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Interview

Lkw-Kartell: Spediteure wollen klagen

Heinrich Doll ist Chef der Landauer Transportgesellschaft. Im Interview spricht er über die Forderungen seiner Branche.

Heinrich Doll, Geschäftsführer der Landauer Transportgesellschaft. Foto: LTG
Heinrich Doll, Geschäftsführer der Landauer Transportgesellschaft. Foto: LTG

Herr Doll, Sie sind Geschäftsführer der Landauer Transportgesellschaft, die auch in der Regensburger Junkersstraße einen Standort hat. Sind auch Sie Opfer des sogenannten Lkw-Kartells geworden?

Ja! Wir haben im Zeitraum von 1997 bis 2011, in dem die illegalen Preisabsprachen getroffen worden sind, rund 150 Fahrzeuge gekauft.

Wie viel haben Sie dafür zu viel bezahlt?

Meine persönliche Meinung: 3000 bis 5000 Euro pro großes Fahrzeug, also drei bis sechs Prozent. Das macht uns betroffen. Aber wir Spediteure müssen das jetzt sachlich sehen.

Was hat Ihr Unternehmen nun vor?

Wir lassen gemeinsam mit rund 200 kleinen und mittelständischen, aber auch einigen großen Speditionen über den deutschen Speditions- und Logistikverband ein Gutachten erstellen. So wollen wir unseren tatsächlichen Schaden ermitteln. Das kostet uns, je nach Fahrzeuggröße, eine überschaubare Summe.

Was passiert, wenn das Ergebnis vor liegt?

Wir streben Sammelklagen an, um unsere Schadensersatzforderungen durchzusetzen. Hinter diesen Klagen stehen voraussichtlich 220 Unternehmen mit insgesamt 11 000 Fahrzeugen.

Sie rechnen also nicht mehr mit einer außergerichtlichen Einigung?

Nein. Bisher haben die Lkw-Hersteller alle auch nur recht lapidar auf die Briefe unseres Wettbewerbsvereins geantwortet.

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