsitz Schwandorf ist der jüngste Coup eines Unternehmens, das eigentlich seit Gründung auf Expansionskurs ist. Wichtige Meilensteine der vergangenen Jahre waren unter anderem die Eröffnung eines Produktionsstandorts im thüringischen Schmölln im Jahr 1995 und die Erweiterung der Produktion in Schwandorf auf eine Fläche von rund 20 000 Quadratmetern zum 75-jährigen Bestehen im Jahr 2000. Die Wolf-Firmengruppe geht auf einen Metzgereibetrieb zurück, den Alois Wolf 1925 in Mies im Egerland gründete. Seit 1999 leitet Christian Wolfs das Unternehmen als Geschäftsführer – inzwischen schon in vierter Generation. Bei der Wolf-Firmengruppe sind nach Unternehmensangaben rund 1200 Mitarbeiter beschäftigt, die zuletzt einen Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro erwirtschafteten.

Weitere Nachrichten aus dem Raum Schwandorf lesen Sie hier.

Wolf-Firmengruppe investiert

  • Erweiterung:

    Die Erweiterung des Betriebs am Stammsitz Schwandorf vollzieht sich in drei Etappen: Im jüngsten Anbau, für den jetzt Richtfest gefeiert wurde, sollen ab Ende Mai Berner Würstchen pasteurisiert und verpackt werden. Das Investment liegt nach Unternehmensangaben bei 1,2 Millionen Euro.

  • Weitere Etappen:

    Im Anschluss an die Bestandsgebäude, nach Osten Richtung Autobahn A 93, sollen auf dem Firmengelände zwei weitere Erweiterungsbauten folgen. Geplant sind in zwei bis drei Jahren eine großzügige und hochgradig automatisierte Verpackungslinie sowie ein Palettenhochregallager. (hh)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht