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Kommentar

Ein Thema – zwei Meinungen

Ein Kommentar von Roman Hiendlmaier und Stefan Weber

Entscheidung klar

Von Roman Hiendlmaier

Ein Lehrstück in politischer Diplomatie: Aigners Anti-Ärger-Taktik:

Batteriespeicher und möglichst mit Öko-Gas betriebene Gaskraftwerke. Dazu nur so viel Kohlestrom und Stromtrassen wie nötig. Und – ganz wichtig: Mehr Energie sparen, auch wenn Heizöl gerade wieder so verlockend billig ist.

Auf diese Kurzformel kann die Energiewende à la Aigner interpretiert werden. Die Ministerin hat in ihrer Dialogbilanz die Ergebnisse der Arbeitsgruppe auf einen politisch geschickten Nenner gebracht: Wenn wir (von der CSU) es schaffen, den Energieverbrauch zu senken und die Leistungsspitzen von bereits bestehenden Wind- und PV-Anlagen nicht in den Wind zu schreiben oder an Pumpspeicherwerke zu verramschen, sondern zu speichern – dann hat der Freistaat eine gute Chance auf eine elegante Energiewende.

Elegant auch deswegen, weil die Staatsregierung, vulgo Aigner, sich dann eine satte Dosis Stimmengift erspart: Ärger in Form von Protesten gegen neue Leitungen und Kraftwerke, die zwar jeder nutzen, aber keiner haben will – am wenigsten neue Pumpspeicherwerke auf einem Wahrzeichen des Bayerischen Waldes. Aber davon war am Montag ohnehin keine Rede mehr.

Entscheidung unklar

Von Stefan Weber

Eine Entscheidung hat der Energie-Dialog für den Osser nicht gebracht:

Eine Studie, die sich mit wirtschaftlichen Berechnungen zu Pumpspeicherwerken im Allgemeinen befasste, den Osser aber nicht mit einschloss; nach drei Monaten ein Fazit zum Energie-Dialog, das die Technik nicht einmal erwähnt. Eine Entscheidung für oder gegen die Pläne, wie Vispiron sie auf dem Osser hegt, war das alles nicht.

Die Ministerin bleibt auch bei ihrem Auftritt am Montag bewusst etwas vage, was dieses Thema betrifft, auch wenn sie klar die Technik „Power to Gas“ favorisiert. Aber das alles wird Amir Roughani mit seiner Planungs-Firma kaum als Grund gelten lassen, um seine Pläne aufzugeben. Denn er besteht ja darauf, dass sein Vorhaben wirtschaftlich umzusetzen sei.

Für die Ministerin sind derzeit alle Speichertechnologien unrentabel, in Zukunft aber notwendig. „Und wenn Herr Roughani eine Genehmigung bekommt, dann darf er auch bauen“, sagt eine Ministeriums-Sprecherin am Montag. Schließlich sei das eine „reine Investoren-Entscheidung“. Zudem sei die PSW-Technik von allen Speicherarten am erprobtesten – eine Absage sieht anders aus.

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