MyMz
Anzeige

Die IHK ließ in die Zukunft blicken

Vom Fluch und Segen des Internets zum Auto von Morgen: Die Wirtschaftskammer zeigte sich beim Jubiläum nachdenklich.
Von Michael Jaumann

Einblicke in die Veränderung der Arbeitswelt erhielten die Besucher am Jubiläumstag der Industrie- und Handelskammer Regensburg. Foto: altrofoto.de
Einblicke in die Veränderung der Arbeitswelt erhielten die Besucher am Jubiläumstag der Industrie- und Handelskammer Regensburg. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Seit 175 Jahren ist die Industrie- und Handelskammer Plattform für die regionale Wirtschaft. Trotz ihres ehrwürdigen Alters zeigt sich die Unternehmervertretung offen für ungewöhnliche Sichtweisen und Innovationen. Das stellte sie am Donnerstag mit der Vortragsserie zu ihrem Jubiläum unter Beweis.

Von der Suche nach dem Glück über die Suche nach dem gerechten Welthandel, der Suche nach dem richtigen Zeitpunkt für Entscheidungen zur Digitalisierung von Unternehmen bis zur Suche nach der optimalen Fortbewegung in der Zukunft spannte sich der Bogen der Beiträge. Die Redner stellten dabei die Menschen in den Mittelpunkt. Sie drehen als Akteure an den entscheidenden Stellschrauben.

Die zwei Gesichter des Internets

Dass das Internet nicht gut oder schlecht ist, sondern beides sein kann, machte eingangs Dr. Florian Langenscheidt deutlich. Der Verleger, Bestsellerautor und Glücksforscher, der auch als Business Angel 22 Firmen gegründet hat, zeigte wie das Internet gleichzeitig Fluch und Segen ist. Zum Vergnügen des neuen IHK-Präsidenten und Optik-Unternehmers Michael Matt wechselte Langenscheidt je nach Optik sogar die Brille. 40 Prozent der Beziehungen würden übers Internet geknüpft, lautete eines der dialektischen Argumente. Aber wie viele Beziehungen gingen über die Nutzung von Smartphones wieder kaputt?, fragte er. Langenscheidt riet zum richtigen Maß und gab zu bedenken, dass jeder Mensch frei sei, Entscheidungen zu treffen.

„17 000 Mitarbeiter fehlen“, sagt Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK im Interview. Das ganze Gespräch lesen Sie hier.

„Uns geht’s gut“, umschrieb anschließend Dr. Volker Treier die noch robuste deutsche Konjunktur. Schon allein der Blick auf die von Transportern besetzte rechte Spur der heimischen Autobahnen zeige, wie sehr der Handel blüht – gerade mit Osteuropa. Der Außenwirtschaftschef des Industrie- und Handelstages zeigte aber auch, wie sich Exporterwartungen angesichts der Wirtschaftspolitik der USA eintrübten. Treier war „überrascht“, dass der Chef der EU-Kommission in Washington einen Dialog über die Abschaffung von Zöllen erreicht habe und wertete dies als „kleines Licht am Ende des Tunnels“. Im Gespräch mit ostbayerischen Unternehmern riet Treier den Firmen, sich in Sachen Austritt Großbritanniens auf einen harten Brexit einzustellen, „auch wenn es Kosten bereitet“.

Wie sich die Büroarbeit im Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation verändert, erklärte Stephanie Wackernagel, Projektleiterin beim Fraunhofer-Institiut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. Sie zeigte, wie digitales Arbeiten im Büro quer durch alle Altersschichten verbreitet ist und wie sehr Arbeiten mit Visualisierungen die Produktivität steigere. Durch das Internet würden die Beschäftigten flexibler bei Zeit, Struktur und Standort des Arbeitens. Am Standort, also dem Büro in der Firma, halten die Arbeitgeber aber noch am meisten fest.

Das Büro der Zukunft

Das Bürogebäude der Zukunft bezeichnete sie als Ort des sozialen Austauschs. Das Büro der Zukunft sei gegliedert mit offenen Bereichen, Stätten geplanter Kommunikation und Rückzugsmöglichkeiten. „Da geht der Trend hin!“ Wackernagel mahnte die Unternehmer dazu, die Beschäftigten mitzunehmen und sie in Neuerungen einzubinden. Der Mensch stehe im Mittelpunkt. Gerade größere Veränderungen bedurften ausführlicher Kommunikation. Angst vor Widerständen dürften Entscheider aber nicht davor zurückscheuen lassen, Veränderungen anzupacken.

Wie sein Unternehmen die Mobiltät-Trends der Zukunft herausfiltert, schilderte Thomas Gallner, Innovationsverantwortlicher am Continental-Standort Regensburg. Dem Autonomen Fahren, der Kommunikation mit dem Internet, dem elektrischen Fahren und dem Carsharing gehöre die Aufmerksamkeit bei Conti. Schon 2050, so Gallner, könnte Autonomes Fahren aber schon überholt sein.

So war der Tag der offenen Tür bei der IHK Regensburg: Unsere Reporter berichteten in unserem Newsblog live von der Veranstaltung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht