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Interview

„Der Konflikt ist tiefgreifend“

Johannes Neumüller - Direktor der Schulstiftung im Bistum

Regensburg.Worauf beruht die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit der Lehrkraft nach elf Jahren zu beenden?

Neumüller: „Die Entscheidung beruht auf einer Abwägung. Wir haben sie wohl erwogen. Sie reifte in mehreren intensiven Gesprächen mit der Mitarbeitervertretung und der Schulleitung. Solch eine Abwägung kann nur mit dem Blick auf die ganze Schule stimmig sein. Wenn sie gegensätzliche Belange berührt, verlangt das ohne Zweifel von den Beteiligten Toleranz und die Bereitschaft zum Kompromiss. Um Beides kann ich hier nur bitten.“

Was bedeutet die Formulierung „unüberbrückbare Differenzen“?

„,Unüberbrückbare Differenzen’ ist in der Tat eine Formel, die wir verwenden, weil ein Arbeitgeber die Einzelheiten einer Personalentscheidung nicht öffentlich darlegen darf. Der Gesetzgeber schreibt hier personen- und datenschutzrechtliche Grenzen vor, über die wir uns nicht hinwegsetzen werden. So viel aber sei gesagt: Der Konflikt mit dem betreffenden Lehrer ist tiefgreifend, vielfältige Gesprächs- und Vermittlungsversuche scheiterten. Daher stehen wir nun an einem Punkt, wo wir einen Schlussstrich ziehen müssen; einen Schlussstrich, der mit den zuständigen Gremien der Schule besprochen wurde, sowie mit dem Schulamt und der Regierung der Oberpfalz.“

Hat es dienstrechtlich relevante Verfehlungen seitens der Lehrkraft gegeben?

„Die Einzelheiten der Personalentscheidung können wir nicht öffentlich diskutieren. Als kirchliche Schule sind wir dem deutschen Gesetz verpflichtet. Bitte haben Sie dafür Verständnis.“

Was sagt die Schulstiftung als Schulträger zu der Bitte der Elternschaft, der betroffene Lehrer möge doch ihre Kinder zumindest noch bis zum Ende ihrer Grundschulzeit begleiten, also ein weiteres Schuljahr?

„Dazu kann ich nur wiederholen, dass es nicht mehr geht. Hier wurde eine Vertrauensgrundlage zerstört – und das trotz vielfacher Gesprächsangebote, trotz mehrerer Vermittlungsinitiativen und einer langmütigen Geduld. Das schmerzt und wird von allen Seiten bedauert. Das ändert aber nichts an der Wirklichkeit, nämlich dass eine Zusammenarbeit beendet werden muss, wenn die gemeinsame Basis fehlt. Übrigens muss man das vor allem zum Wohle der Kinder tun. Denn die Bischof Manfred Müller Schule verwirklicht nun seit mehr als 13 Jahren eine kinderorientierte Reformpädagogik, die darauf beruht, dass Lehrer und Kinder eine Lerngemeinschaft bilden, die sehr viel gegenseitiges Vertrauen voraussetzt. Davon hängt der Lernerfolg der Kinder ab, ich erinnere noch mal an die herausragende Übertrittsquote zum Gymnasium und zur Realschule, die die Bischof Manfred Müller Schule seit mehreren Jahren aufweist. Davon hängt auch die Lebensqualität am Arbeitsplatz aller Lehrerinnen und Lehrer ab und davon hängt auch die ausgezeichnete und wirksame Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern ab.“

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