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Finanzgrößen könnten Osram kaufen

Zwei internationale Investoren haben Interesse an dem Lichtkonzern bekundet. Sie könnten Osram komplett übernehmen.
Von Bernhard Fleischmann

Bis zuletzt hat  Osram in Regensburg massiv investiert, auch in das neue Hauptgebäude Foto: Osram/Tobias Büttner
Bis zuletzt hat Osram in Regensburg massiv investiert, auch in das neue Hauptgebäude Foto: Osram/Tobias Büttner

München.Der Lichtkonzern Osram steckt seit Monaten inmitten von Übernahmespekulationen. Nun hat das Unternehmen bestätigt, dass es „vertiefte Gespräche“ mit zwei US-Finanzinvestoren über ein Übernahmeangebot führt. Bei den Interessenten handele es sich um die Private-Equity-Gesellschaften Bain Capital und Carlyle Group, die „einen gemeinsamen Erwerb von bis zu 100 Prozent“ der Osram-Aktien erwägen, teilte Osram am Mittwochabend mit. Das Unternehmen bestätigte damit Berichte, die bereits seit längerem in der Welt sind. Es sei derzeit noch nicht abzusehen, ob es eine Investition seitens der beiden Unternehmen geben werde. „Auch ein Scheitern der Gespräche ist möglich“, hieß es weiter.

Stellenabbau in Regensburg

Osram steckt in einer Krise. Erst vor drei Wochen hat das Unternehmen verkündet, in Regensburg 300 eigene Stellen und die von 200 Zeitarbeitern zu streichen. Hintergrund sind zweistellige Umsatzeinbrüche und neuerdings auch der Rutsch in die Verlustzone. Die in Regensburg ansässige Osram-Geschäftseinheit Opto Semiconductors leidet vor allem unter der schwachen Nachfrage der Automobilhersteller und deren Zulieferer. Hinzu kommen die Einbrüche der Umsätze bei den Smartphone-Herstellern (insbesondere Apple und Samsung) sowie die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

Es fehlt ein Stabilitätsanker

Konzernchef Olaf Berlien hatte in der Vergangenheit immer wieder angedeutet, dass der Einstieg eines Großaktionärs durchaus willkommen wäre. Seit Siemens als ehemalige Konzernmutter seine verbleibenden Anteile verkauft hatte, hat Osram keinen echten Großaktionär, der als Stabilitätsanker dienen könnte. Größte Aktionäre sind derzeit Allianz Global Investors mit 10,2 Prozent Anteil, die Anlagetochter der Deutschen Bank, DWS, kommt auf 5,9 Prozent, der Finanzinvestor Blackrock auf 5,3 Prozent.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, schauten Bain Capital und Carlyle bereits bei Osram in die Bücher und führten eine genauere Überprüfung des Unternehmenswertes (Due Dilligence) durch. Ein Übernahmeangebot könnte demnach bis Ende März abgegeben werden.

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