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Wirtschaft

Krones wertet ein Industrieviertel auf

Der Konzern ersetzt alte Hallen. Die millionenschweren Bauten werden aufeinander bezogen und machen Neutraubling attraktiver.
von Michael Jaumann

Für viel Geld wertet Krones seine Flächen am Standort Neutraubling auf. An drei Punkten auf dem Werksgelände wird gebaut, bzw. stehen Projekte vor dem Start. Die Neubauten werten öde Straßen im Stadtgebiet auf.

Neutraubling.Die Borsigstraße – wichtige West-Ost-Verbindung der Stadt –zählt bisher nicht zu den optischen Aushängeschildern von Neutraubling. Mit vielen alten und neueren Gewerbebauten zeugt sie jedoch sowohl vom Fleiß Neutraublinger Industrieller als auch vom Verschwinden von Traditionsbetrieben.

Derzeit ändert die Straße an vielen Stellen ihr Gesicht. Dafür sorgt die Firma Guido mit einem Neubau auf einem bisher unbebauten Grundstück. Und dafür sorgt vor allem der Krones Konzern mit gleich zwei Baumaßnahmen, die alte Hallen ersetzen und Flächen des Konzerns effizienter nutzen sollen.

Erweiterung ohne Stillstand

Rund 17 Millionen Euro werden östlich der Berliner Straße in den Neubau der Schaltschrankproduktion und den Erweiterungsbau der Krones-Akademie investiert. Bereits vorangeschritten ist ein L-förmiger Bau, der sich vor die Produktionshalle der Akademie schiebt. In der Akademie schult der Weltmarktführer von Getränkeabfüllanlagen Mitarbeiter von Kunden aus aller Welt, verdient damit gutes Geld – und nützt dem Kunden. Denn die Akademie macht die Schüler im Umgang mit den Hightech-Maschinen von Krones kompetenter und erspart den Kunden teure Produktionsausfälle.

Weil der lukrative Akademiebetrieb ohne Stillstand bei den Schulungen ausgebaut werden soll, erweitert Krones in zwei Abschnitten. L-förmig schiebt sich eine Schulungshalle mit einem vorgelagerten Kopfbau vor den Altbau, in der die Maschinenausbildung weitergeht. Bis Oktober, so Franz Zollner, Leiter Bau und Technik bei Krones, wird der Erweiterungsbau fertig sein. Dann wird der Bestandsbau abgerissen. Bis Frühjahr 2019 soll im zweiten Bauabschnitt dann eine weitere Schulungshalle neu gebaut werden. Das 4,5-Millionen Euro teure Projekt könne trotz eines schwierigen Umfelds, in dem bei boomender Konjunktur laut Bau-Chef Zollner fast keine Firmen mehr zu finden seien, in Kosten und Bauzeit planmäßig abgeschlossen werden.

Nur durch eine weitere Halle zur Schaltschrankproduktion getrennt, ist an Borsigstraße und Berliner Straße bereits das Gelände für die „Schaltschrankproduktion der Zukunft“ vorbereitet. Dort wird mit einer Summe von 12,5 Millionen Euro anstelle einer 3500 Quadratmeter großen Halle ein Neubau mit rund 6000 Quadratmeter Produktionsfläche und 850 Quadratmeter Büros hochgezogen.

In der „Fabrik der Zukunft“ soll die Produktivität der Fertigung deutlich gesteigert werden. Den Beschäftigten verspricht Zollner bessere Arbeitsbedingungen sowie freundlichere und hellere Optik. Die Beschäftigten freuten sich bereits auf die angenehmere Atmosphäre des Baus, der 2019 fertiggestellt werden soll, so Zollner. Für die nördliche Flanke des Werks, die „bisher nicht als Schokoladenseite von Krones bekannt ist“, erwartet Zollner eine deutliche Aufwertung. In der Formensprache sollen sich die Gebäude von Akademie und Schaltschrankproduktion modern und neuartig neben den bestehenden Gebäuden behaupten, ohne die traditionellen Farben und Materialien von Krones aufzugeben.

Spielerische Elemente

Gleichzeitig werden die 2019 fertigwerdenden Neubauten aufeinander bezogen. Sowohl die Akademie wie auch die Schaltschrankproduktion wird im Kopfbau durch einen grauen Riegel eingefasst, der sich von Gebäude zu Gebäude schlängelt. Und in beiden Bauten werden unterschiedliche Fensterformate verwendet, die dem Raster der Neubauten durch die spielerischen Elemente etwas von seiner Strenge nehmen sollen. „Repräsentativ, aber nicht übertrieben“, nennt Zollner die beabsichtigte Wirkung auf den Betrachter.

Nicht direkt an der Borsigstraße, aber nahegelegen, hat der Konzern bereits den Boden für einen Anbau der Füllertechnik bereitet. Auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik, das bis auf ein Gebäude schon länger durch Neubauten ersetzt wurde, ist jetzt auch der letzte Bau dieses Altbestands beseitigt worden. Damit ist der Weg frei für einen zehn Millionen Euro teuren Anbau an das Gebäude der Füllertechnik. In diesem neuen Hallenbereich sollen Maschinen und Anlagen der Bereiche Fülltechnik und Kunststofftechnik endmontiert, geprüft und in Betrieb genommen werden. Innen wie außen soll der Anbau optisch mit dem angrenzenden Trakt verschmelzen.

Ziel solcher Ersatzbauten ist, die Flächen auf dem Firmengelände effizient zu nutzen, so Zollner. Damit werde der Druck vermindert, am Standort in die Breite zu wachsen.

Die folgende Grafik zeigt die Standorte aktueller Bauprojekte:

Gebäude 1: Erweiterungsbau der Krones-Akademie. Das Projekt wird in zwei Abschnitten verwirklicht. Fertigstellung ist 2019.

Gebäude 2: Schaltschrankproduktion. Das Gelände ist baufertig, die Arbeiten können beginnen. Auch hier ist die Fertigstellung für 2019 geplant. In verschiedenen Gestaltungselementen werden die Gebäude 1 und 2 aufeinander bezogen.

Gebäude 3: Anbau Füllertechnik. Das Gelände ist baureif vorbereitet. Anbau und Bestandsbau verschmelzen.

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