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Osram streicht Hunderte Arbeitsplätze

Wegen stark rückläufiger Umsätze werden in Regensburg 300 Stellen abgebaut. Zudem müssen 200 Zeitarbeiter gehen.
Von Bernhard Fleischmann

Strahlend hell in Osram-Orange leuchtet das neue Hauptgebäude in Regensburg. Die Aussichten sind zurzeit aber eher düster. Foto: Osram/Tobias Büttner
Strahlend hell in Osram-Orange leuchtet das neue Hauptgebäude in Regensburg. Die Aussichten sind zurzeit aber eher düster. Foto: Osram/Tobias Büttner

Regensburg.Der Lichtkonzern Osram will am Standort Regensburg bis Ende September dieses Jahres 300 Arbeitsplätze abbauen. Außerdem wird die Beschäftigung von Zeitarbeitern auf ein Minimum zurückgefahren. Der Stellenabbau soll mit freiwilligen Maßnahmen gelingen. Dies verkündete das Unternehmen am Donnerstagnachmittag in einer Betriebsversammlung in Regensburg. Hintergrund sind massive Umsatzeinbrüche, zuletzt im zweistelligen Prozentbereich. Vor einem Jahr hatte das Management die Geschäftsentwicklung viel zu optimistisch eingeschätzt.

Ebenfalls am Donnerstag vermeldete Osram aktuelle – sehr schlechte – Geschäftszahlen. Demnach fiel der Umsatz von Oktober bis Dezember gegenüber dem Zeitraum vor einem Jahr um 15 Prozent auf 828 Millionen Euro. Dieser Zeitraum ist bei Osram das erste Quartal des Geschäftsjahres – es beginnt bei dem Unternehmen stets am 1.10. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank von 18,5 auf 11,3 Prozent.

Heftiger Umsatzeinbruch

Die in Regensburg ansässige Osram-Geschäftseinheit Opto Semiconductors musste einen Umsatzrückgang von 16,9 Prozent hinnehmen. Als Ursache nennt Osram vor allem die schwache Nachfrage der Automobilhersteller und deren Zulieferer, die Einbrüche der Umsätze bei den Smartphone-Herstellern (insbesondere Apple und Samsung) sowie die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

Osram hat bereits erste Schritte in Regensburg unternommen, um die Kosten zu senken. Sprecher Torsten Wolf nennt die Reduzierung der Arbeitszeit bei 800 Tarifbeschäftigten von 40 auf 35 Stunden zu Jahresbeginn. Damit seien umgerechnet 115 Stellen eingespart worden, ohne dass jemand ausgeschieden wäre. Gespart habe Osram zudem massiv etwa bei Reise- und Sachkosten. All diese Einsparungen entsprächen den Kosten für rund 300 Mitarbeiter, sagte Wolf. „Aber das reicht nicht“, sagte Wolf am Donnerstag zur Mittelbayerischen.

Üppige Anreize für allem für jüngere Beschäftigte

Betriebsbedingte Kündigungen sieht der Maßnahmenkatalog bislang nicht vor, sondern ein Anreizprogramm, welches das Ausscheiden erleichtern soll. Dieses „Freiwilligenprogramm“ wurde am Donnerstagnachmittag in der Betriebsversammlung vorgestellt. Die Betriebsratsvorsitzende Irene Weininger hält das Programm für ausgesprochen attraktiv, besonders für Mitarbeiter, die erst vor kurzem eingestellt worden sind. Es beinhalte eine Abfindung in Höhe von mindestens 30 000 Euro, sofern der Beschäftigte sechs Monate und mehr zum Unternehmen gehört. Je nach Einkommen, Alter und Betriebszugehörigkeit seien bis zu 300 000 Euro möglich.

Standorte von Osram Opto Semiconductors

  • Leitung:

    Die Osram-Einheit Opto Semiconductors wird weltweit von Regensburg aus gesteuert. Hier stieg die Mitarbeiterzahl binnen drei Jahren von 2000 auf gut 2800.

  • Verbund:

    Neben Regensburg gibt es im wesentlichen zwei Fabriken in Malaysia (Penang, 7800 Mitarbeiter, Kulim 1500) und eine in China (Wuxi, 2200). Auch dort wird gespart. (fl)

Aktuell beschäftigt Osram in Regensburg 2800 Mitarbeiter plus 240 Zeitarbeiter. Zwischendurch habe Osram hier schon mal 500 bis 600 Zeitarbeiter beschäftigt.

In Regensburg hat Osram zuletzt massiv in Erweiterungen investiert. Binnen drei Jahren stieg die Zahl der Mitarbeiter von 2000 auf über 2800. Vor zwei Jahren ging man noch davon aus, die Beschäftigung auf 3200 Menschen zu erhöhen. Dies hatte der seinerzeitige Vorstandschef Aldo Kamper, der inzwischen zu Leoni gewechselt ist, im Sommer 2017 erklärt. Damals herrschte allerdings noch Hochkonjunktur. Osram konnte gar nicht so viel liefern, wie die Kunden bestellen wollten.

Der Ausbau in Regensburg ist mittlerweile fertiggestellt, die Testproduktion befinde sich soeben im Hochlauf.

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