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Wirtschaft

Politiker wollen Conti-Jobs retten

Landrat und Bürgermeister sind am Freitag zu Gesprächen in München. Die IG Metall hat am Vormittag zu Protesten aufgerufen.

Am Standort in Roding sollen rund 300 Arbeitsplätze wegfallen. Foto: B. Schreiner
Am Standort in Roding sollen rund 300 Arbeitsplätze wegfallen. Foto: B. Schreiner

Roding.Landrat Franz Löffler steht seit Bekanntwerden des geplanten Arbeitsplatzabbaus von Conti in Roding in engem Kontakt mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und auch mit Ministerin Ilse Aigner persönlich. Auf Initiative des Landrats findet dazu am Freitag ein Gespräch im Wirtschaftsministerium statt, an dem neben Bürgermeister Franz Reichold auch Mitglieder der Leitung von Continental Automotive GmbH teilnehmen werden.

Am Mittwoch vor einer Woche hat der Konzern verkündet, dass ein Teil der Fertigungslinien (Benzin- und Dieselhochdruckpumpen) sukzessive von Roding nach Tschechien und Fernost verlagert wird. Rund 300 Arbeitsplätze sind davon betroffen.

Ziel des Gespräches in München sei es, die Möglichkeiten für einen Erhalt der Arbeitsplätze in Roding auszuloten. Dabei denkt der Landrat vor allem an die Etablierung neuer Produktlinien im Bereich der Abgasnachbehandlung und der Elektrifizierung.

Die Mitarbeiter von Continental am Standort Roding hätten bereits im 2000 bewiesen, damals noch in einer Kooperation zwischen Siemens VDO und dem Heiztechnikunternehmen Vaillant, dass sie ein komplett neues Produkt wie die Diesel-Pumpe entwickeln und produzieren können, so Löffler. Und weiter: „Sie sind nicht nur fleißig und gut ausgebildet, sondern auch innovativ und kreativ.“ Zudem erinnert er daran, dass nach der Übernahme durch die Continental AG in kürzester Zeit ein weltweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Kraftstoff-Hochdruckpumpen (Diesel und Benzin) aufgebaut wurde. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes hänge nicht nur an den Personalkosten, sondern vor allem an der Produktivität, an der Qualität der Produkte und an den hoch qualifizierten und hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wie sie der Standort Roding aufweist. Statt darauf zu verzichten, sollte man diesen Schatz an Erfahrung, Wissen und Können im Interesse beider Seiten nutzen. Löffler: „Der Konzern schreibt schwarze Zahlen. Diese Zahlen müssten es zulassen, sich der Verantwortung für die Mitarbeiter zu stellen und sie für die dort ohne Zweifel vorhanden innovativen und zukunftsfähigen Tätigkeits- und Aufgabenbereiche zu qualifizieren und auch dort einzusetzen.“

Der Landrat verweist auch auf das im Landkreis Cham vorhandene Entwicklungs- und Innovationspotenzial, das von Conti noch nicht ausgenutzt worden sei: Eine Zusammenarbeit mit dem Technologie Campus, an dem gerade eine Digitale Leitfabrik entsteht, biete sich an. „Wir werden Continental anbieten, die dort vorhandenen Kompetenzen in Forschung und Entwicklung zu nutzen, egal ob es um additive Fertigung oder um digitale Produktionslinien geht“, sagt er. Auch bei der Qualifizierung von Fachkräften für neue Aufgaben gebe es in der Region beste Möglichkeiten. Der Landkreis und besonders auch der Standort Roding verfügen über hohe Kompetenz sowohl im Bereich der Fachkräfte als auch der technologischen Entwicklungsfähigkeit. Diese Standortvorteile werde Löffler den Vertretern von Continental deutlich machen.

Wie Olga Redda informiert, habe die IG Metall Regensburg für Freitag, 9.15 Uhr, zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Dazu werden neben Bürgermeister Franz Reichold und Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp bis zu 300 Teilnehmer erwartet. Die Gewerkschaft wolle damit ein Zeichen gegen den geplanten Stellenabbau setzen. (bs)

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