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Transformation

Der Zeitpunkt war genau richtig

Christian Ostermeier, Vorstand der Scheugenpflug AG, spricht im Interview über die Transformation des Mittelständlers.
Von Robert Torunsky

Christian Ostermeier, Vorstand der Scheugenpflug AG (Foto: Thomas L. Fischer)
Christian Ostermeier, Vorstand der Scheugenpflug AG (Foto: Thomas L. Fischer)

Neustadt an der Donau.Herr Ostermeier, die Scheugenpflug AG hat in den vergangenen Jahren eine Transformation vollzogen – in der Führungsebene, aber auch in Bezug auf neue Produkte und neue internationale Standorte. Was waren die Motive für diese Schritte und welche Maßnahmen sind noch geplant?

Christian Ostermeier: Scheugenpflug hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Neben neuen Produkten, die zentrale Trends unserer Zeit wie E-Mobility oder das autonome Fahren bedienen, konnten wir erst vor Kurzem die Gründung eines neuen Standorts in Rumänien feiern. Auch unser internationales Netzwerk wächst beständig – service- und vertriebstechnisch können wir damit aktuell 31 Länder weltweit abdecken. Mit diesen Maßnahmen reagieren wir vor allem auf die fortschreitende Globalisierung des Marktes bzw. die zunehmende Internationalisierung unserer Kunden. Hier kommt es vor allem darauf an, eine kompetente, persönliche Beratung und Betreuung vor Ort sowie kurze Reaktionszeiten sicherzustellen. Auch regionale Besonderheiten müssen natürlich berücksichtigt werden. Für die nächsten Jahre haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Stellung im Markt weiter auszubauen und somit auch die bestehenden Arbeitsplätze in unserem Stammhaus in Neustadt sowie in den Niederlassungen langfristig zu sichern.

Hat das Controlling in diesem Prozess eine noch wichtigere Stellung eingenommen?

Mit steigender Internationalität wird natürlich auch das Controlling der einzelnen Standorte wichtiger – vor allem auch mit Blick auf immer komplexer werdende gesetzliche Vorgaben. Vor diesem Hintergrund haben wir uns kürzlich Verstärkung ins Haus geholt: Als neuer Vorstand komplettiert Jürgen Wilde seit 1. November 2018 die Geschäftsführung von Scheugenpflug. Mit ihm konnten wir einen ausgewiesenen Experten im Bereich Finanzwesen und Controlling gewinnen, der uns bei der weiteren zielgerichteten Umsetzung der internationalen Wachstumsstrategie unterstützen wird.

Wie beurteilen Sie im Nachhinein das Timing für diese Schritte?

Unsere sehr gute Auftragslage und die aktuellen Entwicklungen im Markt zeigen, dass wir diese Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt ergriffen haben. Im Moment profitieren wir von einer sehr guten und stabilen Wirtschaftslage, aber die herrschenden Handelskonflikte bringen natürlich gewisse Unsicherheiten mit sich. Gegenwärtig wirken sich diese zwar noch nicht direkt auf unser Geschäft aus. Längerfristig werden ihre Folgen allerdings auch für uns – zumindest indirekt – spürbar sein. Da wir uns auf verschiedene Produktionsstandorte stützen und auch viele unterschiedliche Branchen bedienen, werden wir die Auswirkungen dieser Konflikte allerdings gut abfedern können. Hier verfügen wir über eine deutlich solidere Basis als andere Unternehmen, die weniger breit aufgestellt sind.

Wie ist es für einen Mittelständler möglich, sich auf die sich ständig ändernden Kundenanforderungen einzustellen?

Meiner Erfahrung nach haben hier gerade Firmen aus dem Mittelstand Vorteile: Im Gegensatz zu großen Konzernen besitzen sie noch die notwendige Flexibilität und Innovationskraft, um sich auf die Anforderungen der Kunden einzustellen und sie optimal zu lösen. Dazu gehört natürlich auch ein kompetentes und motiviertes Team, das bereit ist, jeden Tag aufs Neue an der Erreichung der Unternehmensziele zu arbeiten. Die Herausforderung für die Zukunft sehe ich darin, die bestehenden agilen Strukturen und kurzen Entscheidungswege trotz unseres starken Wachstums auch weiterhin beizubehalten.

Bei der Transformation gilt das Mitnehmen der Mitarbeiter als Erfolgsfaktor. Wie ist es geglückt, die Belegschaft nicht nur zu vergrößern, sondern sie auch für die verändernden Aufgaben zu begeistern?

Um die Firma weiterentwickeln zu können, ist seitens der Belegschaft natürlich die grundsätzliche Bereitschaft erforderlich, notwendige Veränderungen zu unterstützen und gemeinschaftlich mitzutragen. Hier war ein wichtiger Faktor, bestimmte Schlüsselpositionen mit Leuten zu besetzen, die die Kollegen begeistern können und die sie durch neuen Input und neue Strategien aktiv in die Veränderungsprozesse einbinden. Auch eine vermehrte und kontinuierliche Kommunikation zwischen den Ebenen hilft, Hemmungen und eventuelle Vorbehalte in der Belegschaft abzubauen. Nicht zuletzt ist es zentraler Bestandteil unserer Firmenkultur, Eigenverantwortung zu fördern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, gemeinsam mit dem Unternehmen zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

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