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Wirtschaft

Kurzarbeit bei Benteler in Schwandorf

Wie geht es mit dem Standort in den Zeiten der Corona-Krise weiter? Eine Mitarbeiterin hakt bei der Mittelbayerischen nach.
Von Bettina Mehltretter und Bernhard Fleischmann

Benteler hat mehr als 600 Mitarbeiter in Schwandorf. Foto: Markus J. Feger/Benteler
Benteler hat mehr als 600 Mitarbeiter in Schwandorf. Foto: Markus J. Feger/Benteler

Schwandorf.Mitarbeiter des Benteler-Standorts an der Schwandorfer Bellstraße sind verunsichert. Wie uns eine Frau, die dort tätig ist, in einer E-Mail schildert, gebe es zunehmend Gerüchte, dass im Werk einige Corona-Fälle aufgetreten seien. „Aber seitens des Führungspersonals wird nicht, wirklich null, aufgeklärt“, sagt sie. Ihr gehe es mit der Mail an die Mittelbayerische nicht darum, ihre Firma „zu schädigen“. Stattdessen wolle sie das „eigene Infektionsrisiko so gering wie möglich halten“.

Benteler: Bisher kein Fall im Werk in Schwandorf

Auf Nachfrage der Mittelbayerischen teilt Birgit Held, Vice President Corporate Communications/Marketing der Benteler-Gruppe in Salzburg, mit, dass es am Standort in Schwandorf, Stand 25. März, 14 Uhr, keinen gemeldeten Corona-Fall gegeben habe. Selbstverständlich verstehe man gut, dass sich die Mitarbeiter in dieser Zeit „grundsätzlich Sorgen machen“. Daher sei es wichtig, dass sich alle an die Hygienemaßnahmen und Prozesse halten, die auch in Schwandorf eingeführt worden seien. Dazu gehöre regelmäßiges Waschen und Desinfizieren der Hände, worauf unter anderem Handreinigungs-Aufkleber in den Waschräumen hinweisen. Für Lkw-Fahrer, die im Werk ankommen, und andere Besucher gebe es Verhaltensanweisungen. Statt Meetings vor Ort werden virtuelle Konferenzen abgehalten. Wer könne, dürfe im Home Office arbeiten. Und für den Fall einer Infektion gebe es sogenannte Isolationsräume, um weitere Infektionen zu vermeiden.

Aushänge statt Team-Meetings

Die direkte Kommunikation sei „in normalen Zeiten“ bei Benteler üblicherweise Gang und Gäbe. Jetzt, betont Held, müsse aber auf Team-Meetings und Betriebsversammlungen verzichtet werden. Neuerungen und die Corona-Regeln werden derzeit über Aushänge, auf Bildschirmen sowie im Intranet kommuniziert. Allerdings seien Führungskräfte und Personalleiter für Fragen und Sorgen weiter erreichbar, verspricht Birgit Held.

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Die Mitarbeiterin, die sich an die Mittelbayerische gewandt hat, sorgt sich aber auch, weil inzwischen „nahezu alle unsere Kunden“ in den kommenden Wochen eine Produktionspause einlegen. „Bei uns wurde nur die Kantine geschlossen, der Betrieb läuft aber weitestgehend normal weiter“, erklärt die Mitarbeiterin.

An diesem Mittwoch sagte Birgit Held auf Anfrage der Mittelbayerischen, dass im Benteler-Werk in Schwandorf nun Kurzarbeit eingeführt werde. Dazu habe das Unternehmen mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung getroffen. Die Unternehmenssprecherin formuliert die Lage so: Grundsätzlich sei es das Ziel, Arbeitsplätze zu sichern und die Produktion für die Kunden weiter sicherzustellen, wo das möglich ist, aber ohne die Gesundheit der Mitarbeiter zu gefährden. „Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, die negativen Auswirkungen auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Familien und das Unternehmen möglichst gering zu halten“, sagt Held.

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