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Interview

„Mit den Augen der Jugendlichen sehen“

Die Journalistin Angelika Lukesch hat das Magazin „Voll der Hammer“ entwickelt. Die MZ sprach mit ihr über das Konzept und die Akteure.

Angelika Lukesch Foto: MZ-Archiv

Die Journalistin Angelika Lukesch aus Lappersdorf hat das ungewöhnliche Jugend-Informationsmagazin „Voll der Hammer“ entwickelt. Die MZ sprach mit ihr über das Konzept und die Akteure.

„Voll der Hammer“ sieht nicht aus wie eine Infobroschüre, eher wie ein Jugendmagazin. Wie ist die Idee entstanden?

Die Zielsetzung des Landrats lautete: Jugendliche sollen sich angesprochen fühlen, für Handwerksberufe soll geworben werden. Das schafft man nicht mit einem konventionellen Konzept! Man muss sich auf Augenhöhe mit den Jugendlichen begeben und versuchen, die Welt mit ihren Augen zu sehen. Ich habe deswegen im Vorfeld viele Jugendmagazine gelesen und war während der Umsetzung ständig in Kontakt mit Jugendlichen, um sie nach ihrer Meinung zu befragen. Mein Anspruch war es, den Jugendlichen wichtige Inhalte in jugendlicher Verpackung auf unterhaltsame Weise so nahe zu bringen, dass sie dadurch zum Nachdenken angeregt werden.

Welche besonderen Faktoren waren bei der Konzeption wichtig?

Der wichtigste Faktor war die zentrale Frage: Wie muss eine Zeitschrift ausschauen, wenn man will, dass sie von Jugendlichen gelesen wird? Daraus ergaben sich ein paar Schwerpunkte: Die Inhalte müssen in viele kurze, aber informative Textblöcke verpackt sein, die das Interesse der Jugendlichen wecken. Die interviewten jungen Handwerker müssen persönlich fassbar sein mit ihren Hobbys und Leidenschaften. Ein Check – was ist gut an meiner Arbeit, was ist schlecht – ist sehr wichtig. Die Fotos müssen eine Aussage haben und spannend sein. Natürlich ist ein jugendliches Layout äußerst wichtig – bunt, abwechslungsreich und aufregend. Da haben meine Layouter Carlos Anzenberger und Holger John ganze Arbeit geleistet.

Was haben die Behördenvertreter zu dem ungewohnten Layout gesagt?

Landrat Herbert Mirbeth war von Anfang an mit meinem Konzept einverstanden. Ihm ist es wichtig, die Jugendlichen wirklich zu erreichen und sie zu bewegen, über einen Handwerksberuf nachzudenken. Dass dies nicht über eine „erwachsene“ Schiene funktioniert, war ihm klar. Layout, Inhalte und auch die Jugendsprache haben daher sofort seine Zustimmung erhalten.

War es schwer, junge Leute zum Mitmachen zu bewegen?

Die jungen Leute, die ich gefragt habe, waren durchweg sehr entgegenkommend und haben gerne mitgemacht. Auch die Betriebe haben mich sehr unterstützt.

Wie haben Sie die jungen Handwerker erlebt?

Ich habe sie als fröhlich, selbstbewusst und vor allem als sehr stolz auf ihren Beruf erlebt. Es war wirklich schön zu sehen, wie sich diese jungen Frauen und Männer mit ihrem Handwerk identifizieren und dies auch offen nach außen tragen.

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