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Beispiel II

Moderner Pflanzenschutz ist digital

Viele kleine statt weniger großer Maschinen könnten einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft herbeiführen.
Von Mechtild Nitzsche, Wirtschaftszeitung

Seeshaupt.Walter Haefeker, Vorsitzender des Deutschen Berufsimkerverbandes, hat ein vitales Interesse, dass sich etwas ändert: „Von dem aktuellen Modell des chemischen Pflanzenschutzes sind Imker stark betroffen“, sagt er. Haefeker, der 14 Jahre lang im Silicon Valley als IT-Manager tätig war, setzt auf digitalen Pflanzenschutz. Diese Methode, Pestizide möglichst gezielt und sparsam auszubringen, basiert auf genauen Daten über Art und Ort der Unkräuter, Bodenbeschaffenheit, Wetter oder den Zustand der Feldfrucht, die mithilfe künstlicher Intelligenz eine optimale Feldbearbeitung ermöglichen.

„Es geht nicht darum, Pestizide zu 100 Prozent zu verbannen. Sinnvoller wären 99 Prozent – und das verbleibende Prozent zielgenau aufzubringen“, erklärt Haefeker. Das funktioniert nicht ohne einen Paradigmenwechsel in der Bewirtschaftung: Nicht eine große Maschine, sondern eine skalierbare Anzahl kleiner Maschinen soll die Feldpflege übernehmen. Das hätte auch positive Effekte auf die landschaftliche Vielfalt. „Große schnelle Maschinen mit großer Arbeitsbreite brauchen Monokulturen, und die bescheren uns derzeit den problematischen Strukturwandel. Kleinere und leichtere Maschinen erfordern keine großen Schläge.“

Damit das klappt, müsste man die Arbeitszeit der Maschinen von der des Landwirts entkoppeln. Die Lösung: autonom fahrende Roboter, für die es allerdings noch keinen Rechtsrahmen gibt. Haefeker möchte das ändern: „Klar ist, dass die Politik Probleme hat, 500-PS-Schlepper unbeaufsichtigt herumfahren zu lassen. Doch Feldroboter sind leicht, langsam und haben ein geringes Schadenspotenzial. Bei 150 kg und 5 km/h ist das niedriger als das eines Rentners auf einem E-Fahrrad. Autonome Agrarroboter wären eine Innovation, die beim Landwirt ankommt und in die klein strukturierte bayerische Landwirtschaft passen würde.“

Hier geht es zu weiteren Praxisbeispielen:

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Dieser Beitrag ist ein Text auf der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

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