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Wissenschaft
Dienstag, 17. Juli 2018 30° 3

Raumfahrt

Astro Alex hilft bei Außeneinsatz

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat schon in seiner ersten Woche eine wichtige Aufgabe auf der Raumstation.

Mit der Hilfe des deutschen Astronauten Gerst sind die beiden US-Raumfahrer Arnold und Feustel für wichtige Wartungsarbeiten aus der Internationalen Raumstation (ISS) ausgestiegen. Foto: Nasa TV/dpa
Mit der Hilfe des deutschen Astronauten Gerst sind die beiden US-Raumfahrer Arnold und Feustel für wichtige Wartungsarbeiten aus der Internationalen Raumstation (ISS) ausgestiegen. Foto: Nasa TV/dpa

Moskau.Wenige Tage nach seiner Rückkehr zur Internationalen Raumstation (ISS) hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst bei einem Außeneinsatz von US-Raumfahrern geholfen. Der 42-jährige Geophysiker aus Baden-Württemberg unterstützte seine beiden US-Kollegen Drew Feustel und Ricky Arnold bei wichtigen Wartungsarbeiten im freien Weltall.

„Gerst schlägt sich bei dieser Aufgabe sehr gut“, sagte Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Deutschen Presse-Agentur. „Er hat dafür trainiert“, sagte der DLR-Leiter von Gersts Mission „Horizons“. Auf die Mission hatte sich Gerst rund zweieinhalb Jahre in den USA, Russland und Deutschland vorbereitet.

Gerst unterstützte von innen

Feustel und Arnold arbeiteten fast sieben Stunden schwerelos in ihren weißen Raumanzügen an der Außenwand der ISS. Unter anderem montierten sie hochauflösende Kameras am Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde. Die Kameras sollen künftig beim Andocken neuer US-Raumkapseln der privaten Firmen SpaceX und Boeing zum Einsatz kommen.

Gerst half Feustel und Arnold zunächst beim Anlegen ihrer Raumanzüge. Im roten Polo-Hemd traf er Sicherheitsvorkehrungen und ging Checklisten durch. Später half er ihnen auch wieder bei der Rückkehr in die Raumstation.

Gersts Aufgabe bei dem Außeneinsatz sei es gewesen, die Kollegen von innen zu unterstützen, erklärte Schmid. Er beobachte die Aktivitäten von der Cupola aus und passe auf, dass alles planmäßig ablaufe. Die Cupola ist eine Art Beobachtungsposten mit Rundumblick auf der ISS. Zudem sei Gerst Bindeglied zwischen den Astronauten und der Bodenkontrolle, falls die Kommunikation nicht klar sei.

Vergangenen Freitag war Gerst zusammen mit dem Russen Sergej Prokopjew und der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor zu einer gut sechsmonatigen Forschungsmission auf der ISS angekommen. Auch Auñón-Chancellor half ihren beiden Kollegen beim Außeneinsatz von innen, indem sie einen Roboterarm bediente.

Gerst soll bis Dezember auf der ISS leben und forschen. Ob er im Laufe der Mission selbst zu einem Außeneinsatz in den Raumeinzug schlüpfen wird, war zunächst offen. Bei seinem ersten Aufenthalt in dem Weltraumlabor 2014 hatte er einen Außeneinsatz. Im Herbst darf Gerst das Kommando auf der ISS übernehmen – als erster Deutscher überhaupt.

Es war bereits der 6. Außeneinsatz in diesem Jahr und der 211. seit Beginn des ISS-Programms vor fast 20 Jahren. Für Feustel war es der neunte Ausstieg ins All, Arnold arbeitete zum fünften Mal frei schwebend im Kosmos. Feustel kommt damit auf mehr als 60 Stunden, die er insgesamt im freien Weltall war. Damit liegt er auf der Rangliste der Außeneinsätze auf Platz drei hinter einem Russen und einem Amerikaner. Trotz seiner Routine konnte Feustel diesem Außeneinsatz noch viel abgewinnen. „Dieser Blick wird niemals alt“, schrieb er zuvor bei Twitter über die Aussicht auf den Blauen Planeten.

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