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Beispiel IV

Die Zukunft gehört der Cloud

Auch Landmaschinenhersteller setzen auf digitale Technologien. Sie steuern den Einsatz und halten Kontakt mit dem Fahrer
Von Mechtild Nitzsche, Wirtschaftszeitung

Schierling.Neue Technologien für die Landwirtschaft werden vor allem auch von Landmaschinenherstellern verfügbar gemacht. Ein Beispiel ist die Holmer Maschinenbau GmbH in Schierling. Der Spezialist für Zuckerrübenerntetechnik setzt auch auf Cloud-Lösungen, wie Pressesprecherin Sabina Buchner erklärt: „Wir bieten für unsere Maschinen die Option einer Cloudanbindung an.“ Das System EasyHelp 4.0 biete dabei zwei Vorteile. Einer ist ein besserer Kundendienst für die verwendete Maschine: „Nach Freigabe durch den Fahrer ist es für den Holmer-Kundendienst zum Beispiel möglich, live auf Maschinendaten wie zum Beispiel Sensorwerte zuzugreifen und schneller und gezielter zu helfen.“ Besonders im Auslandsgeschäft sei dies ein relevanter Punkt. Ein zweiter Vorteil ist die nahtlose Integration der Telemetriedaten in das Managementsystem Farmpilot, mit dem zum Beispiel Lohndienstleister Maschinen verwalten, ihren Einsatz und das Tanken besser planen, aber auch Kontakt mit dem Fahrer halten können. Im Sinne ihrer Kunden findet Buchner eine neue Kooperation erfreulich: Eine Vielzahl großer Landtechnikfirmen hat sich zusammengeschlossen und die Firma DKE Data GmbH und Co. KG gegründet, die den Agrirouter anbietet. Der Vorteil: Der Kunde ist frei in der Wahl seiner bevorzugten Softwareapplikationen. Der Agrirouter sorgt als Datendrehscheibe dafür, dass die Maschinendaten sicher und ohne Konvertierungsarbeit ihr Ziel finden.

Digitalisierung in der Landwirtschaft ist auch für Michael Horsch von Horsch Maschinen in Schwandorf ein Zukunftsthema – das er jedoch nicht unkritisch sieht: „Die Landwirte sind sehr digitalaffin, doch die Erwartungen, die wir als Hersteller mit unseren Produkten geweckt haben, haben sich nicht erfüllt“, sagt er. „Precision Farming sieht die Landwirtschaft zu theoretisch. Aber den Landwirt auf dem Acker digital zu ersetzen, das funktioniert nicht.“

Die nach seiner Beobachtung derzeit eingetretene Ernüchterungsphase sieht er als Chance, neue Wege zu beschreiten. „Ein wichtiger Ansatz ist die Maschinenoptimierung bei Traktoren und Selbstfahrern – Dieselverbrauch, Serviceintervalle, Verbesserungen bei nicht perfekt eingestellten Maschinen, da geht schon Vieles.“

Noch mehr Potenzial sieht Michael Horsch in der Rückverfolgbarkeit von landwirtschaftlichen Produkten – zum Beispiel, wenn es um die lückenlose und vor allem nicht fälschbare Dokumentation der Behandlung der Pflanze und des Bodens geht. „Wenn ein Großabnehmer wie zum Beispiel Lidl garantiert biologisches Weizenmehl verkaufen möchte, könnte der Landwirt einen Marktvorteil haben, der sein ökologisches Handeln auch dokumentieren kann“, ist Horsch überzeugt.

Technische Basis hierfür wie für die Maschinenoptimierung ist seiner Meinung nach die Cloud – ohne sie geht es nicht. „Das hat mit Big Data zu tun, der Ansatz ist banal: Wenn ohnehin schon überall alles mit Elektronik angesteuert wird und Daten erhoben werden, warum sollte man sie dann nicht so zusammenfassen, dass man sein Handeln mithilfe künstlicher Intelligenz in Istzeit optimieren kann?“

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Dieser Beitrag ist ein Text auf der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

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