MyMz
Anzeige

Wirtschaft

Künstliche Intelligenz und Lederhose

Der Industrieverein Bayern für angewandte künstliche Intelligenz e.V. will den Freistaat zum führenden KI-Standort machen.
Von Stefan Ahrens

Die digitale Revolution schreitet unaufhaltsam voran – und einer ihrer wichtigsten Bausteine ist die künstliche Intelligenz. Neben den USA und China gelten Japan, Südkorea, Israel und Kanada als KI-Vorreiter. Foto: phonlamaiphoto - stock.adobe.com
Die digitale Revolution schreitet unaufhaltsam voran – und einer ihrer wichtigsten Bausteine ist die künstliche Intelligenz. Neben den USA und China gelten Japan, Südkorea, Israel und Kanada als KI-Vorreiter. Foto: phonlamaiphoto - stock.adobe.com

Regensburg.Egal ob autonomes Fahren, Blockchain oder Industrie 4.0: Künstliche Intelligenz ist ein wichtiges Zukunftsthema, ihre Erforschung und Nutzung in Wissenschaft und Wirtschaft ist unentbehrlich. Das weiß man nicht nur in den USA oder China, sondern auch im Freistaat. Deshalb wurde Anfang Juli in Regensburg der Industrieverein Bayern für angewandte Künstliche Intelligenz e.V. gegründet. Sein Ziel ist der branchenübergreifende Wissensaustausch innerhalb der bayerischen Industrie sowie die Förderung der Wissensverbreitung über Technologien und Verfahren der angewandten künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. Dies soll, so die Begründer, dazu beitragen, die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und auszubauen sowie den Freistaat Bayern dabei unterstützen, sich als eine der weltweiten Leitregionen für angewandte KI-Technologien und -Verfahren positionieren zu können.

Mit den Unternehmen Syskron, einer Tochter der Krones AG, und TIKI Technologisches Institut für angewandte Künstliche Intelligenz hat der Verein bislang zwei Unternehmen für die Zusammenarbeit gewinnen können. „Der Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich KI soll nicht nur in Bayern, sondern auch durch internationale Kontakte zu anderen Unternehmen, Einrichtungen und führenden Personen aufgebaut werden“, erklärt Severin Diepold, Gründungsmitglied des Vereins und Managing Geschäftsführer der Syskron X GmbH. „Denn damit sich Bayern weltweit beim Thema KI positionieren kann, muss man auch den Austausch zu anderen Innovationsökosystemen herstellen.“

Einer der Grundpfeiler des Vereins ist die engere Vernetzung von Unternehmen, Universitäten und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen im Bereich künstliche Intelligenz, insbesondere durch die Vermittlung von Kooperationsprojekten, die im Rahmen von studentischen Arbeiten und Doktorarbeiten durchgeführt werden sollen. Zusätzlich sollen Start-ups aus dem KI-Bereich gefördert werden, indem diese mit etablierten Unternehmen vernetzt werden.

„Wir hoffen natürlich, dass auch weitere Unternehmen, Universitäten und Start-ups unserem Verein beitreten werden, damit wir unser Ziel der engeren Vernetzung auch erreichen können“, sagt Diepold. „In der nächsten Zeit werden wir deswegen aktiv auf die Unternehmen und Hochschulen zugehen, um sie für unser Vorhaben zu gewinnen. Wer aber schon jetzt Interesse hat, kann sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen.“

In der bayerischen Landespolitik denkt man ähnlich wie Diepold und Co.: Erst vor Kurzem kündigte Ministerpräsident Markus Söder für den Herbst ein rund 280 Millionen Euro schweres Förderprogramm für Forschung und Digitalisierung an. Im Fokus sollen laut Söder künstliche Intelligenz, Robotik, Raumfahrt, Cleantech und Quantencomputing stehen. „Es geht jetzt um eine Dekade der Innovation. Darum haben wir auch die Leitentscheidung getroffen, dass Investitionen in Forschung und Entwicklung Priorität haben“, betonte er. Bayern halte zwar an der Schuldentilgung fest. „Aber die nächsten Jahre wird entschieden, ob Bayern und Deutschland technologisch Anschluss halten.“ Für Söder ist der neue Forschungsschwerpunkt auch eine Antwort auf die veränderte Konjunkturlage. „Als Bundesland können wir nur reagieren, indem wir unsere Infrastruktur stärken. Das heißt nicht nur Straßen zu bauen, sondern auch geistige Highways.“

Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper. www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht