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Windkraft

BI wünscht sich Gespräche mit Firma Bögl

Die Bürgerinitiative „Es reicht“ formulierte in einem offenen Brief an den Windkraftanlagen-Betreiber Max Bögl ihre Kritik.

Mallerstetten.„Sehr geehrte Familie Bögl,

wir wenden uns wegen der geplanten Windräder in Mallerstetten direkt an Sie. Ihre Firma hat offensichtlich die Genehmigung für die Errichtung der zwei Anlagen erworben. Seitdem ist für uns Bürger und Familien unerwartet eine bedauerliche Verschärfung der Situation eingetreten. Es liegt zwar eine formale Genehmigung des Landratsamts vor, trotzdem konnten die Anlagen wegen der fehlenden Zufahrt bisher nicht errichtet werden. Jetzt wird enormer Druck auf die Bevölkerung und die Betroffenen ausgeübt, um die Grundstückszufahrten zu den Windkraftanlagen kostengünstig zu erhalten und die Anlagen zu bauen.

Eigentlich hätte aber die Genehmigung für die Windkraftanlagen gar nicht erteilt werden dürfen und wäre heute ausgeschlossen. Denn bis jetzt ist die Erschließung der Zufahrt nicht geregelt, der Tierschutz fand so gut wie keine Beachtung, der Fund von Rotmilanhorsten wird als zu spät abgetan, das Abholzen von Hecken und Büschen, um eine Baustellenzufahrt zu ermöglichen, wird einfach durchgeführt. Zu allem Überfluss ist die Einhaltung von Mindestabständen zu einer bestehenden Erdbebenmessstation nicht als relevant erachtet worden. Die genannten Versäumnisse müssten bereits ausreichen, vom Bau der beiden Windkraftanlagen abzusehen.

Seit der Genehmigung der Anlagen im Jahr 2013 haben sich außerdem das Bewusstsein zu möglichen Folgen von Windkraftanlagen und die Gesetzeslage grundlegend geändert. Bestätigte Gesundheitsrisiken werden bewusster wahrgenommen. Der für das menschliche Gehör nicht hörbare Infraschall, der den menschlichen Organismus nicht zur Ruhe kommen lässt, vermindert die Lebensqualität in der Region und beeinflusst das allgemeine Wohlbefinden in negativem Sinne. Das haben auch junge Bürger erkannt und erwägen ein Abwandern in nicht von der unüberlegten Bebauung mit Windkraftanlagen betroffene Ortschaften. Familiengründung in nicht lebenswerter Umgebung ist für viele keine Option.

Nicht grundlos wurde daher die 10H-Regel von der Landesregierung beschlossen, da nur so ein bewusster Umgang mit den erneuerbaren Energien zu mehr Lebensqualität führt. Mit einem Abstand von nur ca. 850 Metern zu den Dörfern wären die Anlagen in Mallerstetten jetzt auch aus diesem Grund nicht genehmigungsfähig.

Trotzdem versucht Ihre Firma als Bauherr jetzt mit zum Teil fragwürdigen Mitteln Versäumnisse, die im Genehmigungsverfahren gemacht wurden, zu „beheben“. Es werden nun Schadensersatzklagen in exorbitantem Ausmaß und nachfolgende Gerichtsverfahren, um eine Duldung der Durchfahrt zu erwirken, angekündigt. Wir können uns nicht vorstellen, dass Ihnen, Familie Bögl, das alles bekannt ist. Als Vorzeigeunternehmer mit regionaler Verwurzelung würden Sie das sicher nicht zulassen.

Bisher hat weder das Landratsamt, die Stadt noch die Firma Bögl als Bauherr eine offene Information bei uns durchgeführt. Die Betroffenen wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Zwietracht und Streit sind mittlerweile auf fruchtbaren Nährboden gefallen und haben die Dorfgemeinschaft nachhaltig geschädigt.

Wir und unsere Familien wollen aber weiterhin in den Dörfern mit hoher Lebensqualität leben, wovon Sie als erfolgreicher Arbeitgeber ebenfalls profitieren. Kommen Sie zu uns und stellen Sie sich dann vor, bei uns mit Windkraftanlagen leben zu müssen. Dann verstehen Sie uns sicherlich. Daher geht der dringende Appell der gesamten betroffenen Bevölkerung an Sie, Familie Bögl, aufgrund der neuen Kenntnisse und aus heutiger Betrachtungsweise sowie der aktuellen Gesetzeslage, vom Bau der Windkraftanlagen abzusehen.“

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