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Kolumne

Die Uni – mein neues Leben?

In diesen Tagen beginnen wieder viele Erstsemester ihr Studium. Möglichkeiten, sich an der Uni einzubringen, gibt es viele.

  • Die Hochschulpolitik ist eine Möglichkeit für Studierende, sich an der Uni zu engagieren. Foto: Knobloch
  • Die AG3 organisiert das Global Dinner an der Uni Regensburg: Während die „Reichen“ an Tischen sitzen, haben die „Armen“ auf dem Boden nur eine Schüssel Reis. Foto: Knobloch

Liebes Tagebuch,

das Semester hat begonnen und die Erstsemester quetschen sich in überfüllte Busse und Hörsäle. Ach, wie gut kann ich mich noch an meine Anfänge an der Uni erinnern. Die ersten Schritte über den Pflastersteinboden des Campus, die Neugierde und Spannung mit der ich mich in die erste Vorlesung in der vordersten Reihe positioniert habe. Fast acht Jahre ist das nun her und ich habe in dieser Zeit so viel Neues gelernt und erfahren. Eine Reise, die den Neuankömmlingen nun bevorsteht.

Die Möglichkeiten sich an der Universität seine eigene kleine Welt zu schaffen, sind am Anfang vielleicht nicht so sichtbar. Kannst du dich noch erinnern, als ich von der ersten Sitzung im politischen Konvent geschrieben hab? Wie aufreibend es war, was sich mir für neue Themen erschlossen haben? Als ich einfach nur zugehört habe wie sich politische Hochschulgruppen wie die BL, die Jusos und der RCDS argumentativ Themen aufgedröselt haben, die für mich damals Neuland waren? Wie ich langsam verstanden habe, wie sich die Universität aufbaut, wie die Fakultäten über verschiedene Einrichtungen miteinander vernetzt sind, und dass man in Fachschaften die Chance hat, direkt an Inhalten seiner Fakultät mitzuarbeiten? Oder kannst du dich noch erinnern als ich das erste Mal auf dem Stammtisch meiner Fachinitiative saß und das erste Mal wirklich verstanden habe, was ich in meinem Fach alles für Möglichkeiten habe? Ohne diese Erfahrung wäre ich vermutlich nie auf Konferenzen gefahren und hätte selber Beiträge eingereicht. Verrückt, was so kleine Entscheidungen am Anfang alles ausmachen.

Weißt du noch als ich das erste Mal auf dem Global Dinner der AG3 am Boden saß und eine Schüssel Reis gegessen habe? All die Arbeitskreise, in denen man sich an der Uni engagieren kann – Gewerkschaften, Werbung an der Uni, Fair Trade, Amnesty, Barrierefreiheit, Vorrat, Unigarten. In Chören, Theatergruppen und Orchestern kann man seine Muse finden, neue Seiten an sich entdecken, sich etwas (zu)trauen; Leute kennenlernen, die gleich ticken oder eben ganz anders. Bei Enactus kann man seine unternehmerischen Qualitäten stärken oder mit Aiesec internationale Kontakte aufbauen. Eigentlich gibt es doch nichts an der Uni, was es nicht gibt und wenn es was nicht gab, dann hat man die Gruppe einfach aufgemacht. Es gibt immer mindestens einen Menschen, der sich auch dafür interessiert.

Im Rückblick hat vermutlich nichts so viel Wert für mich wie die Zeit, die ich außerhalb des Lernplans damit verbracht habe mit Kommilitonen und Dozierenden zu philosophieren. Der positive Einfluss, den ich in meinem Wirken an der Uni getan habe, hat auch mich zu einem – für mich – besseren Menschen gemacht. Ich hoffe, die Neuen finden ihren Platz an der Uni und können in acht Jahren auch auf wertvolle Erfahrungen zurückblicken und versinken nicht im Sumpf der Lernfabrik.

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