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Krones legt eine Punktlandung hin

Das Neutraublinger Unternehmen liegt beim Gewinn im Plan. Das Geschäftsvolumen wächst stärker als erwartet.
Von Bernhard Fleischmann

Bei Krones entstehen Maschinen in großen Dimensionen. Foto: Kiefer/Krones
Bei Krones entstehen Maschinen in großen Dimensionen. Foto: Kiefer/Krones

Neutraubling.Solides Wachstum ohne große Überraschungen – so lassen sich die Jahreszahlen 2017 der Neutraublinger Krones AG einordnen. Der führende Hersteller in der Verpackungs- und Abfülltechnik vermeldete gestern ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 8,8 Prozent oder exakt 300 Millionen Euro auf nicht ganz 3,7 Milliarden Euro. Bereinigt um Zukäufe waren es immer noch plus 7,2 Prozent. Damit hat Krones das selbst gesetzte Jahresziel von vier Prozent Umsatzplus spürbar übertroffen. Als Grund nennt das Unternehmen, dass es im vierten Quartal mehr Projekte abrechnen konnte als erwartet.

Börse bleibt unbeeindruckt

Die Bestellungen legten noch etwas mehr zu – um glatt zehn Prozent auf fast 3,8 Milliarden Euro. Das Auftragspolster betrug Ende des vergangenen Jahres 1,24 Milliarden Euro, 8,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen habe von seiner breiten internationalen Aufstellung und seinem umfangreichen Produkt- und Serviceangebot profitiert, heißt es in der Pressemitteilung vom Donnerstag.

Die Zahlen wurden noch vor Börsenstart publiziert. Die Finanzmärkte reagierten auf die Bekanntgabe so gut wie gar nicht. Der Aktienkurs gab zum Start nur um 20 Cent auf 111,20 Euro nach. Das Minus war wesentlich geringer als die Verluste des Gesamtmarktes.

Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) gab es eine Punktlandung. Es verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 8,9 Prozent auf 259 Millionen Euro. Das ergibt in Relation zum Umsatz eine EBT-Marge von 7,0 Prozent, exakt so viel, wie man sich vorgenommen hatte. Bei den Marktpreisen habe man keine Sprünge machen können. Kostensteigerungen habe man durch mehr Internationalisierung und allgemeine Sparmaßnahmen ausgeglichen.

Der Ausblick

  • Die Zahlen

    Die Erwartungen bei Krones für 2018 unterscheiden sich kaum von den Ergebnissen 2017. Beim Umsatz wird ein Wachstum von sechs Prozent angestrebt. Die Ertragskraft soll stabil bleiben (EBT-Marge 7 Prozent), trotz hoher Investitionen.

  • Neues Werk

    In Ungarn baut Krones ein neues Werk (wir berichteten). Die Investition wird mit 40 Millionen Euro veranschlagt. Der Betrieb soll Anfang 2019 mit rund 500 Mitarbeitern starten. (fl)

Krones hat sich langfristig – bis zum Jahr 2020 – drei Kennzifferziele gesetzt: sieben Prozent Umsatzwachstum, acht Prozent EBT-Marge und 22 Prozent Working Capital im Verhältnis zum Umsatz. Bei letzterer Zahl ist das Unternehmen noch spürbar vom Ziel entfernt. Denn der Wert lag 2017 bei 27,3 Prozent, 2016 waren es noch 26,7 Prozent. Das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz drückt aus, wie effizient das Kapital eingesetzt wird. Ein niedriger Wert ist in diesem Fall besser.

Eine Enttäuschung

Unzufrieden ist das Krones-Management mit der Entwicklung des freien Cashflow. Diese Kennzahl verdeutlicht, wie viel Geld für die Aktionäre eines Unternehmens tatsächlich übrigbleibt. Bei Krones fiel der Wert von plus 49 Millionen Euro (2016) auf minus 151 Millionen Euro. Das ist eine massive Verschlechterung.

Laut der Pressesprecherin der Krones AG, Danuta Kessler-Zieroth, ist das aber kein Anlass zur Besorgnis. Der Grund für diese Entwicklung liege darin, dass mehrere Großaufträge im vierten Quartal abgeschlossen wurden, die Kunden aber noch nicht gezahlt haben. Diese Summen würden erst in den ersten Monaten des neuen Jahres fließen.

Die Zahl der Mitarbeiter ist weltweit um 856 Menschen auf 15 299 gestiegen. Im Inland kamen 305 Mitarbeiter hinzu, damit sind es jetzt 10 366 (Stichtag 31.12.2017). Im Ausland geht es rasanter nach oben: plus 551 auf 4933 Mitarbeiter.

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