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Transformation

„Das Du war auch bei uns der Startpunkt“

Pressesprecher Rainer Hagner spricht im Interview über den Kulturwandel bei der Witt-Gruppe in Weiden.
Von Robert Torunsky

Rainer Hagner, Pressesprecher der Witt-Gruppe (Foto: Witt-Gruppe)
Rainer Hagner, Pressesprecher der Witt-Gruppe (Foto: Witt-Gruppe)

Weiden.Herr Hagner, der ehemalige Vorstandschef Hans-Otto Schrader hat Anfang 2016 allen Mitarbeitern das professionelle Du angeboten – der Ausgangspunkt für einen groß angelegten Kulturwandel in der Otto Group. Wie hat sich diese Initialzündung auf die Witt-Gruppe und vor allem die Mitarbeiter ausgewirkt?

Rainer Hagner: Die Geschäftsführung der Witt-Gruppe stand von Anfang an hinter dem Angebot von Hans-Otto Schrader und bot auch ihren Mitarbeitern das professionelle Du an. Während diese Veränderung 2016 von einigen Mitarbeitern skeptisch beäugt wurde und ungewohnt war, ist mittlerweile von dieser Umstellung kaum noch etwas zu spüren. Das Du war somit auch bei uns der Startpunkt für den Kulturwandel und hat zum Umdenken im täglichen Arbeiten und im Miteinander angeregt. Ganz nach dem Motto:
„Vom Sie zum Du zu noch mehr Wir!“

Wie setzen sich die Kulturwandel-Teams bei der Witt-Gruppe zusammen und welchen Anteil nimmt diese Arbeit abseits des eigentlichen Tätigkeitsbereichs ein?

Bei uns gibt es ein Kulturwandel-Kernteam, das aus Mitarbeitern der verschiedenen Bereiche des Unternehmens besteht. Dieses Kernteam hält den Kulturwandel in Bewegung, schafft Raum für Ideen und Meinungen, treibt Initiativen weiter voran und informiert über diese. Das Kernteam ist sozusagen der Motor für den Kulturwandel und dementsprechend werden regelmäßig Zeiten im alltäglichen Arbeiten für den Kulturwandel reserviert.

Mit welchen Widerständen bei den Mitarbeitern hatten die Teams zu kämpfen?

Widerstände gab es keine, aber manche Mitarbeiter standen dem Kulturwandel anfangs skeptisch gegenüber. Wir sind überzeugt, dass wir unser Geschäftsmodell transformieren müssen, um auch weiterhin so erfolgreich zu bleiben. Deswegen überdenken wir unsere Haltung und unser Handeln kontinuierlich.

Was hat es mit dem „Reisepass“ auf sich?

Der Reisepass hält in erster Linie unser Leitbild und den Slogan fest: „Für die beste Zeit des Lebens.“ Obwohl wir mit unserem Konzept in unserer Branche erfolgreich sind, darf die Witt-Gruppe sich auf diesem Erfolg nicht ausruhen. Das heißt: Wir müssen richtig Gas geben, damit wir auch weiterhin erfolgreich sind. Und: Wir müssen uns verändern und uns wandeln. Wir brauchen also eine echte Transformation. Auf dem Weg dieser Transformation soll das Leitbild unser Reisebegleiter sein und ist deswegen als Reisepass gestaltet. Der soll uns in unserem Handeln immer daran erinnern, dass wir für die beste Zeit des Lebens unserer Kunden und natürlich auch für unsere beste Zeit des Lebens bei der Witt-Gruppe arbeiten.

Wie fällt das Kulturwandel-Zwischenfazit aus und was ist noch geplant?

Kulturwandel ist ein Prozess und kein Projekt. Er ist ein ständiges Lernen und Weiterentwickeln, deswegen gibt es auch kein Zwischenfazit oder ein Ende. Der Kulturwandel ist fortlaufend und braucht Menschen, die für bestimmte Themen einstehen und diese auch vorantreiben. Ein gutes Beispiel sind die Herzensangelegenheiten unserer Geschäftsführung. Beispielsweise hat Stefanie Zühlke-Schmidt, Geschäftsführerin Einkauf, die Initiative Konflikt und Mitgestaltungs-Manager ins Leben gerufen, die für eine gesunde Diskussions- und Feedback-Kultur sorgt. Diese ist wichtig für den Gesamtprozess, da wir an Geschwindigkeit, Vielfalt und neuen Ideen zulegen, wenn wir unsere Zusammenarbeit stetig überdenken, evaluieren und anpassen.

Was gehört außer dem Kulturwandel noch zum Transformationsprozess der Witt-Gruppe?

Kulturwandel und Transformation gehören eng zusammen. Der Kulturwandel begünstigt die Transformation und die damit zusammenhängenden Prozesse. Neben einem Wandel unserer Kultur und Haltung, wandelt sich deswegen auch unser Arbeitsumfeld. 2019 startet ein Pilotprojekt, das sich „Neue Arbeitswelten bei der Witt-Gruppe“ nennt. Dieses Projekt setzt ein Bürokonzept um, dass stark auf agile Arbeitsmethoden basiert. Klassische Arbeitsplätze wandeln sich dank Surface und Laptop in mobile Arbeitsplätze. Je nach Tätigkeitsfeld können die Mitarbeiter entscheiden, welches Arbeitsumfeld das Richtige für sie ist, deswegen werden spezielle Arbeitsorte eingerichtet. Für Stillarbeit gibt es Ruhezonen, für den Austausch mit Kollegen die Lounge, für Projektarbeit Stehtische und für kreatives Arbeiten auch mal die Bank im Grünen.

Welche Rolle spielen dabei die Führungskräfte?

All dieser Wandel ist nicht möglich, wenn die Führungskräfte nicht hinter den Veränderungen stehen. Die Führungskräfte der Witt-Gruppe sind deswegen angehalten mit Energie den Aufbruch und Wandel voranzutreiben, die neue Haltung vorzuleben und für alle neue Möglichkeiten zu eröffnen. Dazu wurden auch die Führungsleitlinien überarbeitet, was als weiterer Baustein der Transformation und des Kulturwandels gesehen werden kann.

Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

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