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Intime Gelassenheit

Ensemble Brecon Baroque
Von Ulrich Alberts, MZ

Wer bei Bach den vollen Klang eines Streichorchesters im Ohr hatte, der musste beim Auftritt der Geigerin Rachel Podger und dem von ihr geleiteten Ensemble Brecon Baroque umdenken. Die Wiedergabe der Violinkonzerte a-Moll, A-Dur und E-Dur sowie des Cembalokonzertes d-Moll von Bach und eines Konzertes für drei Violinen von Telemann war geprägt von intimer Gelassenheit und dem kammermusikalischen, bisweilen eine Spur zu nüchternem Spiel der Instrumentalisten. Dabei wurden keine Strukturen verwischt und es entstand besonders in der Interpretation des Cembalokonzertes durch Marcin Swiatkiewicz, der mit großem Elan seinen Solopart spielte, ein detailreiches Bild der Partitur. Rachel Podger musizierte ihre Soloparts bei aller Virtuosität nie auftrumpfend. Mit Bedacht und einem Schuss Herbheit produzierte sie sonore Töne, die auch in der Höhe blitzsauber waren. Sie verstand sich – auch bei Telemann, wo die Solisten im Schlusssatz für tänzerische Beschleunigung sorgten – eher als primus inter pares. Die Übereinstimmung zwischen kompositorischer und darstellerischer Intention war ihr Ziel, dem sie zustrebte, auch wenn im Bachschen a-Moll-Konzert aus einem Allegro assai eher ein Allegro energico wurde und zeitweise das Ensemble verdrängte. Berührend gelangen den Musikern durchwegs die langsamen Sätze, vor allem das mit sprechender Phrasierung und Tiefgang gespielte Adagio des E-Dur-Konzertes, BWV 1042.Wer bei Bach den vollen Klang eines größer besetzten Streichorchesters im Ohr hatte, der musste beim Auftritt der Geigerin Rachel Podger und dem von ihr geleiteten Ensemble Brecon Baroque umdenken. Die Wiedergabe der drei Violinkonzerte a-Moll, A-Dur und E-Dur (BWV 1041,1055 und 1042) sowie des Cembalokonzertes d-Moll von Bach (BWV 1052) und des F-Dur-Konzertes für 3 Violinen von Georg PhlippTelemann war geprägt von intimer Gelassenheit und dem kammermusikalischen, aber bisweilen auch eine Spur etwas zu nüchternem Spiel der Instrumentalisten.

Bei ihrer Darstellung wurden keine Strukturen verwischt und es entstand besonders in der Interpretation des Cembalokonzertes durch Marcin Swiatkiewicz ein detailreiches Bild der Partitur. Durch gezielt platzierte Rubati verlieh Swiatkiewicz seiner Darbietung frische Lebendigkeit und Unbeschwertheit. Keinerlei Unsicherheiten gab es im das Werk beschließenden Allegro, wo er seinen Vortrag etwas beschleunigte, und das Ripieno sofort mitzog. Rachel Podger musizierte ihre Soloparts bei aller Virtuosität nie auftrumpfend. Mit Bedacht und einem Schuss Herbheit produzierte die geigende Botschafterin des Barock sonore Töne, die auch in der Höhe blitzsauber waren. Sie verstand sich – auch in Telemanns Konzert für drei Violinen, wo die Solisten im Schlusssatz für tänzerische Beschleunigung sorgten – eher als primus inter pares einer bestens miteinander harmonierenden Musiziergemeinschaft. Die Übereinstimmung zwischen kompositorischer und darstellerischer Intention war ihr erklärtes Ziel, dem sie ohne affektive Betonungen zustrebte, auch wenn im Bachschen a-Moll-Konzert aus einem Allegro assai eher ein Allegro energico wurde und zeitweise das Ensemble verdrängte. Berührend gelangen den Musikern durchwegs die langsamen Sätze, hier vor allem das mit sprechender Phrasierung und Tiefgang gespielte Adagio des E-Dur-Konzertes, BWV 1042. Bachs Violinkonzerte wurden hier nicht in herrisch rasantem Tempo als hexenmeisterliche Bravourstücke vorgeführt, sondern erlebten eine nuancenreiche kammermusikalische Darstellung, wovon auch die als Zugabe gespielte Air des Leipziger Thomaskantors profitierte.

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