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17 000 Mitarbeiter fehlen

Die Wirtschaft in der Oberpfalz und Kelheim kämpft um Arbeitskräfte erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes
Von Michael Jaumann

Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz Kelheim Foto: altrofoto.de
Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz Kelheim Foto: altrofoto.de

Regensburg.Der Arbeitsmarkt konkurriert um Arbeitnehmer. Wie hilft die IHK bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs?

Die Nachfrage nach Fachkräften ist groß. Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt, dass in diesem Jahr im Wirtschaftsraum Oberpfalz-Kelheim 17.000 qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Die Wirtschaft in der Region verzichtet dadurch unfreiwillig auf eine Wertschöpfung von 1,5 Milliarden Euro. Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden besonders Fachkräfte mit beruflicher Qualifizierung gesucht. Die IHK Regensburg betreute 13.611 Ausbildungsverträge im Jahr 2017 und führte rund 10.000 Prüfungen durch.

Für die IHK ist es Auftrag und Verpflichtung zugleich, die Unternehmen bei der beruflichen Bildung zu unterstützen und die duale Erstausbildung zu stärken. Daher haben die bayerischen IHKs das Projekt „AusbildungsScouts“, ein vom bayerischen Wirtschaftsministerium gefördertes Projekt, ins Leben gerufen. Auszubildende aus den Unternehmen stellen in Schulen „aus erster Hand“ Ausbildungsberufe authentisch und praxisnah vor. Mit der Initiative „Elternstolz“ werben die bayerischen IHKs und Handwerkskammern gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium für die berufliche Ausbildung. Darüber hinaus beteiligt sich die IHK an einer Vielzahl von Ausbildungsmessen und unterstützt Unternehmen bei Themen wie attraktiver Arbeitgeber oder Digitalisierung der Arbeitswelt.

Thema Wohnen: Wie wichtig ist es, dass Fachkräfte bezahlbaren Wohnraum im Arbeitsumfeld finden?

Bezahlbarer Wohnraum ist ein wichtiger Aspekt bei der Attraktivität des Wohn- und Arbeitsortes. Um Fachkräfte aus anderen Regionen zu gewinnen bzw. bereits gewonnene Fachkräfte halten zu können, ist bezahlbarer Wohnraum eine wichtige Voraussetzung. Deswegen ist es dringend notwendig, dass die Politik Maßnahmen ergreift, um das Angebot an Wohnraum zu erhöhen, beispielsweise durch die Mobilisierung von Bauland und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

Verkehr im Großraum Regensburg: Was muss aus Sicht der IHK getan werden?

Regensburgs Verkehrsprobleme sind vielschichtig. An vielen Stellschrauben muss schnell aber gleichzeitig koordiniert angesetzt werden. Ein attraktiver ÖPNV würde sicherlich ein Stück beitragen, der alleinige Heilsbringer kann er aber nicht sein. Als IHK unterstützen wir deshalb nicht nur den ÖPNV, sondern setzen uns vor allem auch für Maßnahmen bei Straße, Schiene und Wasserstraße ein. In Regensburg zählt dazu die Weiterführung der Osttangente im Norden, der Bau einer weiteren Donaubrücke im Westen oder die Realisierung einer Südspange in den Südosten. Um diese und andere Projekte zu realisieren, engagieren wir uns auf regionaler, bayerischer und Bundesebene ein.

Wichtig ist, dass ein Gesamtkonzept für die Mobilität in der Region Regensburg erarbeitet wird, das alle Verkehrsträger gleichermaßen berücksichtigt. Der in dieser Woche unterzeichnete Mobilitätspakt für die Region Regensburg ist ein erster wichtiger Schritt. Nun müssen aber schnell konkrete Maßnahmen erarbeitet und möglichst zügig umgesetzt werden.

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