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MZ-Serie

Platz auch für die Heimat im Leitbild

F.EE hat die Marke von 1000 Mitarbeitern überschritten. Sie suchen mit modernster Technik Lösungen für Kunden in aller Welt.
Von Andreas Allacher

Aktuell arbeitet F.EE an einer Großanlage für einen deutschen Automobilhersteller, bei der mit Robotern und komplexer Greifer- und Steuerungstechnik automatisch Panoramadächer in Fahrzeugkarossen eingebaut werden. Fotos: F.EE
Aktuell arbeitet F.EE an einer Großanlage für einen deutschen Automobilhersteller, bei der mit Robotern und komplexer Greifer- und Steuerungstechnik automatisch Panoramadächer in Fahrzeugkarossen eingebaut werden. Fotos: F.EE

Neunburg vorm Wald.Die Zahl 1000 hat im Jahr 2017 die Firma F.EE geprägt: Im Herbst durchbrach „Fleischmann Elektrotech Engineering“ erstmals die Schallmauer von 1000 Beschäftigten; parallel zur Mitarbeiterentwicklung der vergangenen Jahre stieg der Umsatz auf 175 Millionen Euro, der weltweit durch Projekte in den Bereichen Automatisierungstechnik, Maschinenbau und Robotik, Software und Industrieinformatik sowie Energietechnik erwirtschaftet wird. Firmensitz ist Neunburg vorm Wald, das im Vorjahr sein 1000-jähriges Bestehen feierte. Und die Geschäftsführung mit Gerlinde, Hans und Robert Fleischmann macht keinen Hehl daraus, dass man sich in der Region, die kein klassischer Industriestandort ist und in der andere Menschen Urlaub machen, zuhause fühlt. „Wir sind ja Neunburger“, sagt Robert Fleischmann, der 1987 in das Unternehmen einstieg, das sein Bruder Hans fünf Jahre davor im Nachbarort Schwarzhofen als Spezialist für Schaltschranktechnik gegründet hatte.

Damals konnte freilich keiner die Entwicklung zu einer weltweit operierenden Unternehmensgruppe voraussehen: „Schritt für Schritt“ habe man den Betrieb weiterentwickelt, sagt Hans Fleischmann, der „alles wieder genauso machen würde“. Ein großer Schritt war 1990 der Umzug an den heutigen Firmenstandort in der Pfalzgrafenstadt Neunburg, verbunden mit der Umfirmierung zur „F.EE GmbH“. Bereits ein Jahr später wurde der erste Außenposten in Frankfurt eröffnet, im nächsten Jahr folgte die erste Auslandsvertretung in Birmingham, 1997 dann der Sprung über den „Großen Teich“ nach Mexiko. Mit dem Unternehmen wuchs auch die Zahl seiner Geschäftsfelder: Im Jahr 1988 wurde die „F.EE GmbH Automation“ gegründet, 2000 kam beispielsweise der Bereich „Informatik und Systeme“ hinzu, 2006 wurde das neue Schaltschrank-Fertigungszentrum eröffnet, das nur drei Jahre später von 3500 auf 8500 Quadratmeter erweitert wurde. „Dass immer wieder neue Ideen realisiert wurden und wir heute so breit aufgestellt sind, kostet viel Energie. Aber es macht uns deutlich weniger anfällig für Krisen“, sagt Hans Fleischmann. Den Wunsch nach einer möglichst geringen Abhängigkeit zeigt auch die Tatsache, dass F.EE wenig zukauft und viel selbst entwickelt. „Das ist für uns ein Wettbewerbsvorteil“, so Robert Fleischmann.

Raum für Zukunft geben

Seit 2011 ist F.EE Mitglied des Global- Compact-Netzwerks der Vereinten Nationen, in dem sich Unternehmen weltweit zu weitreichenden sozialen und ökologischen Grundsätzen verpflichten, die sie Jahr für Jahr weiterentwickeln. „Das machen wir nicht nur aus Imagegründen, sondern das ist ein Statement von uns“, betont Hans Fleischmann die Notwendigkeit, eine Unternehmensphilosophie auch vorzuleben. „Raum für Zukunft“, so heißt es im Firmenleitbild, bedeute, für die Menschen der Region hervorragende Perspektiven zu schaffen und dabei auf den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu achten.

Das weltweit operierende Unternehmen F.EE ist nach wie vor inhabergeführt: die drei Geschäftsführer Hans, Gerlinde und Robert Fleischmann (von links).
Das weltweit operierende Unternehmen F.EE ist nach wie vor inhabergeführt: die drei Geschäftsführer Hans, Gerlinde und Robert Fleischmann (von links).

Rund 925 der insgesamt 1000 F.EE-Beschäftigten arbeiten am Hauptsitz in Neunburg, der Rest – vor allem Vertrieb und Service – in den nationalen und internationalen Niederlassungen beispielsweise in Köln, Frankfurt oder Leipzig, aber auch in Istanbul, Barcelona, Chattanooga (USA) oder Guadalajara (Mexiko). Dabei sei es wichtig, vor Ort Ansprechpartner zu haben, die die Landessprache und Mentalitäten kennen, sagt Hans Fleischmann. „Andere Kontinente funktionieren anders“, weiß er auch aus Projekten in Asien oder Afrika. So arbeiten inzwischen Menschen mit 20 verschiedenen Nationalitäten für F.EE – teilweise mit hochinteressanten Lebensgeschichten.

Um vor Ort stets genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu haben, engagiert sich F.EE stark in der Ausbildung. Im vergangenen Jahr haben 46 Jugendliche ihre Ausbildung im Unternehmen begonnen, insgesamt hat man bereits über 300 ausgebildet – und das auf hohem Niveau: Schon fünfmal in Folge wurde die F.EE-Unternehmensgruppe als bester Ausbildungsbetrieb der Fachrichtung „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ ausgezeichnet.

2117 Projekte im Jahr 2017

Vorwiegend für Maschinen- und Anlagenbauer, für die Automobil- und Zulieferindustrie entwickelt und realisiert F.EE komplette Systemlösungen für intelligente Produktionsprozesse. 750 programmierte Roboter, 250 speicherprogrammierbare Steuerungen, 10 000 Tonnen verarbeiteter Stahl pro Jahr verdeutlichen das Pensum, das zum Beispiel im Jahr 2017 hinter 2117 Projekten steckt. Dabei formulieren Hans und Robert Fleischmann das Ziel, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Erwartungen der Kunden nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Damit gebe man das Bild einer Firma und seiner Mitarbeiter ab, „die nicht davonlaufen, wenn es schwierig wird“, sagt der Firmengründer, der weiter auf Expansion setzt. Dazu wolle er Themen, die man schon im Angebot habe, „noch mehr besetzen“.

Und diese Palette ist schon vielfältig: In Sachen Energietechnik geht es bei F.EE neben Photovoltaik vor allem um Wasserkraft. Bestehende Kraftwerke europaweit elektrotechnisch zu modernisieren oder Steuerungstechnik bei Neubauten zu liefern, wie 2017 beim Kraftwerk am Eixendorfer Stausee, gehört zum Hauptbetätigungsfeld dieser Sparte, genauso neue Kraftwerke als Generalunternehmer zu konzipieren und zu errichten – wie demnächst an drei Standorten in der Türkei. Die IT-Sparte „Informatik und Systeme“ wurde 2017 vom Wirtschaftsministerium in die Reihe der „Digitalen Champions in Bayern“ aufgenommen.

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