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Wirtschaft

Fitnesskur für Nittenauer Krones-Werk

Chef Markus Riedlbauer organisiert den Standort neu, um die Effizienz zu steigern. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.
von Cornelia Lorenz

Markus Riedlbauer will die Effizienz des Nittenauer Krones-Werks steigern. Foto: scl
Markus Riedlbauer will die Effizienz des Nittenauer Krones-Werks steigern. Foto: scl

Nittenau. Seit seiner Gründung im Jahr 1972 ist das Krones-Werk aus Nittenau nicht mehr wegzudenken. Knapp 800 Mitarbeiter sind hier mittlerweile beschäftigt. Jetzt hat der Konzern mit seinem Standort in der Regentalstadt viel vor. „Wir können noch deutlich effizienter arbeiten und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft sichern. Doch dafür müssen wir unsere Arbeitsprozesse in Nittenau optimieren“, sagt Chef Markus Riedlbauer. Sein Plan ist ehrgeizig: Der 37-Jährige hat vor, den Output durch intelligente Umstrukturierungen deutlich zu steigern. „Ein Plus von 20 Prozent ist schon drin“, schätzt er.

Seit Oktober 2017 ist Riedlbauer Chef des Nittenauer Krones-Werks. Er lebt mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter Leni in Sinzing. Seine Diplomarbeit hat der Mechatroniker 2005 bei Krones geschrieben und ist nach dem Studienabschluss als Ingenieur in Neutraubling in den Konzern eingestiegen. Bald wurde er Gruppen- und Abteilungsleiter – und 2017 Werkleiter in Nittenau. „Von der ersten Sekunde an war mir klar, dass ich das machen will“, sagt Riedlbauer.

Hier können künftig auch Mechatroniker ausgebildet werden. Foto: scl
Hier können künftig auch Mechatroniker ausgebildet werden. Foto: scl

Die Entscheidung hat er nicht bereut. „Ich bin sehr herzlich und offen empfangen worden“, sagt er. Sein neues Arbeitsumfeld hat er schnell zu schätzen gelernt. „In Nittenau kennt man sich. Die Wege sind etwas kürzer und der Zusammenhalt ist sehr gut.“ Respekt zollt er seinem Vorgänger Johann Dirmeier, der sich 2017 in den Ruhestand verabschiedete. Er habe „einen herausragenden Maschinenpark“ hinterlassen, sagt Riedlbauer.

Neuer Schub für den Standort

Nun soll der Standort einen neuen Schub erhalten. „Ich habe den klaren Auftrag, das Werk innovativ zu gestalten“, sagt Riedlbauer. Derzeit verfügt der Standort am Heideweg über eine Gesamtfläche von 93000 Quadratmeter, 40000 davon sind bebaut. Mit rund 200 Maschinen und Anlagen produzieren die Nittenauer Mitarbeiter Einzelteile und Module für die Endmontage am Hauptsitz Neutraubling – vom kleinen Füllventil bis zum sieben Meter großen Fülloberteil für die Getränkeindustrie. Erst 2016 hat der Konzern in Nittenau 5,2 Millionen Euro in ein 232 Tonnen schweres Bohrwerk investiert.

„Ich habe den klaren Auftrag, das Werk innovativ zu gestalten.“

Markus Riedlbauer, Leiter des Krones-Werks Nittenau

Der Prozess der Veränderung hat in Nittenau bereits begonnen. Ein Schritt sind eine Reihe von Renovierungsarbeiten. So bekommen einige Hallen neue Dächer, Glaskuppeln, neue Böden und eine bessere Beleuchtung. Schritt zwei: Riedlbauer will für mehr Ergonomie an den Arbeitsplätzen sorgen – zum einen, um körperlichen Belastungen der Mitarbeiter vorzubeugen, zum anderen um denjenigen, die gesundheitliche Einschränkungen haben – das reicht von Rückenleiden bis hin zu körperlichen Behinderungen – die Ausführung ihrer Tätigkeiten zu erleichtern.

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In den Hallen soll es bald überall hell und freundlich aussehen. Foto: scl
In den Hallen soll es bald überall hell und freundlich aussehen. Foto: scl

„Wir wollen unsere Mitarbeiter an Bord behalten und gut einsetzen“, betont Riedlbauer. Höhenverstellbare Werkbänke, die Reduzierung von Lärm und Arbeitsplätze, an denen die Mitarbeiter durch den Produktionsprozess geführt werden, seien deshalb sehr wichtig. Den größten Erfolg aber verspricht sich Riedlbauer von weitreichenden Umstrukturierungsmaßnahmen. Einfach ausgedrückt: Wenn bisher drei gleiche Maschinen in verschiedenen Bereichen in den Werkshallen im Einsatz waren, müssen sie umziehen und sollen künftig in einem Verbund stehen, um zeitsparender bedient werden zu können.

Mitarbeiter werden flexibler

Zwölf neue Azubis starten im Herbst bei Krones ins Berufsleben. Foto: scl
Zwölf neue Azubis starten im Herbst bei Krones ins Berufsleben. Foto: scl

Außerdem wird in Nittenau dem Thema Montage bald eine größere Bedeutung zukommen: Das einst reine Krones-Zerspanungswerk soll in Zukunft bereits fertig montierte und getestete Module und Baugruppen nach Neutraubling liefern. Robotertechnik und Beladesysteme sollen den Mitarbeitern dabei helfen, sich auf die wesentlichen Tätigkeiten konzentrieren zu können. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiter an den Maschinen flexibler werden. Auch in der Logistik sollen künftig alle Prozesse überarbeitet werden – etwa um zu verhindern, dass Maschinen schlecht ausgelastet sind oder gar stillstehen oder zum Beispiel Staplerfahrer unnötige Fahrten absolvieren. „Bisher lassen wir zu viele Synergien liegen – wir könnten eine viel höhere Produktivität erzielen“, sagt Riedlbauer.

Auf die Pläne des Konzerns haben die Nittenauer Mitarbeiter seinen Worten zufolge sehr positiv reagiert. „Es gab quasi keinen Widerstand. Ich habe eine große Bereitschaft für Veränderungen gespürt“, sagt der Werkleiter. Das dürfte auch daran liegen, dass das Unternehmen seinen Mitarbeitern versprochen hat, dass es trotz des Umbruchs keine Entlassungen geben wird.

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