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Lehre jetzt noch beginnen

Das Ausbildungsjahr hat bereits begonnen. Wer noch keine Lehrstelle hat, kann aber noch jederzeit fündig werden.
Dr. Georg Haber, Silberschmiedemeister

Foto: Graggo/Graggo

Regensburg.Das neue Ausbildungsjahr ist jetzt ein paar Tage alt. Über 4600 Jugendliche in Niederbayern und der Oberpfalz haben ihre duale Ausbildung im Handwerk gestartet und machen in ihrem Beruf erste Erfahrungen. Allerdings sind laut Agentur für Arbeit aktuell noch fast 1200 Jugendliche unversorgt, also ohne Ausbildungsplatz. Wiederum allein im Gebiet der Handwerkskammer sind über 1400 freie Lehrstellen gemeldet. Wo liegt also das Problem?

Corona hat den Berufswahlprozess maßgeblich verzögert und wegen fehlender Kontaktmöglichkeiten sind Verträge nicht geschlossen worden. Was aber viele nicht wissen: Auch im laufenden Jahr – ob morgen, nächsten Monat oder im Dezember – ist es möglich, eine Lehre zu beginnen. Ich kann also jeden unversorgten Jugendlichen ermuntern, jetzt keinesfalls den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil: Wer sich jetzt informiert, beispielsweise über die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, kann noch den Weg zum Traumberuf einschlagen.

Eine Ausbildung im Handwerk ist eine sehr gute Wahl – und eine krisensichere. Kleine und mittelständische Betriebe beweisen gerade mal wieder, dass sie flexibler auf schwierige Situationen reagieren können als große Firmen. Auch weil sie weniger von internationalen Lieferketten abhängig, aber stattdessen regional verwurzelt und weniger auf Einzeltätigkeiten spezialisiert sind. Wer im Handwerk arbeitet, ist ein Allround-Talent mit vielen Karriereoptionen.

Und zum Thema gefürchtete Entlassungen: Die Handwerksbetriebe tun alles Menschenmögliche, um ihr Team zu halten. Hier ist man kein anonymer Angestellter, sondern fast schon Teil der Familie. Zusammenhalt ist dort das Gebot der Stunde. Das sind durchaus Pfunde, mit denen Ausbildungsbetriebe bei der Azubisuche wuchern können. Denn welcher Jugendliche will schon nur eine Nummer sein? Auch wenn im Moment die Ausbildungsbereitschaft ungebrochen hoch ist, kann ich gleichzeitig nur an alle Betriebe appellieren, in Zukunft – und Corona zum Trotz – nicht nachzulassen. Denn das wäre eine fatale Entscheidung: Der Fachkräftemangel hat uns schon die letzten Jahre gequält und viele Lehrstellen pro Jahr unbesetzt gelassen. Sobald die Pandemie überstanden ist und die Wirtschaft wieder volle Fahrt aufnimmt, wird dieses Problem nämlich noch drastischer sein.

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