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Konjunktur

Ostbayern boomt ungebremst

Industrie und Handwerk melden gleichermaßen volle Auftragsbücher. Ein Ende des Höhenflugs ist weiter nicht in Sicht.
Von Bernhard Fleischmann

Es geht weiter rund in der ostbayerischen Wirtschaft. Foto: IHK/Julia Knorr
Es geht weiter rund in der ostbayerischen Wirtschaft. Foto: IHK/Julia Knorr

Regensburg.Besser könnte es kaum sein: Hohe Umsätze, üppige Auftragspolster, hervorragendes Geschäftsklima – in diesem Tenor bewegen sich die Berichte der beiden Wirtschaftskammern in Ostbayern für das dritte Quartal 2018, die sie am Mittwoch in Regensburg veröffentlicht haben. Sowohl die Industrie- und Handelskammer (IHK) als auch die Handwerkskammer vermelden darin Superlative. Schon die Überschriften „Volle Auslastung hält an“ (Handwerk) und „Ostbayerns Wirtschaft weiterhin obenauf“ (IHK) lassen keinen Zweifel daran, dass allenthalben Optimismus und gute Geschäfte für beste Laune sorgen. Der ewige – meteorologische – Sommer 2018 steht sozusagen sinnbildlich für die seit nunmehr rund acht Jahre anhaltende Hochkonjunktur.

Auch der Export läuft gut

Dabei gäbe es durchaus einige weltwirtschaftliche Entwicklungen, die mächtige Schatten werfen. Allein die Abschottungspolitik der USA bereitet rund um den Globus Kopfzerbrechen. Doch allen Befürchtungen zum Trotz: In der Realwirtschaft in Ostbayern schlägt sich das zumindest bislang nicht nieder, heißt es bei der IHK. Deren Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes verkündet: „57 Prozent der Unternehmen konnten ihr Geschäftsvolumen steigern.“ Auch das Exportgeschäft wächst weiter, mit einem beachtlichen Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein der Handel zeigt sich pessimistisch.

Auch Handwerksbetriebe machen zurzeit einen guten Schnitt. Foto: HWK/Fotolia
Auch Handwerksbetriebe machen zurzeit einen guten Schnitt. Foto: HWK/Fotolia

Im Handwerk beurteilen 94 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend. HWK-Geschäftsführer Alexander Stahl dazu: „In der Langzeitbetrachtung ist das ein erneuter Spitzenwert. Getragen wird die stabile Entwicklung von einem großen Auftragspolster der Betriebe. Das führt zu weiteren Umsatzzuwächsen, steigenden Verkaufspreisen, einem Beschäftigungsaufbau und einer regen Investitionstätigkeit in Teilen des Handwerks.“

Als Bremsfaktor nennen beide Kammern einen Aspekt: fehlende Mitarbeiter. Weil offene Arbeits- und Ausbildungsstellen schwer zu besetzen seien, könnten Betriebe nicht so stark wachsen wie es die Auftragslage erlauben würde. Bei der IHK heißt es, 46 Prozent der Betriebe fänden nicht genügend Fachkräfte mit dualer Ausbildung.

Der Schwung hält an

Nach Einschätzung der befragten Unternehmen wird es der Boom anhalten. In absehbarer Zeit drohe kein Konjunktureinbruch, glaubt man bei der IHK. Jedes vierte Unternehmen wolle die Zahl seiner Beschäftigten erhöhen. Besonders die Industrie wolle einstellen. Helmes erwartet, dass die Firmen „vermehrt um Fachkräfte ringen werden“. Weil der Arbeitsmarkt aber leer gefegt sei, müssten sie mithilfe von Digitalisierung effizienter werden und Menschen gezielt weiterqualifizieren.

Im Handwerk ist beim Blick in die Zukunft die Bewertung zwar etwas vorsichtiger ausgefallen als im Vorquartal. Aber immer noch vier von fünf Betrieben erwarten eine unveränderte Geschäftslage. Die Betriebe rechnen eher mit weiteren Zuwächsen als mit einer Trendumkehr nach unten.

Naheliegend ist in dieser Situation auch, dass die Preise steigen werden. Höhere Einkaufspreise würden höhere Verkaufspreise nach sich ziehen, so die HWK-Betriebe. Scharfer Preiswettbewerb ist derzeit auch nicht in Sicht.

Zur letzten Jahresumfrage der Kammern geht es hier lang

Daten zum 3. Quartal

  • Industrie und Handel:

    Der IHK-Klimaindikator liegt konstant bei 131,2 Punkten (100 Punkte sind der langjährige Durchschnitt). Besonders gut läuft es aktuell für die Industrie und für Unternehmens-Dienstleister. Abgeschwächt hat sich das Klima für den Handel.

  • Handwerk:

    Hier liegt der Klima-Index bei 31 Punkten über der Null-Linie, die eine ausgeglichene Zahl von guter und schlechter Geschäftslage markieren würde. Bau und Ausbau brummen, gedämpfter ist das Klima im Kfz-Bereich.

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