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Beruf

Mädchen testen hochmoderne Flitzer

Mit einem Forscherinnen-Camp bei Continental in Regensburg sollen zwölf Mädchen an technische Berufe herangeführt werden.
Von Daniel Geradtz, MZ

Zusammen mit Bertram Brossardt und einem Continental-Fahrer fuhren die Teilnehmerinnen über die hauseigene Teststrecke. Er demonstrierte die Assistenzsysteme. Foto: Neele Leske/BBW e. V.
Zusammen mit Bertram Brossardt und einem Continental-Fahrer fuhren die Teilnehmerinnen über die hauseigene Teststrecke. Er demonstrierte die Assistenzsysteme. Foto: Neele Leske/BBW e. V.

Regensburg.Bei der Frage, ob ihnen autonomes Fahren Angst bereite, brauchen sie nicht lange zu überlegen. Keine Zweifel haben die zwölf Teilnehmerinnen des diesjährigen Forscherinnen-Camps. Alle würden sofort in ein Auto einsteigen, das sie selbstständig von einem Ort zum anderen fährt.

In dieser Woche gastiert das Projekt am Continental-Standort Regensburg. Bei der Aktion geht es darum, dass sich technikaffine Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren selbst einmal als Tüftler, Techniker und Programmierer ausprobieren können. Am Mittwoch besuchten Continental-Standortleiter Thomas Ebenhöch und Bertram Brossardt das Forscherinnen-Camp. Brossardt ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, die das Projekt als Hauptsponsor unterstützt. Auch Prof. Christine Süß-Gebhard von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg blickte den Teilnehmerinnen über die Schulter.

Technik begeistert Teilnehmerinnen

Zu Beginn der Camp-Woche erhielten die Teilnehmerinnen einen Forschungsauftrag. Die OTH und die Continental-Niederlassung Regensburg stellten ihnen die Aufgabe, sich mit den Zukunftsperspektiven des autonomen Fahrens zu beschäftigen.

Im Arbeitskreis besprachen sich die Mädchen. Foto: Geradtz
Im Arbeitskreis besprachen sich die Mädchen. Foto: Geradtz

Die Jugendlichen stellten ihre Visionen von Smartphone-Applikationen vor, die mit dem autonomen Fahren verknüpft werden könnten. Eine Idee lautete, dass die Technik auch die Vitalparameter des Fahrers erfasst. So kann das Auto beispielsweise selbst die Kontrolle übernehmen, wenn es Anzeichen gibt, dass der Fahrzeugführer müde wird. Schnell waren die Jugendlichen davon überzeugt, dass die Technik in der Lage ist, ein Auto zu steuern. Anfängliche Skepsis wurde im Zuge der eigenen Programmierversuche ausgeräumt. „Ich schaffe es schon, einen Roboter so zu programmieren, dass er auf einer Linie fährt. Dann kann ich auch denjenigen vertrauen, die das schon seit 20 oder 30 Jahren machen“, fand eine Teilnehmerin. Julia aus Amberg fügte hinzu: „Man ist unglaublich stolz, wenn er auf der Strecke geblieben ist.“

Von der jungen Forscherin zur Werkstudentin

Am Mittwoch durften die Jugendlichen in teilautonom gesteuerten Fahrzeugen fahren. Für sie ging es durch den Regensburger Stadtverkehr und über die Continental-Teststrecke. Nach der Fahrt mit einem Tesla-Elektrofahrzeug war Sarah von dessen Leistung begeistert. „Der Motor beschleunigt von Beginn an sehr stark.“ Aber auch die Assistenzsysteme faszinierten sie. „Das Auto gibt immer Geräusche, wenn es bereit ist, das autonome Fahren zu übernehmen“, sagte sie. Ronja, die ebenfalls mitgefahren ist, erklärte: „Das Auto kann die Spur wechseln, aber leider noch nicht von alleine abbiegen.“ Das Forscherinnen-Camp soll den Schülerinnen eine Orientierung bieten. Durch die Verknüpfung zwischen einem Unternehmen und einer Hochschule sollen sie nicht nur einen Einblick in einen möglichen Beruf, sondern auch in einen Ingenieurstudiengang erhalten.

Die Mint-Fächer

  • Begriff:

    Unter der Abkürzung werden die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zusammengefasst.

  • Geschlechter:

    Mit der Initiative sollen mehr Frauen für technische Berufe oder Studiengänge gewonnen werden.

  • Anteil:

    Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2015 85 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Angestellte in MINT-Berufen Männer.

  • Entwicklung:

    Die Entwicklung zeigt in den letzen Jahren aber einen leicht ansteigenden Frauen-Anteil.

Franziska Seidenschwarz absolvierte das Forscherinnen-Camp im Jahr 2015. Inzwischen ist sie eine Werkstudentin bei Continental. „Ich war mir lange Zeit nicht sicher, ob ich in eine technische Richtung gehen will. Viele haben mir gesagt, dass Maschinenbau das schwerste Studienfach sei“, erklärte sie. Die Eindrücke aus dem Forscherinnen-Camp hätten ihr ein gutes Gefühl gegeben und die Zweifel genommen.

Jugendliche sollen ein Team werden

Das Forscherinnen-Camp findet jährlich statt und dauert fünf Tage. Der Verein „Wirtschaft im Dialog im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft“ (BBW) ist der Projektträger und richtet es an bis zu neun Städten aus. Dabei kooperiert er mit ortsansässigen Hochschulen und Unternehmen. Für die Teilnehmerinnen geht es nicht nur darum, zusammen an einem Projekt zuarbeiten, sondern auch als Team zusammenzuwachsen. Mit gemeinsamen Ausflügen in Hochseilgärten oder Kletterparks soll dieses Zeil erreichen. Am heutigen Freitag endet die Aktionswoche mit einer Veranstaltung in der Continental Arena.

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