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Wirtschaft

Continental testet für die Zukunft

Das Unternehmen eröffnet in Roding ein Prüfzentrum. Der Global Player baut zudem ein weiteres Angebot im Ort aus.
Von Rupert Schlecht

Bei Continental in Roding werden im neu gebauten Testcenter Kraftstoffpumpen montiert und sogenannten Dauertests unterzogen. Foto: Continental
Bei Continental in Roding werden im neu gebauten Testcenter Kraftstoffpumpen montiert und sogenannten Dauertests unterzogen. Foto: Continental

Roding.Continental hat in Roding mehr als zwei Millionen Euro in sein neues Validation Center investiert. Darin werden Dauerhaltbarkeitstests der in Roding entwickelten Benzin-Hochdruckpumpen ausgeführt. Bei der Eröffnungsfeier am Freitagnachmittag ist den Gästen aus Wirtschaft, Industrie und Politik zudem ein neues Analytik-Zentrum vorgestellt geworden. Damit will das Technologieunternehmen am Standort Roding seine wissenschaftlichen Kompetenzen stärker zur Geltung bringen will.

Ein Druck von bis zu 350 bar

Christophe Lefèbvre ist Leiter Produktlinie Hochdruckpumpe, Division Powertrain bei Continental. Er zollt den Mitarbeitern ein dickes Lob. In Roding sei man bereit für die Globalisierung. Der Schritt, in Roding das Validation Center angesiedelt zu haben, „ist demnach folgerichtig“.

Die Einspritzsysteme von modernen Benzinmotoren arbeiten laut Continental mit einem Druck von bis zu 350 bar – und die Kraftstoffpumpen, die diese Höchstleistungen vollbringen, werden bei Continental in Roding entwickelt und produziert.

Und hiermit ist das Testcenter offiziell eröffnet: Es freuen sich u. a. von Continental Wolfgang Breuer (r.), Dr. Erica Trapel (3. v. r.), Christophe Lefèbvre (4. v. r.), Dr. Davis Cordova (l.) sowie Rodings 3. Bürgermeister Alfred Wittman (3. v. l.) und stellvertretender Landrat Markus Müller (2. v. r.).Foto: R. Schlecht
Und hiermit ist das Testcenter offiziell eröffnet: Es freuen sich u. a. von Continental Wolfgang Breuer (r.), Dr. Erica Trapel (3. v. r.), Christophe Lefèbvre (4. v. r.), Dr. Davis Cordova (l.) sowie Rodings 3. Bürgermeister Alfred Wittman (3. v. l.) und stellvertretender Landrat Markus Müller (2. v. r.).Foto: R. Schlecht

Im Continental-Konzern, einem der weltweit führenden Hersteller von Kraftstoff-Hochdruckpumpen, ist Roding das globale Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion dieser Hightech-Systeme. Nun hat das Technologie-Unternehmen nach eigenem Bekunden die Kompetenzen des oberpfälzischen Standorts durch ein neues Testzentrum weiter ausgebaut. Im so genannten Validation Center werden die in Roding entwickelten Benzin-Hochdruckpumpen auf ihre Dauerhaltbarkeit getestet. Bisher sind diese Tests überwiegend bei externen Dienstleistern erfolgt, teilt Continental mit.

Dr. Erica Trapel, Head of Technology Management and Validation, hebt hervor, dass der Konzern das Projekt in Roding stark unterstützt habe. Künftig werde weiter mit Hochdruck daran gearbeitet, die Kundenanforderungen am Standort anzunehmen und zu meistern. „Roding ist bereit für die Zukunft“.

Bei der Eröffnung am Freitagnachmittag hat Continental eine weitere Neuerung vorgestellt: das im Januar gegründete Center of Competence Analysis (CCA). In dieser Organisation hat der Standort seine wissenschaftlichen Labore zusammengefasst, um mit deren vielfältigen Analytik-Kompetenzen auch die Entwicklung anderer Continental-Standorte zu unterstützen und diese Dienstleistungen zudem externen Kunden anzubieten.

Lesen Sie hier: Bis 2020 will das Unternehmen an seinem Standort Roding eine Energieeinsparung von 20 Prozent im Vergleich zu 2013 erreichen.

Dazu erläutert Wolfgang Breuer, der Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Engine Systems: „Mit dem neuen Validation Center, in das Continental mehr als zwei Millionen Euro investiert hat, können wir die Validierung unserer Benzin-Hochdruckpumpen nun in Eigenregie direkt am Standort durchführen. Diese Dauertests unter genau definierten Bedingungen sind für die hohe Qualität unserer Produkte von zentraler Bedeutung“. Der Standort Roding werde durch diese zwei Organisationseinheiten deutlich gestärkt, sagt Breuer.

Entwicklung und Fertigung

  • Qualität:

    Continental teilt mit: Das Werk Roding setzt Qualitätsstandards für die weltweite Produktion.

  • Arbeitgeber:

    Continental beschäftigt in Roding rund 650 Mitarbeiter aus rund 25 Nationen und ist damit einer der größten Arbeitgeber der Region.

  • Produktion:

    An dem 2003 gegründeten Standort hat der Automobilzulieferer bis heute rund 15 Millionen Kraftstoffpumpen produziert.

  • Kompetenz:

    „Die hohen Rodinger Qualitätsstandards in der Produktion gelten weltweit für alle Kraftstoffpumpenwerke von Continental. Denn als Kompetenzzentrum entwickeln wir auch die Fertigungsmethoden, die an allen Produktionsstandorten zum Einsatz kommen“, sagt Christophe Lefebvre, Leiter Produktlinie Hochdruckpumpe, Division Powertrain bei Continental.

„Continental und Roding, das gehört fest zusammen“, sagt stellvertretender Landrat Markus Müller. Continental bündele mit Forschung, Entwicklung und Produktion gleich drei Bereiche an einem Standort. Alfred Wittmann, Rodings 3. Bürgermeister, sagt, dass in der 12 000-Einwohner-Kommune Roding Vollbeschäftigung herrsche, insbesondere dank weltweit agierender Unternehmen wie Conti.

Laut Continental müssen je nach Einsatzbereich die Kraftstoffpumpen eine unterschiedlich hohe Lebensdauer erreichen – bei Pkw bis zu 300 000 Kilometer. Um den immer schärfer werdenden Emissionsgesetzgebungen gerecht zu werden, ist eine hohe Präzision der mechanischen Bauteile nötig. Um sicherzugehen, dass sich diese über ein gesamtes Fahrzeugleben nur in einem zulässig geringen Masse verändert, werden mit den Hochdruckpumpen Dauerversuche auf hydraulischen Prüfständen durchgeführt, teilt Continental mit.

Erprobung von bis zu 16 Pumpen

Das 270 Quadratmeter große Validation Center beherbergt vier dieser Prüfstände, auf denen die Lebensdauer von bis zu 16 Pumpen gleichzeitig innerhalb weniger Wochen nachgebildet werden kann. Die Erprobung berücksichtigt alle Bedingungen für einen weltweiten Einsatz, z. B. hinsichtlich Klima, Kraftstoffqualität, Verkehrsverhältnisse oder Nutzungsverhalten. Die Dauerversuche im Validation Center sind wesentlicher Bestandteil des Produktzuverlässigkeitsnachweises, mit dessen erfolgreichen Bestehen grünes Licht für die Serienproduktion gegeben werden kann.

Mit der Einrichtung des Center of Competence Analysis haben dessen Labore in Roding und Regensburg ihren Tätigkeitsbereich deutlich erweitert und sind inzwischen auch in die Entwicklung von Injektoren, Turboladern, Abgasnachbehandlung und Kraftstoffsensoren einbezogen.

Christophe Lefèbvre ist sich sicher: „Durch das Validation Center und das Center of Competence Analysis stärken wir sowohl unsere Entwicklungskompetenz als auch unser Know-how in der Serienproduktion“.

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