MyMz
Anzeige

Arbeitsplätze

Vereinbarungen für Conti in Roding

Der Standort soll bis mindestens 2023 bleiben. Geschäftsleitung und Betriebsrat einigen sich auch auf einen Sozialplan.

Der Stellenabbau bei Continental in Roding hat für viel Unruhe gesorgt. Foto: Scheiner/Archiv
Der Stellenabbau bei Continental in Roding hat für viel Unruhe gesorgt. Foto: Scheiner/Archiv

Roding.Der Abbau von rund 300 Arbeitsplätzen beim Autozulieferer Continental in Roding hat für viel Unruhe gesorgt. Betriebsrat und Geschäftsleitung haben nun Vereinbarungen zum Interessenausgleich getroffen, wie Continental am Donnerstag mitteilte. Das Unternehmen sichert den Erhalt des Standorts bis mindestens 2023 zu. Roding bleibt zudem das weltweite Kompetenzzentrum der Produktlinie.

In Roding werden weiterhin Kraftstoffhochdruckpumpen und die entsprechenden Fertigungstechnologien entwickelt und getestet, betont das Unternehmen. Dies umfasst auch die Entwicklung und Erprobung von Betriebs- und Prüfmitteln, die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern aus dem weltweiten Produktionsverbund und die Unterstützung von Neuanläufen an den anderen Standorten. Trotz der Verlagerung einzelner Produktionslinien werden in Roding auch künftig Kraftstoffhochdruckpumpen gefertigt. Es gibt laut Continental zurzeit keine Pläne, die Produktion an dem Standort ganz einzustellen. Auch das Pumpen-Ersatzteilgeschäft ist weiterhin in Roding angesiedelt. Fortgeführt wird zudem das moderne, 2017 eröffnete Validation Center, in dem Dauerhaltbarkeitstests durchgeführt werden. Und auch der Hauptsitz der Produktlinie sowie die damit verbundenen Verwaltungstätigkeiten bleiben in Roding.

Noch keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen

Zusammen mit dem Interessenausgleich haben Betriebsrat und die Geschäftsleitung der Continental Mechanical Components Germany GmbH, die den Standort betreibt, unter Mitwirkung der IG Metall und des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie Vereinbarungen zudem einen Sozialplan vereinbart sowie eine tarifvertragliche Regelung, die es ermöglicht, die Steigerung der Lohnkosten an die Unternehmenssituation anzupassen. Zudem verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, 22 Arbeitsplätze zu erhalten, die nach der ursprünglichen Planung abgebaut werden sollten. Die Zahl der noch abzubauenden Arbeitsplätze von Mitarbeitern in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis reduziere sich damit auf rund 60. Continental verweist darauf, dass bisher noch keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen ausgesprochen wurden. Darauf soll auch weiterhin verzichtet werden. Zudem sei es das Ziel, alle Anpassungsmaßnahmen sozialverträglich umzusetzen. Neben der natürlichen Mitarbeiterfluktuation werden dazu auch interne Versetzungsangebote und die Umwandlung von Vollzeit-Arbeitsverträgen in Teilzeitverträge oder andere Vertragsformen genutzt. Von den Anpassungsmaßnahmen sind außerdem rund 140 Leiharbeitnehmer und etwa 15 befristet beschäftigte Mitarbeiter betroffen. Sie werden aufgrund von Fertigungsspitzen eingesetzt. Die aktuelle Mitarbeiterzahl in Roding beträgt 528.

Wirtschaft

Die Angst geht um bei Conti in Roding

Wer muss gehen, wer darf bleiben? Noch sei nichts entschieden, ist zu hören – das Zittern der Mitarbeiter geht weiter.

Continental gehört zu führenden Herstellern

Der Standort in Roding ist der Hauptsitz der Produktlinie Kraftstoffhochdruckpumpen und zugleich das Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion der Systeme. Continental gehört in diesem Produktsegment zu den weltweit führenden Herstellern. Im internationalen Vergleich kämpft der Produktionsstandort Roding um Wettbewerbsfähigkeit, erläutert das Unternehmen. Neugeschäft lasse sich hier aufgrund der Kostenstrukturen nur sehr schwer ansiedeln. Continental habe daher 2018 begonnen, die Produktion teilweise an andere internationale Standorte der Produktlinie zu verlagern, um das Geschäft mit Hochdruckpumpen wirtschaftlich tragbar auszuführen und Arbeitsplätze und Know-how in möglichst großem Umfang zu erhalten. Bis Ende 2019 soll diese Verlagerung eines Teils der Fertigungslinien für Benzin- und Dieselpumpen nach Trutnov (Tschechien), Changchun (China) und Amata City (Thailand) abgeschlossen sein. Diese Änderungen sind mit einem Stellenabbau in Roding verbunden.

Mehr Wirtschaftsnachrichten gibt es hier!

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht