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Automobil

Die Autoindustrie muss sich anstrengen

Ostbayern steckt mit der Autobranche mitten im Wandel. Er muss gelingen, um die Zahl der Arbeitsplätze zu erhalten.
Von Bernhard Fleischmann

Optimistisch für die Branche: Ferdinand Heindlmeier (l.) von Roding Automobile und Hermann Brandl von der vbw Foto: Fleischmann
Optimistisch für die Branche: Ferdinand Heindlmeier (l.) von Roding Automobile und Hermann Brandl von der vbw Foto: Fleischmann

Regensburg.Ganz gleich ob Bayern oder Oberpfalz – wirtschaftlich sind sie stark geprägt von der Automobilindustrie. Das ist in diesen Tagen ein Segen, aber mit Blick in die Zukunft könnte es auch zum Fluch werden. Diese Gefahr sieht auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Doch bei einer Pressekonferenz gestern in Regensburg zum Thema „Automobilstandort Oberpfalz – zukünftige Herausforderungen“ taten die Beteiligten alles, um möglichst wenige Befürchtungen aufkommen zu lassen.

Verbrenner dominiert noch zehn Jahre

An dem historischen Umbruch gibt es nichts zu rütteln. Digitalisierung, andere Antriebs- und Verkehrskonzepte werden die Branche grundlegend verändern, erklärte vbw-Bezirksgeschäftsführer Hermann Brandl für den kurzfristig verhinderten Vorstandschef Thomas Ebenhöch. Zwei von der vbw in Auftrag gegebene aktuelle Studien besagen, der Verbrennungsmotor werde in den nächsten zehn Jahren mit 40 Prozent Marktanteil noch dominieren. Dann werde eine Trendwende einsetzen, welche die Elektromobilität nach vorne bringe, ebenso automatisiertes Fahren. Gut für Bayern sei, dass die hiesigen Unternehmen in beiden Bereichen sehr dynamisch unterwegs seien.

Batterien aus Ostbayern

Allerdings: Das weniger komplexe E-Auto braucht weniger Arbeitskräfte. Brandl erklärte, er habe die Hoffnung, dass die Zahl der Jobs in der Region so hoch bleibe wie heute. Zwei Unternehmen hätten beschlossen, in die Batteriefertigung einzusteigen.

Gefahr unmittelbarer Art droht laut Ebenhöch beziehungsweise Brandl von einer in ihren Augen ungerechtfertigten Diesel-Kritik und von „überambitionierten“ Zielen bei der CO2-Reduktion in Europa. Fachkräftemangel und ein arg unterdimensioniertes Straßennetz in Ostbayern wirkten belastend. Nicht nur BMW und in der Nähe Audi zählten zu den Schwergewichten. Auch Continental und mittelständische Spitzenunternehmen prägten die Region.

Zahlen zur Branche

  • Oberpfalz:

    Hier sind laut vbw 34 Betriebe mit 17 200 Beschäftigten allein mit der Herstellung von Kraftwagen und -teilen beschäftigt. Der Anteil an der Industriebeschäftigung liegt bei 12,6 Prozent.

  • Bayern:

    Die bayerische Autoindustrie steht für einen Produktionswert von 125,4 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von gut 40 Milliarden Euro. Die Branche zählt hier 340 000 Erwerbstätige. Den Zahlen zufolge hängt inclusive indirekter Effekte jeder 15. Arbeitsplatz am Auto-Bereich.

Dazu zähle etwa die Roding Automobile GmbH, die durch einen spektakulären Leichtbau-Roadster vor zehn Jahren auf sich aufmerksam machte. Seither habe sich das Unternehmen aber umorientiert, erklärte Roding-Geschäftsführer Ferdinand Heindlmeier. Entwicklung, Prototypenbau und Teilefertigung seien heute die Schwerpunkte. Das bringt es laut Heindlmeier mit sich, dass Roding sehr frühzeitig tiefere Einblicke gewinnt, wohin etablierte und auch neue Akteure im Autogeschäft steuern: „Wir arbeiten an Autos, die in der Zukunft interessant sein könnten.“ Das Unternehmen mit 60 Mitarbeitern müsse sich immer wieder in neue Themen einarbeiten. Gegenwärtig seien das die Bereiche Antriebsstrang und vollautomatisiertes Fahren. In ein paar Jahren solle der Bus, an dem Roding mitentwickelt, so weit sein, sich ohne Lenkrad und Pedale sicher auf der Straße bewegen zu können.

Beim Antrieb sei das batteriebetriebene Fahrzeug so gut wie gesetzt. Wasserstoff komme mit einer Brennstoffzelle für große Reichweiten in Betracht, brauche dann aber auch eine Batterie.

In Bayern und der Oberpfalz könne die Branche wunderbar an solchen Zukunftsthemen arbeiten, weil es laut Heindlmeier für jedes Problem eine Firma in der Nähe gebe, die in ihrer Technologie ganz oben an der Spitze stehe.

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