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Partnerschaft

Das verflixte 7. Jahr

Auf die Kommunikation kommt es an. Dann steigt die Chance auf dauerhaftes Eheglück.
Von Pia Di Blasi

Erst wird zu wenig geredet, dann zu viel gestritten. Foto: Bodo Marks/dpa
Erst wird zu wenig geredet, dann zu viel gestritten. Foto: Bodo Marks/dpa

Passau.Ehe man sich versieht, ist die Illusion der ewigen Liebe zerplatzt wie eine Seifenblase. Jede dritte Ehe wird laut Statistischem Bundesamt in Deutschland geschieden. Und aus dem Versprechen „Bis dass der Tod uns scheidet“ wird das Trennungsjahr.

Dann wird nach Ausreden gesucht. Besonders beliebt: Das „verflixte siebte Jahr“. Doch kann man wirklich eine Zahl für das Scheitern verantwortlich machen? Um die Zahl Sieben ranken sich viele Mythen. Sie stammen aus der Antike, aus der Überzeugung heraus, dass der Mensch in einem Rhythmus von sieben Jahren immer wieder in eine neue Lebensphase eintritt.

Heutige Studien zeigen, dass es bei vielen Paaren schon im dritten Ehejahr kriselt. Bis zur Scheidung dauert es im Schnitt dann nochmal zwölf Jahre. Der Psychotherapeut und Paarberater Rudolf F. Fesl aus Passau erklärt: „Das mit dem verflixten siebten Jahr ist aus meiner Sicht nicht objektivierbar. Vielmehr entsteht bei Paaren eine schleichende Distanz, sobald Kinder geboren werden.“

Nach der anfänglich perfekten Illusion, filmreif auf Social Media präsentiert, realisiert so manche Frau mit der Zeit, dass der Partner nicht der strahlende Ritter ist, sondern eher Ritter Rost. Umgekehrt verblasst auch ihr Zauber bei ihm. Ernüchterung macht sich breit und nicht selten enden die Gemeinsamkeiten bei den gleichen praktischen Regenjacken. Oder man wird zum ewig stichelnden Paar, das gemeinsame Abendeinladungen unerträglich macht. Das „Ja“ vor dem Traualtar wird zum „Vielleicht“ im Alltag.

Die Erwartungen an die Ehe sind hoch. Hochzeiten werden immer pompöser. Es hat sich eine millionenschwere Branche herausgebildet, die jedes Problem löst und jeden Traum verwirklicht. Vielleicht wäre es sinnvoller, das Geld und die Zeit in die Partnerschaft zu investieren, anstatt in ein Hochzeitskleid von Chanel? „Das Kernstück einer wirklich guten Ehe ist die Kommunikation. Eminent wichtig ist auch, dem anderen immer auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen“, erklärt Fesl.

Es gibt nicht einen bestimmten Zeitpunkt, an dem Ehen scheitern. Sondern es sind viele Momente, in denen ein Paar, jeder für sich, versagt – oder aber in denen zwei Menschen gemeinsam weiter zusammenwachsen. Es hilft vielleicht, sich möglichst oft darauf zu besinnen, warum man am Anfang „Ja, ich will“ gesagt hat.

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