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Umfrage

Das Ende der Hochkonjunktur

Der Metall- und Elektroindustrie in der Oberpfalz geht es noch gut. Aber die Aussichten haben sich deutlich eingetrübt.
Von Bernhard Fleischmann

Unter Feuer: Glasröhren für Leuchtstoffröhren werden mit Hilfe von Hitze produziert. Für die Konjunktur der Industrie gilt indes: Die heiße Phase des Wirtschaftswachstums ist wohl vorbei. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Unter Feuer: Glasröhren für Leuchtstoffröhren werden mit Hilfe von Hitze produziert. Für die Konjunktur der Industrie gilt indes: Die heiße Phase des Wirtschaftswachstums ist wohl vorbei. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Regensburg.Wenn rundum Gewitter aufziehen, dann neigt der Mensch dazu, auf Habacht-Modus zu schalten und gewohnte Aktivitäten zurückzufahren. Ähnlich ergeht es den Unternehmen. Wenn Isolationisten und Hasardeure in wichtigen Teilen der Welt zunehmend den Ton angeben, fällt es schwer, seinen Optimismus zu bewahren. Deutlich wirkt sich diese Entwicklung in der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen aus. Sie wurde am Dienstag in Regensburg vorgestellt. Das Ergebnis fasste der Vorstandschef der Verbandsregion Oberpfalz, Dr. Stefan Klumpp, so zusammen: „Die Unternehmen beurteilen ihre Lage noch als gut. Aber die Erwartungen haben sich deutlich eingetrübt.“

Es wäre noch mehr drin gewesen

Dabei bewegt man sich auf einem extrem hohen Niveau. Die Jahre 2017 und 2018 brachten eine ausgesprochene Hochkonjunktur hervor. „Wir sind sehr stark gewachsen“, spricht Klumpp für die Mitgliedsunternehmen und auch für den Walzenhersteller Hamm in Tirschenreuth, den er führt. Es wäre sogar noch mehr drin gewesen, hätte nicht der Mangel an Fachkräften gebremst.

Einzig die Automobilindustrie kommt schon mit gezügeltem Tempo aus dem Jahr 2018 heraus. Die endlose Diesel-Diskussion, die verpatzte Umstellung auf den neuen Verbrauchsstandard WLTP und der Umbruch hin zu alternativen Energieformen haben den Herstellern und ihren Zulieferern scharfen Gegenwind beschert.

Dr. Stefan Klumpp Foto: Fleischmann
Dr. Stefan Klumpp Foto: Fleischmann

„Die Verunsicherung ist groß.“

Dr. Stefan Klumpp, bayme/vbm-Vorstandschef

Jetzt zeichne sich, so Klumpp, eine Abkühlung der Weltkonjunktur ab. Immerhin erwarteten die Unternehmen auch für 2019 ein Wachstum; nur deutlich geringer als bisher. Sie fahren das Wachstum ihrer Investitionspläne zurück, wollen aber immer noch mehr investieren als im Jahr zuvor. Zusammengefasst gelte aber: „Die Verunsicherung ist groß. Es gibt erste Stimmen, die sagen, es wird kritisch“, sagte Klumpp. Das nimmt nicht Wunder mit Blick auf die Irritationen rund um den Globus. Diese wirken sich gerade auf die bayerische Industrie massiv aus, die über 50 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erzielt. Manche Unternehmen kommen gar auf mehr als 90 Prozent.

Diese spürten inzwischen die Auswirkungen des Trump’schen Wirtschaftskurses deutlich. Der mit China angezettelte Handelsstreit belaste mittlerweile die gesamte Weltwirtschaft. Klumpp berichtet, dass in der Folge bei der Hamm AG die Nachfrage aus gering entwickelten Ländern in Asien, Afrika oder Südamerika zurückgehe. Diese Länder litten darunter, dass China inzwischen dort weniger investiere, weil es seine Mittel brauche, um die eigene Binnenkonjunktur in Schwung zu halten. Dass die bayerische Industrie nach wie vor von einem Plus in Außenhandel ausgehe, fuße allein auf den zwei Regionen Europa und USA.

Die gute Nachricht: mehr Jobs

Trotz der eingetrübten Stimmung geht bayme vbm davon aus, dass die Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter brauchen werden. 2018 sei die Zahl der Beschäftigten kräftig um 3000 Menschen auf fast 98 000 Mitarbeiter angewachsen. 2019 werde diese Dynamik zwar nachlassen. Aber man gehe von einem weiteren Beschäftigungsplus von 1500 Mitarbeitern aus. Trifft dies ein, dann würde die oberpfälzische Metall- und Elektroindustrie fast 100 000 Menschen beschäftigen.

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