mz_logo

Regensburg
Mittwoch, 22. August 2018 29° 2

Wirtschaft

Krones zieht Polit-Prominenz an

Der Weltmarktführer beeindruckt. Nach dem Bundespräsidenten und dem SPD-Kanzlerkandidaten war Ministerin Aigner im Konzern.
Von Michael Jaumann, MZ

Kurze Pause für die Krones-Werksangehörigen: Aufsichtsratsvorsitzender Volker Kronseder sauste im D-Zug-Tempo mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner durch die Produktionshallen und erklärte unter anderem, wie aus kleinen Plastikrohlingen Getränkeflaschen werden. Foto: Jaumann
Kurze Pause für die Krones-Werksangehörigen: Aufsichtsratsvorsitzender Volker Kronseder sauste im D-Zug-Tempo mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner durch die Produktionshallen und erklärte unter anderem, wie aus kleinen Plastikrohlingen Getränkeflaschen werden. Foto: Jaumann

Neutraubling.Das erlebt man selten bei Politikern: Bereits einige Minuten vor dem vereinbarten Termin betritt Staatsministerin Ilse Aigner, nur begleitet von zwei Personenschützern, forschen Schritts die Empfangshalle von Krones und wartet geduldig, bis ihre Gastgeber auf dem Plan erscheinen. So hat die mehrere Stockwerke hohe Halle des Weltmarktführers für Getränkeabfüllanlagen Gelegenheit, ihre beeindruckenden Dimensionen so richtig zur Geltung zu bringen.

Einige Tage, nachdem die Ministerin in Begleitung von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier im Krones-Produktionsstandort Rosenheim zu Gast war, besuchte sie am Montagnachmittag erstmals den Hauptsitz des M-Dax-Konzerns. Anlass war eine Tagung mit den bayerischen Industrie- und Handelskammern in Regensburg. Abschließend wollte sie noch ein Wirtschaftsunternehmen der Region besuchen, erklärte Dr. Alfred Brunnbauer, Geschäftsführer der IHK Regensburg.

„Der Chef“ führte Ilse Aigner

Begleitet von Vorstandsvorsitzendem Christoph Klenk, Finanzvorstand Michael Andersen und Vorstandsmitglied Markus Tischer führte „der Chef“, wie die Beschäftigten den Krones-Aufsichtsratsvorsitzenden Volker Kronseder immer noch nennen, in rasantem Tempo durch die Hallen. Von der Montage und Inbetriebnahme von Fülleranlagen über Testbereiche von Streckblasmaschinen, Füllern, Verschließern und Etikettiermaschinen, Montage von Streckblasmaschinen und Herstellung der Blasmodule für die Streckblasmaschine, die aus kleinen Plastik-Rohlingen große Getränkeflaschen entstehen lässt, über das Rohrbearbeitungszentrum, in dem die Metallteile der Maschinen entstehen, bis hin zur Blasformenfertigung für die Kunststoffmaschine erklärte Kronseder in schwindelerregendem Tempo die Produktion am Krones-Hauptstandort.

Für Ilse Aigner, immerhin staatlich geprüfte Elektrotechnikerin, war nicht alles Neuland, was Aufsichtsratschef Kronseder ihr bei der Werksführung erläuterte. Sie zeigte sich anschließend im Gespräch mit den Medien aber angemessen beeindruckt. Vor allem, dass all dies bei Krones aus einem Handwerksbetrieb entstanden ist, nötigte der Ministerin Respekt ab. Die Wirtschaft müsse sich weiterentwickeln, betonte die Ministerin. Insbesondere die Digitalisierung sei dabei wichtig, sagte Aigner, ehe sie sich zu einem Gespräch mit den Krones- Verantwortlichen zurückzog.

Die Krones-Standorte in Deutschland zwischen Flensburg und Rosenheim sind in diesen Wochen viel gefragt. So ließ sich Bundespräsident Steinmeier vor wenigen Tagen bei seinem Antrittsbesuch in Bayern die Fertigung im Krones-Werk in Rosenheim erläutern und zeigte sich insbesondere von der Internationalität des Exportmeisters Krones angetan.

In Rosenheim, dem zweitgrößten deutschen Krones-Standort, nahmen sich Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender viel Zeit, um mit den Beschäftigten zu sprechen. Foto: Krones/Petra Homeier
In Rosenheim, dem zweitgrößten deutschen Krones-Standort, nahmen sich Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender viel Zeit, um mit den Beschäftigten zu sprechen. Foto: Krones/Petra Homeier

In dasselbe Horn stieß einige Tage darauf SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beim Besuch am Krones-Standort in Flensburg, wo Flaschenreinigungs- und PET-Recyclinganlagen für die ganze Welt hergestellt werden. Weltweit operierende Mittelständler wie Krones bildeten das wirtschaftliche Rückgrat der Bundesrepublik, würdigte Schulz beim Werksbesuch.

Die Strukturen beeinflussen

Im Konzern zeigt man sich über das Interesse aus der Politik hocherfreut. Auch wenn unter anderem Minister wie Emilia Müller, Christine Haderthauer, Günter Beckstein und Gerd Müller sowie Staatssekretäre und Parlamentarier bereits im Konzern zu Gast waren, seien diese Besuche keineswegs alltäglich und somit immer noch etwas Besonderes, versichert Konzernsprecherin Danuta Kessler-Zieroth. „Dadurch zeigt uns die Politik, dass man Krones als ein interessantes und wichtiges Unternehmen wahrnimmt.“

Krones verstehe sich selbst durchaus als einen wichtigen Partner für die Politik, erklärt Kessler-Zieroth. Schließlich nehme der Konzern eine Vorreiterrolle in verschiedenen Bereichen ein, etwa beim Know-how, in der Ausbildung, in der Zusammenarbeit mit Hochschulen oder in der Digitalisierung.

Für Krones seien die Kontakte zu Politikern wichtig, da es damit als Wirtschaftsunternehmen Strukturen mitbeeinflussen und verändern könne, betont die Unternehmenssprecherin. Das gelte aktuell insbesondere für die Digitalisierung in der Region. Dabei solle eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Hochschulen und Forschungsinstituten über die Förderung von Netzwerken angestrebt werden. Die drei Partner sollten gemeinsam Innovationszentren bilden, die eine Start-up-Kultur unterstützen, heißt es bei Krones.

Weitere Nachrichten aus Regensburg und der Region lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Solides Wachstum bei Krones

  • Umsatz:

    Krones, führender Hersteller in der Verpackungs- und Abfülltechnik, ist gut in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Von Januar bis März legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16,5 Prozent von 772,1 Millionen Euro auf 899,4 Millionen Euro zu. Bereinigt um schnellere Projektabschlüsse und um Akquisitionen stieg der Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent.

  • Aufträge:

    Der Auftragseingang des M-Dax-Konzerns verbesserte sich im ersten Quartal um 6,5 Prozent auf 875,5 Millionen Euro. Ohne Akquisitionen lag der Zuwachs bei 3,4 Prozent. Ende März hatte Krones Aufträge im Wert von 1 120 800 Millionen Euro (Vorjahr: 1 144 700 Millionen Euro) in den Büchern.

  • Prognose:

    Für 2017 strebt Krones ein Umsatzwachstum von vier Prozent an.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht