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Auslagerung

Krones lagert Produktion aus

Einfachere Teile will der Konzern ab 2019 in Südosteuropa produzieren. 400 Mitarbeiter und 200 Zeitarbeiter sind betroffen.
Von Bernhard Fleischmann, MZ

Foto: Krones
Foto: Krones

Neutraubling.Der Neutraublinger Krones-Konzern wird in Südosteuropa einen neuen Standort gründen. Wie der Hersteller von Anlagen zur Getränkeherstellung und -verpackung am Montag gegenüber seinen Mitarbeitern und separat gegenüber der Presse mitteilte, soll in Ungarn oder Rumänien bis 2019 ein neues Werk mit rund 600 Mitarbeitern entstehen. Sie sollen einfachere Teile herstellen, die bisher in Deutschland gefertigt werden. Die davon betroffenen 400 Krones-Mitarbeiter im Inland werden an ihren Standorten weiterbeschäftigt, sagte Krones-Vorstandschef Christoph Klenk. Die 200 Zeitarbeitsstellen werden voraussichtlich wegfallen. Dennoch werde Krones auch in Deutschland weiter wachsen und zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Es geht um niedrigere Kosten

Krones verlagert einen Teil seiner Produktion aus Deutschland nach Südosteuropa. Das klare Motiv: Man will Kosten sparen, sprich billiger produzieren. Da redet der Vorstandsvorsitzende Christoph Klenk nicht um den heißen Brei herum. Wichtig ist ihm dabei aber, dass die Gesamtzusammenhänge klar werden; und dass Krones seine Mitarbeiter nicht in die Ungewissheit schicke, sondern den Beschäftigten vor Ort eine sichere Perspektive bieten könne.

Klenk sagt, mögliche Subventionen spielen keine ausschlaggebende Rolle dabei, ob die Wahl von Krones auf das ungarische Debrecen oder auf das davon gar nicht weit entfernte rumänische Oradea fällt. Binnen etwa zwei Monaten soll die Entscheidung fallen. Ende 2018 soll die Halle stehen, ein Jahr später die Produktion starten. Etwa 600 Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden. Die Investitionssumme liege bei 25 bis 30 Millionen Euro.

Einfachere Produkte

Fest steht, dass dort Transporttechnik und verschiedene eher einfache Komponenten, Module und Produkte gefertigt werden sollen, die bislang in Deutschland entstehen – zum Teil bei Krones selbst in Neutraubling, zum Teil auch bei Lieferanten. Die dann in Südosteuropa gefertigten Teile werden hauptsächlich nach Deutschland geliefert.

Auswirkungen auf die Mitarbeiter

Das betrifft in den nächsten zweieinhalb Jahren 600 Mitarbeiter bei Krones. 400 davon gehören zur Stammbelegschaft. Sie können an ihren Standorten bleiben und sollen gleich viel verdienen. Die übrigen 200 sind Zeitarbeiter. Sie könnten ihre Jobs bei Krones verlieren, je nach dem, wie sich die Auslastung des Unternehmens entwickelt.

Zugleich investiert Krones weiter massiv in Deutschland. In den nächsten fünf Jahren werde das Unternehmen hier 200 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte Ralf Goldbrunner, Vorstand für Anlagen und Komponenten. Deutschland bleibe der Dreh- und Angelpunkt. Vor allem in Neutraubling entstehe die „Fabrik der Zukunft“, geprägt von modernster Logistik und Digitalisierung. Ende 2017 sollen die Baumaßnahmen dafür starten. Heute arbeiten 10 000 Menschen für Krones in Deutschland, 6500 davon in Neutraubling. Diese Zahlen sind stetig gewachsen – und das sollen sie auch in Zukunft tun, versicherten die Vorstände. Krones plant, entwickelt und fertigt Maschinen und Anlagen für die Bereiche Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik.

Ausländische Werke sind bei Krones nichts Ungewöhnliches. Größere Fabriken gibt es zum Beispiel in China, Italien, USA oder Brasilien. Das neue Werk reihe sich da nach Größe betrachtet ungefähr an 10. Stelle ein. Längst arbeitet Krones daran, an möglichst vielen Orten präsent zu sein.

Sparzwang beim Weltmarktführer

Nun gilt Krones zumindest in seinem Stammsegment – der Abfüll- und Verpackungstechnik – als Weltmarktführer. 22-23 Prozent betrage der Marktanteil, sagt Klenk. Bei der Prozesstechnik, also den Anlagen zur Herstellung von Getränken, seien es gerade mal sechs bis sieben Prozent.

Dennoch herrsche Sparzwang. Denn die Kosten würden Jahr für Jahr steigen, zumindest was die Löhne betrifft. Krones könne aber wegen des Wettbewerbs keine höheren Preise am Markt durchsetzen. Gleichzeitig will man wachsen und eine Marge vor Steuern von acht Prozent erwirtschaften. Da bleibe nur eine höhere Produktivität übrig, um all das zu schaffen.

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