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Transformation

Taskforce für Transformation

Identifikation 4.0: Witt Weiden stellt seinen Mitarbeitern einen Reisepass „Für die beste Zeit des Lebens“ aus.
Von Rebecca Sollfrank und Robert Torunsky, Wirtschaftszeitung

Diesen „Reisepass“ erhalten die Mitarbeiter der Witt-Gruppe. Er soll das gemeinsame Leitbild „Für die beste Zeit des Lebens“ symbolisieren. Foto: Johannes Zrenner
Diesen „Reisepass“ erhalten die Mitarbeiter der Witt-Gruppe. Er soll das gemeinsame Leitbild „Für die beste Zeit des Lebens“ symbolisieren. Foto: Johannes Zrenner

Weiden.Die Digitalisierung kostet Arbeitsplätze? Nicht unbedingt. Bei der Witt-Gruppe schafft sie ganz neue Positionen – zum Beispiel den KoMiMa, den Konflikt- und Mitgestaltungsmanager, den die Geschäftsführerin Einkauf, Stefanie Zühlke-Schmidt, ins Leben gerufen hat. „Das ist ein gutes Beispiel für eine Herzensangelegenheit unserer Geschäftsführung“, erklärt Rainer Hagner, der in dem Textilunternehmen mit Sitz in Weiden für die Unternehmenskommunikation zuständig ist.

Der Mensch als Blackbox

„Die physische Arbeitswelt wird auf Dauer von kognitiver Arbeit verdrängt. Das erklärt auch den Run auf die Kognitionswissenschaften. Der Mensch ist in der Arbeitspsychologie die letzte Blackbox, die wir öffnen müssen“, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Sozial-, Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Regensburg Professor Dr. Peter Fischer. Mit anderen Worten: Nur wer seine Mitarbeiter wirklich auf die Abenteuerreise Transformation mitnimmt, hat eine Chance, nicht gegen, sondern mit dem „Wind of Change“ zu segeln.

Bei Witt wird die Belegschaft sogar mit einem „Reisepass“ ausgestattet, der das gemeinsame Leitbild „Für die beste Zeit des Lebens“ symbolisiert. „Dieser Pass soll uns in unserem Handeln immer daran erinnern, dass wir für die beste Zeit des Lebens unserer Kunden und natürlich auch für unsere beste Zeit des Lebens bei der Witt-Gruppe arbeiten“, sagt Hagner. Bei Witt bleibt es laut Hagner aber nicht bei Lippenbekenntnissen. „Wir haben ein Kulturwandel-Kernteam, das aus Mitarbeitern der verschiedenen Bereiche des Unternehmens besteht.“ Als Motor für den Unternehmenskulturwandel wird dieses Kernteam bewusst mit Aktionszeit ausgestattet, um Transformationsinitiativen aus der Belegschaft voranzutreiben und die Ergebnisse zu kommunizieren. Hagner betont: „Kulturwandel ist ein Prozess, kein Projekt, und nur möglich, wenn die Führungskräfte die neue Haltung vorleben. Dafür wurden unsere Führungsrichtlinien überarbeitet.“

Der Arbeitspsychologe Fischer formuliert es drastischer: „Arbeit muss Spaß machen. Eine Führung, die dafür nicht die richtigen Bedingungen schafft, müsste man auswechseln.“ Der Lehrstuhlinhaber ist ein großer Fan von „New Work“ und Coworking Spaces. „Die Arbeitsbedingungen so angenehm wie möglich zu machen, fördert die Kreativität und damit auch die Produktivität. Das ist evidenzbasiert.“

Motivation macht erfolgreich

An der Witt-Gruppe dürfte Fischer seine helle Freude haben. 2019 startet ein Pilotprojekt, das sich „Neue Arbeitswelten“ nennt. Dieses Projekt setzt ein Bürokonzept um, das stark auf agilen Arbeitsmethoden basiert. Klassische Arbeitsplätze wandeln sich dank Surface und Laptop in mobile Arbeitsplätze. Je nach Tätigkeitsfeld können die Mitarbeiter entscheiden, welches Arbeitsumfeld das richtige für sie ist. Für Stillarbeit gibt es Ruhezonen, für den Austausch mit Kollegen die Lounge, für Projektarbeit Stehtische und für kreatives Arbeiten auch mal die Bank im Grünen. Für die Transformation in ein agiles Unternehmen sollte die Witt-Gruppe also bestens aufgestellt sein. Denn wie Arbeitspsychologe Peter Fischer unterstreicht: „80 Prozent des Berufserfolgs werden durch Motivation erreicht.“

Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

Lesen Sie zu diesem Thema auch das Interview mit Rainer Hagner, Pressesprecher der Witt-Gruppe

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